Der französische Private-Equity-Spezialist Altaroc Partners eröffnet ein Büro in München und nimmt damit den deutschen Markt ins Visier. Das Deutschland- und Österreichgeschäft übernimmt Djamina Grimm, die zuvor unter anderem für Franklin Templeton und die DekaBank tätig war.
04.09.2026 | 07:00 Uhr
Nach dem Markteintritt in der Schweiz und Italien ist Deutschland der nächste Schritt der europäischen Wachstumsstrategie. Die Verantwortung für Deutschland und Österreich übernimmt Djamina Grimm als Country Head Germany & Austria. Grimm verfügt nach Unternehmensangaben über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche. Vor ihrem Wechsel zu Altaroc war sie in leitenden Vertriebs- und Managementpositionen bei Franklin Templeton und der DekaBank tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Family Offices, unabhängigen Vermögensverwaltern und Privatbanken.
Altaroc sieht in Deutschland einen wichtigen Markt für Private Equity. Nach Unternehmensangaben verfügt Deutschland über ein Gesamtnettovermögen von rund 20 Billionen Euro. Ein erheblicher Teil davon liegt weiterhin in Bankeinlagen und traditionellen Anlageformen. Gleichzeitig verändert sich aus Sicht des Private-Equity-Spezialisten die Rolle der Anlageklasse. Im Mittelpunkt stehe zunehmend nicht mehr allein der Zugang zu Private Equity, sondern die Frage, wie sich langfristig robuste und breit diversifizierte Portfolios aufbauen lassen. „Deutschland gehört zu den wichtigsten Wealth-Management-Märkten Europas. Mit der zunehmenden Bedeutung von Private Equity als strategischem Baustein der Asset Allocation verändern sich auch hier die Anforderungen der Investoren“, sagt Maurice Tchenio, Chairman und Co-Founder von Altaroc Partners. Der Markteintritt in Deutschland soll deshalb nicht nur den Vertrieb einzelner Private-Equity-Produkte ausbauen. Altaroc positioniert sich vielmehr als Anbieter von Portfoliolösungen für Anleger, die Private Equity langfristig als Bestandteil ihrer Vermögensallokation einsetzen wollen.
Altaroc wurde 2021 von Maurice Tchenio und Frédéric Stolar gegründet. Tchenio war 1972 an der Gründung von Apax Partners beteiligt, während Stolar am Aufbau von Sagard mitwirkte. In den vergangenen vier Jahren hat Altaroc nach eigenen Angaben mehr als zwei Milliarden Euro eingeworben. Das verwaltete und beratene Vermögen beläuft sich demnach inzwischen auf rund drei Milliarden Euro. Der Investmentansatz basiert auf dem Aufbau diversifizierter Private-Equity-Portfolios und dem Zugang zu spezialisierten Managern. Dafür bietet Altaroc drei unterschiedliche Lösungen an. Altaroc Horizon umfasst jährliche Vintage-Fonds und soll den schrittweisen Aufbau eines langfristigen Private-Equity-Portfolios ermöglichen. Altaroc Global Evergreen ist als semiliquide Secondaries-Lösung konzipiert und soll einen flexibleren Einstieg mit einmaligem Kapitalabruf ermöglichen. Für größere und komplexere Vermögen bietet Altaroc mit Altaroc Infinity individuelle Mandatslösungen an. Investiert wird nach Unternehmensangaben über verschiedene Private-Equity-Manager in Growth- und Buyout-Strategien in Nordamerika, Europa und ausgewählten asiatischen Märkten. Zu den genannten Schwerpunktsektoren gehören B2B-Software, Healthcare, Business Services und Digital Consumer.
Die Portfolios von Altaroc umfassen nach Angaben des Unternehmens inzwischen indirekte Beteiligungen an mehr als 600 Unternehmen. Rund 30 davon befinden sich in Deutschland. Damit setzt Altaroc auf einen sogenannten Multi-Manager-Ansatz. Anstatt das Private-Equity-Engagement auf einzelne Fonds oder Manager zu konzentrieren, soll die Kombination verschiedener spezialisierter Manager eine breitere Diversifikation ermöglichen. Für Family Offices und Wealth Manager ist dies insbesondere vor dem Hintergrund der vergleichsweise hohen Zugangshürden zu Private Equity relevant. Die Auswahl geeigneter Manager, die Diversifikation über Fonds und Jahrgänge sowie die langfristige Kapitalbindung gehören zu den zentralen Herausforderungen der Anlageklasse. „Unser Ziel ist es, institutionelle Investmentmethoden zugänglich und verständlich zu machen und unsere Partner beim langfristigen Aufbau tragfähiger Private-Equity-Allokationen zu begleiten“, erklärt Djamina Grimm. (jk)
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