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Federated Hermes: Asia ex Japan – ein Markt für aktive Selektion

Frank Pöpplow
Veranstaltungen

Fund Frank Pöpplow und Dominik Schubert von Federated Hermes senden mit ihrem Vortrag auf der Investment-Konferenz eine klare ­Botschaft: Wer in Asien ex Japan investiert, sollte besser nicht blind einem Index folgen

12.08.2026 | 14:00 Uhr von «Peter Gewalt»

Der Kontinent sei schlicht zu heterogen, zu stark von Ineffizienzen durchzogen und zu reich an verborgenen Chancen, als dass passives Investieren hier die überlegene Strategie wäre. Die beiden Anlageprofis belegen ihre These mit beeindruckenden Performanceunterschieden zwischen den einzelnen Märkten. Während etwa der Aktienmarkt in Taiwan in der zurückliegenden Dekade teilweise über 100 Prozent innerhalb eines Jahres zulegen konnte, stagnierte China. Pöpplow und Schubert warnen deshalb: Wer einen Indexfonds auf die Region kaufe, nehme solche enormen Preisunterschiede unkritisch mit, anstatt sie auszunutzen.

Genau hier setzt die Asia ex-Japan-Strategie von FederatedHermes an. Der Fonds folgt einem konträren Bottom-up-Ansatz: Das Team kauft, was gemieden wird, und meidet, was geliebt wird. Seit Auflage erzielte die Strategie eine annualisierte Rendite von knapp 11,75 Prozent – rund 4,79 Prozentpunkte mehr als die Benchmark MSCI AC Asia ex Japan IMI. Besonders hervorzuheben sei eine Eigenschaft: Das Downside Capture Ratio des Fonds liege bei rund 88 – der Fonds verliert in Abschwüngen weniger als der Markt und gewinnt in Aufschwüngen etwas mehr. Diese Asymmetrie erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger auch in turbulenten Phasen investiert bleiben.

Wertentwicklung Baissephasen
Wertentwicklung Baissephasen

Erfolgreiche Contrarian-Strategie

Das Portfolio ist mit 45 bis 60 Titeln konzentriert und hochaktiv aufgestellt. Bei der Titelauswahl spiele nicht nur eine günstige Bewertung der Aktien, sondern auch die Qualität der Unternehmen eine entscheidende Rolle. „Das sehen wir uns im klassischen Analyseprozess ganz genau an“, sagt Pöpplow. Überprüft werden Indikatoren wie Cashflow und Verschuldungsgrad der Konzerne. Die Einschätzung makroökonomischer Entwicklungen der Heimatmärkte der Unternehmen ist wichtig für die Unternehmensanalyse. Einen makroökonomischen Top-down-Ansatz zur Vorselektion gibt es jedoch nicht.

Deshalb spiegelt die Ländergewichtung im Fonds die konträre Grundhaltung unmittelbar wider: Taiwan und Indien – in vielen Asia-ex-Japan-Indizes hoch gewichtet und nahezu so teuer bewertet wie US-Un­ternehmen – werden im Fonds deutlich untergewichtet. China und Hongkong hingegen sind dort zusammen um rund zwölf Prozentpunkte übergewichtet, Südkorea um mehr als sechs Prozentpunkte.

Konträrer Anlagestil
Konträrer Anlagestil

Der Erfolg gibt der Hermes-Strategie bisher recht: Verglichen mit den zehn größten Wettbewerbern in der Morningstar-Kategorie „Asien ohne Japan“ liegt der Fonds auf Rang 3 von 106 seit Auflage – und das zu Bewertungsniveaus, die mit einem KGV von rund 14 deutlich günstiger sind als der Vergleichsfondsschnitt von 18 bis 20. Pöpplow und Schubert unterstreichen damit noch
mals, wie wichtig aktive Selektion in diesem sehr anspruchsvollen Markt für Anleger ist.

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