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Der langsame Abschied aus den fossilen Investments

Während die Schüler weltweit am Freitag für das Klima die Schule schwänzen, ist die Fondsbranche noch tief in Öl, Kohle und Gas investiert. Doch der Trend scheint sich zu wenden.

15.03.2019 | 11:12 Uhr von «Thomas Gräf»

#FridayforFuture ist der Hashtag, unter dem sich Schüler organisieren, um an Freitagen für einen Wandel in der Klimapolitik zu demonstrieren. Auch wenn FDP-Chef Lindner der Meinung ist, die jungen Menschen sollten die Klimapolitik lieber den Profis überlassen – und sich damit reichlich Häme eingehandelt hat – werden auch an diesem Freitag wieder tausende Schüler die Schule ausfallen lassen, um sich dafür einzusetzen, dass ihre Zukunft in einer lebenswerten Welt stattfindet.

Und in diese zukünftige Welt, das fordern Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten, muss auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe verzichten, um den bereits stattfindenden Klimawandel nicht weiter zu beschleunigen. Dass diese Meinung nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dem schließen sich mittlerweile auch immer mehr Institutionen an, die durch das ihnen anvertraute Kapital weitreichenden Einfluß auf ganze Branchen nehmen können.

Vor kurzem hat der Billionen schwere norwegische Staatsfonds Oljefondet angekündigt, sich aus Öl- und Gasaktien zurückzuziehen. Immerhin 37 Milliarden US$ hält der Oljefondet an Energie-Aktien, davon sollen vorerst rund acht Milliarden abgestoßen werden. Die Gründe sind profan: Die Norweger rechnen damit, dass die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen in naher Zukunft zurückgehen wird und wollen nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden.

Gleichwohl passt diese Entscheidung in einen Trend, der Asset Manager schon seit geraumer Zeit umtreibt: Soll man nur um des kurzfristigen Profits willen in Branchen investieren, die auf lange Sicht die eigene Geschäftsbasis gefährden – weil die volkswirtschaftlichen Folgeschäden des ungehemmten Wachstums so hoch sind, dass sie zukünftige Erträge aufzehren oder gar verhindern?

Nun hat auch der französische Asset Manager BNP Paribas verkündet, Aktien im Wert von einer Milliarde Euro aus der Kohle-Branche zu verkaufen. Die Maßnahme betrifft allerdings nur ein Viertel Prozent des gesamten Portfolios und tritt erst ab 2020 in Kraft. Und sicherlich weiß man in Paris auch um die Wirkung eines gut getimten PR-Coups.

Das Beratungsunternehmen ArabellaAdvisors hat ausgerechnet, dass institutionelle Investoren mit Assets im Wert von 6,24 Billionen US$ angekündigt haben, sich von Anlagen in fossilen Brennstoffen zu trennen. Führend seien dabei die Versicherungen, schreibt ArabellaAdvisors: Diese wollten sich von rund drei Billionen  US$ an Vermögenswerten verabschieden, die ihr Geschäft mit Öl, Gas und Kohle machen.

Das ergibt durchaus Sinn, denn die Versicherungen haben auch einen Großteil der Schäden abzuwickeln, die aus den Folgen des Klimawandels entstehen. Und die werden nicht gerade gering sein: Auf mehr als 23 Billionen US$ schätzt Andrew Howard, Head of Sustainable Research beim Asset Manager Schroders, die Schadenssumme über die nächsten 80 Jahre, falls die Klimaziele aus dem Pariser Abkommen nicht eingehalten werden.

Bis sich die Fondsbranche aus den fossilen Aktien verabschiedet hat, wird es wohl noch eine Weile dauern. Im Schnitt halten die ETF-Emittenten der Billionen-Klasse noch über 10 Prozent ihres Portfolios in Aktien aus der Öl-, Gas- und Kohleindustrie. Bei Vanguard sind es laut Fossile Free Funds über 300 Milliarden US$, BlackRock hält knapp 113 Milliarden und Fidelity 94 Milliarden US$ an Carbon-Aktien. Um diese Werte durch klimaneutrale Aktien zu ersetzen, müssten sämtliche Indizes neu berechnet werden.

Auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr in Kattowitz übergaben 415 Asset Manager, die zusammen rund 32 Billionen US$ an Vermögen beaufsichtigen, einen Brief an die Delegierten, in dem sie den Ausstieg aus der Kohle forderten. Der wirtschaftliche Schaden aus einer Erwärmung der Welt durch ungebremsten CO2-Ausstoß gefährde schlicht und einfach ihr zukünftiges Geschäft. Vielleicht schließen sich ja nun einige der Fondsmanager den protestierenden Schülern an, um sich für eine zügige Umsetzung der Klimaziele aus dem Pariser Vertrag einzusetzen. Ein Hashtag dafür wäre noch frei: #FundsForFuture: Das wartet bei Twitter noch drauf, mit Content befüllt zu werden.

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