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Riester-Rente: Studie zeigt geringe Renditen und hohe Kosten

Die Riesterrente wirft kaum Rendite ab.
Riester

Viele Riester- und Rürup-Rentenversicherungen bringen laut einer neuen Analyse nur geringe Renditen. Trotz staatlicher Förderung machen viele Sparer real Verluste. Gleichzeitig plant die Bundesregierung eine Reform der Riester-Rente.

13.03.2026 | 09:00 Uhr

Studie zur Riester-Rente

Viele Verträge erreichen kaum Rendite Während die Bundesregierung eine Reform der Riester-Rente vorbereitet, fällt die aktuelle Bestandsaufnahme ernüchternd aus. Eine Analyse der Bürgerbewegung Finanzwende e.V. zeigt: Viele staatlich geförderte Rentenversicherungen bringen nur geringe Renditen – teilweise sogar reale Verluste. Untersucht wurden insgesamt 96 Rententarife, darunter 18 Riester- und 78 Rürup-Rentenversicherungen. 

Grundlage waren Produktinformationsblätter aus dem November 2025. Das Ergebnis: Rund zwei Drittel der untersuchten Angebote erreichen über die gesamte Laufzeit nicht einmal eine Rendite von zwei Prozent. Damit schaffen viele Verträge nicht einmal einen Inflationsausgleich. 

Riester-Reform: Bundesregierung verspricht bessere Altersvorsorge 

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellte kürzlich im Bundestag einen Gesetzentwurf zur Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge vor. Ziel sei es, private Vorsorge künftig „kostengünstiger, renditestärker, unbürokratischer, flexibler und transparenter“ zu machen. 

Die Riester-Rente wurde Anfang der 2000er Jahre von der damaligen Bundesregierung unter Gerhard Schröder eingeführt. Arbeitsminister Walter Riester versprach damals höhere Renten durch die neue Zusatzvorsorge. Heute, rund 25 Jahre später, gilt das Modell jedoch für viele Experten als Reformfall. 

Hohe Kosten belasten Riester- und Rürup-Renten 

Ein zentrales Problem der geförderten Altersvorsorge sind laut Studie die hohen Kosten. Im Durchschnitt verbleiben über die Vertragslaufzeit zwischen 35 und 45 Prozent der eingezahlten Beiträge zunächst beim Anbieter – etwa für Abschluss-, Verwaltungs- und Sicherheitskosten. Je höher diese Kosten sind, desto geringer fällt die tatsächliche Rendite für Sparer aus. 

Auch die Finanzaufsicht Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sieht Handlungsbedarf. Versicherungsaufseherin Julia Wiens betonte, Versicherer müssten Produkte mit einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. 

Quelle: Finanzwende
Quelle: Finanzwende

Geringe monatliche Renten trotz langer Laufzeit

Neben der Ansparphase spielt auch die Auszahlungsphase eine wichtige Rolle. Die Studie zeigt, dass die monatlichen Renten aus Riester- und Rürup-Verträgen häufig vergleichsweise niedrig ausfallen. Bei typischen Riester-Verträgen liegt die durchschnittliche Monatsrente laut Analyse bei rund 139 Euro. Rürup-Verträge erreichen im Schnitt etwa 153 Euro pro Monat. Um das eingezahlte Kapital inklusive Inflationsausgleich zurückzuerhalten, müssten Versicherte im Durchschnitt sehr alt werden – etwa 99 Jahre bei Riester-Verträgen und rund 96 Jahre bei Rürup-Renten.

Kritik am geplanten Kostendeckel der Riester-Reform

Die Bundesregierung plant im Rahmen der Riester-Reform einen Kostendeckel von maximal 1,5 Prozent Effektivkosten für neue Standardprodukte. Kritiker halten diesen Wert jedoch für zu hoch. Laut Analyse liegen die durchschnittlichen Effektivkosten vieler Riester-Verträge bereits heute bei rund 1,46 Prozent. Zum Vergleich: Viele ETFs kosten etwa 0,3 Prozent pro Jahr, der staatliche schwedische Pensionsfonds AP7 sogar nur rund 0,1 Prozent.

Forderung nach neuem Standardprodukt für Altersvorsorge

Aus Sicht von Finanzwende löst die geplante Reform zentrale Probleme der Riester-Rente nicht: hohe Kosten und eine komplizierte Produktlandschaft. Die Organisation fordert stattdessen ein einfaches staatlich organisiertes Standardprodukt für die private Altersvorsorge – mit deutlich niedrigeren Gebühren und einfacherem Zugang für Sparer.

Ob die geplante Reform tatsächlich zu einer Verbesserung der Riester-Rente führt, dürfte daher weiterhin intensiv diskutiert werden. (jk)

Hier finden Sie die komplette Studie

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