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Megatrends-Teil 2: Top-Aktien und Fonds für die stärksten Boombranchen der nächsten Jahrzehnte

Die Corona-Pandemie hat Routinen in Gesellschaft und Wirtschaft unterbrochen - und in vielen Feldern für einen Neustart gesorgt. Entwickelt haben sich mächtige Trends mit der Aussicht auf große Gewinne. Worauf Investoren achten sollten.

12.05.2021 | 07:30 Uhr von «Stephan Bauer»

Hier geht es zu Teil 1


Klimaschutz: Das große Rad drehen

Die Weltpolitik demonstriert seltene Einigkeit zur Rettung des Planeten. Viele Billionen müssen in den energetischen Umbau der globalen Wirtschaft investiert werden. Wie Anleger vom Megatrend profitieren

Alle waren beim Treffen dabei, virtuell zumindest: US-Präsident Joe Biden und Chinas Premier Xi, die europäischen Regierungschefs Merkel, Macron und Johnson, selbst die Präsidenten von Russland und Brasilien, die Herren Putin und Bolsonaro. Gerade einmal gut drei Monate nach dem Abgang des Klimawandel-Leugners Donald Trump gibt es neuen Grund zur Hoffnung für den blauen Planeten. Das Who’s who der Weltpolitik übertraf sich auf Einladung Bidens beim Klimagipfel in der Absicht, die Erderwärmung aufzuhalten. Selbst die Antagonisten USA und China wollen kooperieren und die Treibhausgas-Emissionen eindämmen.

Die Europäer geben sich mal wieder als Musterschüler. Die Europäische Union goss ihre Ziele zur Kohlendioxid- Vermeidung soeben in ein Gesetz: 55 Prozent des emittierten CO2, Stand 1990, sollen bis 2030 EU-weit reduziert, bis 2050 soll die Bilanz der EU klimaneutral sein. Auch Japan und Südkorea streben dies an, China hat sich CO2-Abstinenz bis 2060 auf die roten Fahnen geschrieben.

US-Präsident Biden, der den Trump’schen Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen revidierte, avanciert zum Super-Öko. Die USA sollen bis 2030 ihre Emissionen zu 2005 um die Hälfte reduzieren, eine deutliche Verschärfung der bisherigen Pläne. Bis 2050 will der weltweit zweitgrößte CO2-Emittent hinter China die grüne Null sehen. "Es ist das entscheidende Jahrzehnt, wenn wir die größten Schäden des Klimawandels vermeiden wollen", mahnte Biden.

Das große Trommeln auf der politischen Weltbühne just am "Earth Day" wurde von zahlreichen privaten Initiativen begleitet. Bei Volkswagen etwa konnten Mitarbeiter eine Arbeitsstunde einem persönlichen Klimaziel widmen, angefeuert von Vorstandschef Herbert Diess, der sich auf Vorschläge freute, die "unsere Aktivitäten zum Klimaschutz nochmals beschleunigen".

Was die Weltpolitik auf großer Bühne beschwört, lässt sich im Alltag bereits beobachten - etwa im Straßenbild. Der Erfolg der Elektroautos auch aus Wolfsburg ist eine Folge des weltweiten Umdenkens in Sachen Klimaschutz. Im laufenden Jahr will VW den Absatz rein stromgetriebener Modelle wie dem ID.3 verdoppeln, bis 2030 sollen in Europa bis zu 60 Prozent des VW-Autoabsatzes rein elektrisch angetrieben sein.

Aber einen weltweiten Siegeszug der Stromer gibt es nur, wenn es auch genug Batterien gibt, weshalb Diess, wie sein Vorbild Elon Musk, Chef des Stromer-Primus Tesla, bis 2030 gleich mehrere Gigafactories zur massenhaften Batterieproduktion hochziehen will.

Sündteure Kettenreaktion

Dieses Prinzip der Kettenreaktion zieht sich durch, denn der für die Lösung des Klimaproblems notwendige Umbau der Weltwirtschaft hat vielfältige Veränderungen zur Folge. Damit etwa die E-Mobilität auch wirklich öko wird, braucht es neben Batterien auch jede Menge grünen Strom. Weitere Wind- und Solarkraftanlagen, Gezeitenkraftwerke und Biogasanlagen müssen her, die dezentrale Erzeugung wiederum erfordert intelligente Stromnetze. Und nicht nur die Erzeugung muss sich ändern, auch der Umgang mit Energie. Allein 15 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland entfallen etwa auf Gebäude. Häuser müssen also besser gedämmt und zudem in der Industrie effizientere Anlagen errichtet werden.

Die Rettungsaktion für den blauen Planeten wird teuer. Allein der Green Deal der EU löse bis 2050 zehn Billionen Euro an öffentlichen und privaten Investitionen aus, weltweit könnten es bis zu 40 Billionen werden, schätzt die US-Investmentbank Goldman Sachs, die ihre Prognosen hier zuletzt um 50 Prozent angehoben hat.

Eine Schlüsselrolle dabei kommt der Versorgerbranche zu. Beispiel RWE: Noch erzeugen die Essener etwa vier Fünftel der Energie aus fossilen Quellen wie Braunkohle oder Gas. Doch der regenerative Anteil steigt, bis 2040 will RWE klimaneutral sein. Schon liefert die grüne Technik mit 2,2 Milliarden Euro operativem Gewinn rund viermal so viel wie die alten Geschäfte Kohle und Kernkraft. Fünf Milliarden Euro wollen die Essener allein bis Ende 2022 in regenerative Quellen investieren.

Die Südeuropäer betreiben den grünen Ausbau besonders vehement. Bis 2025 pumpt Spaniens Iberdrola 35 Milliarden Euro in Ökoquellen, Italiens Enel bis 2030 gar 70 Milliarden. Laut Unternehmensberatung Kearney wollen Europas Versorger bis Ende des Jahrzehnts 650 Milliarden in erneuerbaren Energien investieren. Die grünen Geschäfte sollen sich Experten zufolge auszahlen.

"Der Zuwachs des operativen Gewinns beträgt bei den GEMs im Schnitt neun Prozent pro Jahr bis 2030", rechnet Analyst Ajay Patel von Goldman Sachs vor. Unter den GEMs, den "Green Energy Majors", versteht Patel Versorger, die 65 Prozent ihres operativen Gewinns aus grünem Strom oder dem Netzbetrieb ziehen. Versorger, die das nicht schafften, blieben mit zwei Prozent Gewinnplus pro Jahr zurück.

Turbinenboom vor der Küste

Rund 60 Prozent dieser Mittel sollen demnach in Solar- und Windkraft fließen. Die Offshore-Windkraft ist dabei ein Schwerpunkt. Nach Plänen der EU-Kommission soll die vor den Küsten installierte Windenergieleistung von heute zwölf Gigawatt bis 2030 verfünffacht werden, bis 2050 sollen es sogar 300 Gigawatt werden. Das entspricht in etwa der Leistung von 300 großen Kohlekraftwerken. Die notwendigen Mittel für das Programm veranschlagt die Kommission auf 800 Milliarden Euro.

Diese Summen werden von den Plänen Joe Bidens noch getoppt. Mit seinem Infrastrukturprogramm im Umfang von 2,3 Billionen Dollar will Biden nicht nur Verkehrsnetze, sondern auch die Energie-Infrastruktur des Landes erneuern. Der Ausbau der Windkraft an Land und vor den Küsten steht ebenso auf der Agenda wie die Förderung der E-Mobilität oder moderner Energiespeicher.

Zu erwarten ist, dass der Windkraftboom in Texas, zugleich das Epizentrum der US-Öl- und Gasindustrie, einen weiteren Aufschwung erfahren wird. Doch auch vor den Küsten der USA wird massiv in Turbinen investiert. Bis 2030 sollen offshore 30 Gigawatt Ökostrom jährlich erzeugt werden, was tatsächlich in etwa einer Vertausendfachung der Kapazitäten gleichkommt. Oder um es mit den Worten der Nationalen Klimaberaterin des Weißen Hauses, Gina McCarthy, zu sagen: "We’re ready to rock’n’roll".

Neben US-Konzernen wie General Electric dürften Europäer wie Nordex oder Siemens Gamesa, weltweite Nummer 1 bei Offshore-Anlagen, auch künftig von US-Großaufträgen profitieren. Gleiches gilt für grüne Projektierer und Versorger wie die dänische Ørsted oder Spaniens Iberdrola, die mit ihrer Tochter Avangrid in den USA aktiv ist.

Auch Wasserstoff als Energieträger spielt eine immer stärkere Rolle. Die EU will bis 2030 eine Elektrolyseleistung von 40 Gigawatt zur Erzeugung des Gases errichten. Der Energietechnikkonzern Siemens Energy investiert mit Tochter Siemens Gamesa 120 Millionen Euro in das Projekt "H2Mare": Mitte des Jahrzehnts sollen mit Elektrolyseuren bestückte Windturbinen auf hoher See Wasserstoff für die Industrie herstellen.

In den USA kommt der Solarkraft seit jeher eine große Bedeutung zu. In sonnenreichen Staaten wie Kalifornien oder Texas prägen riesige Solarparks das Bild. Doch es geht nicht nur um Großanlagen, auch auf privaten Dächern und auf Gewerbeimmobilien wird ausgebaut. Anbieter von Solartechnik wie Sunpower oder Solaredge, die sowohl Photovoltaik- als auch Speichertechnik zur Verfügung stellen, zählen zu den Profiteuren.

Ölpreis-Schock rüttelt auf

Wichtige Treiber des grünen Wandels sind indes ausgerechnet auch die Feindbilder der Ökobewegung, die globalen Öl- und Gaskonzerne. Riesen wie die britische BP oder die britisch-niederländische Royal Dutch Shell erlebten in der Pandemie eine drastisch sinkende Nachfrage nach fossilem Brennstoff. Der Schock rüttelte die Branche auf. Shell etwa will durch Akquisitionen zu einem der größten Stromerzeuger Europas werden. Der Handel mit grünem Strom soll bis 2035 zur vierten Säule neben Öl, Gas und Chemie werden und 30 Prozent zum Umsatz beisteuern.

Radikaler noch ist der Ansatz bei Frankreichs Total oder bei BP. Die Briten riefen 2020 sogar das Ende des Ölbooms aus. Der neue Chef Bernard Looney erwog offen, dass die historische Spitze der Ölnachfrage, "Peak Oil", bereits erreicht sein könnte. "Könnte das passiert sein? Ja, es könnte", so Looney.

Nach einem Jahr mit fast durchgängig defizitärer Ölförderung sowie einem Rekordverlust von fast sechs Milliarden Dollar setzt BP umso massiver auf den Ausbau erneuerbarer Quellen. Die Investitionen sollen bis 2030 verzehnfacht werden, 50 Gigawatt an Ökoenergien bis dahin parat sein. Die Ölproduktion will Looney um 40 Prozent senken. Die grüne Wende der noch schmutzigen Riesen sollte nicht unterschätzt werden. Ihre Investitionen in regenerative Energien könnten die der Versorger bis 2030 sogar leicht übertreffen, schätzt Goldman Sachs.

INVESTOR-INFO

DIGITALISIERUNG - Effizienz mit Bits und Bytes

Den Megatrend Digitalisierung können Anleger auf unterschiedliche Weise spielen: Eine Möglichkeit bietet der Fonds The Digital Leaders, der global aufgestellt die Chancen des digitalen Wandels nutzt. Vom Unterhaltungsriesen Walt Disney bis zum Chiphersteller Taiwan Semiconductors reicht die Spanne der Unternehmen. Auf die zunehmende Durchdringung der Industrie durch Roboter und die Digitalisierung in den Fabriken setzt dagegen der ETF iShares Automation & Robotics.

ROHSTOFFE - Grundlegender Umbau

Der angestrebte Umbau von Energieerzeugung und Mobilität bietet Chancen für Rohstoffinvestments wie den Fonds Optinova Metals & Materials. Er setzt auf unterbewertete Rohstoffaktien in Kombination mit Edelund Industriemetallen und bietet ein ausgewogenes Rendite-Risiko-Profil. In Firmen der gesamten Wertschöpfungskette der Batterietechnik investiert der ETF L&G Battery ValueChain. Die Spanne reicht vom Lithium-Förderer Pilbara bis zum E-Auto-Bauer Tesla.

GESUNDHEIT - Verlässliches Wachstum

Mit dem BB Adamant Medtech & Services setzen Anleger auf innovative MedizintechnikUnternehmen und Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen. Dazu zählen auch jüngere, aufstrebende Firmen aus dem Bereich Digital Health. Die Performance lag in der Vergangenheit zwischen 15 und 20 Prozent pro Jahr. Der BGF World Healthscience deckt seit Jahren sehr erfolgreich weite Teile des Gesundheitssektors inklusive Biotechnologie ab. Die Rendite litt im vergangenen Jahr aber unter der Abwertung des Dollars zum Euro.

Dieser Artikel erschien zuerst am 10.05.2021 auf boerse-online.de

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