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Themenfonds: Heißes Pflaster

Nirgendwo werden so viele Themenfonds verkauft wie in Europa. Anleger reizt die Chance, durch Präsenz in einem besonders aussichtsreichen Markt dem eigenen Gesamtportfolio eine Outperformance zu bescheren. Das ist zuweilen eine riskante Strategie.

07.08.2020 | 09:55 Uhr von «Matthias von Arnim»

Themenfonds werden immer beliebter. Laut einer Erhebung der Ratingagentur Morningstar hatten Anleger Ende 2019 weltweit rund 200 Milliarden US-Dollar in aktiv und passiv verwaltete Themenfonds investiert. Das entspricht zwar nur rund einem Prozent des insgesamt in Fonds investierten Vermögens. Doch der Trend ist unübersehbar. Denn innerhalb von zehn Jahren hat sich der Anteil der Themenfonds am weltweiten Gesamtfondsvermögen verzehnfacht. Federführend ist hier Europa – mit einem Marktanteil von 54 Prozent in diesem Segment.

Das Versprechen der Themenfonds klingt auf den ersten Blick einleuchtend: Mit einem Engagement in einem potenziellen Wachstumssegment können Anleger innerhalb ihres – im Idealfall gut diversifizierten – Gesamtportfolios einen Akzent setzen, der dem Depot einen besonderen Kick verleiht. Doch ob Themenfonds dieses Versprechen halten, ist eine andere Frage, die sich aufgrund der oft geringen Historie der meisten dieser Fonds noch nicht abschließend beantworten lässt. 

Was sich allerdings jetzt schon zeigt: Die hohe Zahl an Themenfonds, die schon nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder geschlossen wurden, taugt leider nicht als gutes Werbe-Argument. Von rund 1400 Themenfonds, die Morningstar als solche identifiziert hat, wurden mehr als 420 bereits wieder liquidiert. Auch die durchschnittliche Performance von Themenfonds überzeugt nicht unbedingt. Von den Fonds, die überlebt haben, schnitten zuletzt nur 41 Prozent im Fünfjahresvergleich besser ab als der MSCI World Index. Im Zehnjahresvergleich sind es sogar nur 26 Prozent.

Gründe für und gegen Themenfonds

Der überzeugendste Grund, in einen Themenfonds zu investieren, ist zugleich seine größte Schwachstelle: Die Fonds konzentrieren sich auf ein spezielles Segment, zum Beispiel Mobilität oder Digitalisierung. Sind solche Themen besonders gefragt, können Investoren von den jeweiligen Trends profitieren. Auf der Kehrseite der Medaille sind jedoch gleich mehrere Probleme eingraviert. Erstens: Die Investition in einen Themenfonds ist de facto eine Wette gegen den Markt. Denn der Investor geht davon aus, dass der Markt das Thema noch nicht ausreichend gewürdigt hat. Diese Wette kann aufgehen. Oder auch nicht. Besonders problematisch kann es in Bereichen werden, in denen Regulierungsrisiken lauern, wie beispielsweise im Bereich Mobilität. Wie schnell sich das Verhalten von Konsumenten ändern kann, muss die Automobilbranche derzeit schmerzhaft erleben. Seit deutsche Kommunen Fahrverbote verhängen, stapeln sich in den Lagern der Hersteller und Händler die Dieselfahrzeuge. Gleichzeitig kann die Branche die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen nicht befriedigen. So kommt es, dass Deutschland europaweit mittlerweile das Land mit der ältesten Automobilflotte auf öffentlichen Straßen ist. Die Aktienkurse von Volkswagen, Daimler, BMW und Co. sprechen davon Bände. Ein weiteres Beispiel sind Cannabis-Aktien. Ändert sich etwa die Gesetzeslage in den USA oder Kanada, könnten nahezu alle Unternehmen dieser Boombranche von einem auf den anderen Tag vom Kurszettel verschwinden.

Wenn die Risiken die Chancen überwiegen 

Ein zweites nicht zu vernachlässigendes Problem vieler Themenfonds: Nicht nur die hohe Konzentration eines Fonds auf ein bestimmtes Thema, sondern auch die Verwässerung eines Themas kann riskant sein. Auch hier ist das Thema Mobilität ein gutes Beispiel. Denn Mobilitätsfonds investieren in der Regel nicht nur in Tesla, Google, Softwareunternehmen oder Verarbeiter von Rohstoffen wie Lithium, Nickel oder auch Polymermaterialien, die für die Fertigung von Batterien für Elektrofahrzeuge wichtig sind. Auch klassische Automobilhersteller stecken in einigen Portfolios. Nicht zu Unrecht: Schließlich arbeiten BMW und Co. an ihrer eigenen Mobilitätswende. Unternehmen wie Volvo oder VW haben sogar den kompletten Umstieg auf E-Mobilität angekündigt. Doch wie die klassischen Konzerne den Übergang vom Verbrennungsmotor-Fahrzeughersteller zum Anbieter von E-Mobilitätskonzepten bewerkstelligen werden, ist kaum prognostizierbar. Konkret heißt das: In einen Wertpapierportfolio sind die entsprechenden Aktien eher Risikoposten als Hoffnungswerte.  

Viele Themenfonds kommen zu spät

Das dritte Problem ist das Timing: Viele Fonds werden emittiert, wenn das entsprechende Thema gerade besonders angesagt ist. Doch am Aktienmarkt gilt dieselbe Regel wie bei der Mode: Wer auf dem Höhepunkt eines Trends kauft, zahlt zu viel und hat schnell Ladenhüter im Schrank hängen. Sprich: Wenn Themenfonds auf den Markt kommen, haben die betreffenden Aktien nicht selten einen Großteil ihres Kurspotenzials schon ausgeschöpft. Anleger, die ihrem Depot einen besonderen Kick verpassen wollen, erreichen mit Themenfonds deshalb nicht selten das Gegenteil.

Fazit: Anlageberater, die ihren Kunden Themenfonds als Ergänzung zu einem ausgewogenen Gesamtdepot empfehlen wollen, sollten insbesondere die Performance-Historie der Fonds kritisch betrachten. Hier ist der Hinweis, dass vergangene Ergebnisse keine Garantie für zukünftige Entwicklungen sind, sehr wörtlich zu nehmen.

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