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Die Hintergründe des Green Bond Booms

Green Bonds sind gefragt wie nie. Das Emissionsvolumen für Anleihen, die zur Finanzierung von Umweltprojekten verwendet werden, ist um fast 50 Prozent gestiegen. Das in Green Bonds investierte Vermögen hat sich nahezu verdoppelt.

18.12.2019 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Grüne Anleihen boomen. Der Markt für die sogenannten Green Bonds ist 2019 geradezu explodiert. Es wurden in diesem Jahr so viele Unternehmens- und Staatsanleihen emittiert wie nie zuvor. Und die Investoren greifen kräftig zu,  Neuemissionen sind oft überzeichnet. Allein im ersten Halbjahr wurden weltweit Green Bonds mit einem Volumen von rund 105 Milliarden Euro emittiert. Dies entspricht einem Wachstum von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Mittlerweile sind mehr als 500 Milliarden Euro in grünen Anleihen angelegt. Das ist ein Rekordwert.

Die Emissionsmaschine läuft auf Hochtouren

In den vergangenen Jahren haben vor allem staatliche Emittenten sowie Finanzunternehmen und Versorger die meisten grünen Anleihen aufgelegt. Staatsanleihen machen derzeit rund ein Viertel des Marktes für grüne Euro-Anleihen aus. Sie sorgten auch 2019 für das meiste Aufsehen am Finanzmarkt. Die Niederlande etwa brachten im Mai die bisher größte Emission grüner Anleihen mit einem Volumen von sechs Milliarden Euro auf den Markt. Frankreich und Irland haben dieses Jahr zum ersten Mal Green Bonds emittiert. Im Jahr 2020 werden wohl weitere Länder folgen. So hat Deutschland eine Emission in Höhe von zehn Milliarden Euro angekündigt. Italien und Schweden sind noch in der Planungsphase. 

Bemerkenswert ist, dass sich der Markt für grüne Anleihen in den vergangenen beiden Jahren nicht nur gemessen an der Zahl der Emittenten und des gestiegenen Volumens verändert hat. Es gibt auch bei der Struktur der Emittenten einen spürbaren Wandel. Seit 2018 kommen mehr Green Bonds von Emittenten aus den Bereichen Industrie, Kommunikation, Technologie und Versicherungsunternehmen auf einen Markt, der sich zunehmend weiter diversifiziert. 

Die Zahl der Green Bond-Fonds steigt

Die Fondsbranche hat den grünen Anleiheboom bereits antizipiert. Die Zahl der Green Bond-Fonds steigt deshalb weiter. Laut einer Untersuchung der Ratingagentur Scope waren Ende Oktober 2019 in Deutschland 29 Green Bond Fonds zum Vertrieb zugelassen, zum Vergleich: Im Oktober 2018 waren es noch 24. Die Emittenten der neuen Fonds in diesem Jahr waren Franklin Templeton, Degroof Petercam AM, Lyxor und Colchester Global Investors. Das aggregierte Fondsvolumen der 29 Fonds beträgt laut Scope knapp 5,8 Milliarden Euro. Das entspricht einer Zunahme von rund 150 Prozent im Vergleich zur Vorjahres-Studie. Der größte Fonds ist mit einem Volumen von fast 1,1 Milliarden Euro der NN (L) Euro Green Bond (ISIN LU1586216068). Er ist der einzige Fonds, der gegenwärtig die Milliarden-Grenze überschreitet.

Die Gefahr für Greenwashing steigt

Den Trend zur grünen Anleihe wollen natürlich auch Emittenten nutzen, die bisher nicht als engagierte Propagandisten ökologischer Ziele aufgefallen waren. Dazu zählt zum Beispiel die Automobilindustrie. Einige Hersteller wollen nun die Umstellung ihrer Produktion auf Elektrofahrzeuge mit Green Bonds finanzieren. Auch auf staatlicher Seite sind neue Mitspieler in den Startlöchern. So plant etwa die polnische Regierung, immer noch eifrige Verteidigerin ihrer Kohle-Industrie, demnächst grüne Anleihen zur Finanzierung staatlicher Projekte aufzulegen. 

Obwohl Skepsis gegenüber solchen Emissionen angebracht ist, werden die Papiere wohl ihre Abnehmer finden. In vorderster Linie der Käufer wird vermutlich die Europäische Zentralbank stehen, die im vergangenen Monat ihr QE-Programm wieder aufgenommen hat. Pro Monat will die Zentralbank Anleihen im Wert von 20 Milliarden Euro kaufen. Zulässig sind in diesem Rahmen nur auf Euro lautende Anleihen. Es ist deshalb anzunehmen, dass auch die Green Bonds, die demnächst – auch von Polen – auf den Markt kommen, auf Eurobasis emittiert werden. 

Eine weitere Gefahr für die Aufweichung der Standrads bei grünen Anleihen ist die Einführung neuer nachhaltiger Bezeichnungen wie „Übergangsanleihen“ (Transition Bonds) oder „ESG-orientierte Anleihen" durch das Europäische Parlament. Dabei handelt es sich um Anleihen von Emittenten, die noch nicht umweltbewusst agieren, aber auf dem Weg dazu sind. Klar definiert sind die Label leider nicht wirklich. Das birgt die Gefahr, dass demnächst „Übergangsanleihen“ auf den Markt kommen von Unternehmen, die sich offiziell viel vornehmen, aber wahrscheinlich niemals ihr Ziel erreichen. 

Fazit: Der Markt ist in Bewegung. Grüne Anleihen sind heute noch ein Nischenmarkt, der aber aufgrund des Drucks der Gesetzgeber schon bald zum Mainstream werden wird. Es bleibt abzuwarten, wie gut die Standards dafür ausgebaut werden und wie Greenwashing in Zukunft verhindert werden kann.

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