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Wo Anleger 2020 noch Geld verdienen können

Aktienmärkte in Europa und den USA präsentieren sich stabil, obwohl Risiken wie Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter ungelöst bleiben. Investoren stellen sich die Frage, ob sie noch auf Aktien setzen können.

25.11.2019 | 14:30 Uhr von «Christian Bayer»

Investiert bleiben

J.P. Morgan Asset Management sieht seit Anfang des Jahres robuste Erträge am Aktienmarkt, die aus Sicht der Experten allerdings lediglich die schwache Performance vom Ende des vergangenen Jahres wettmachen würden. „Während Anleger ein beständiges Interesse an wachstumsstarken und defensiven Titeln zeigen, bleiben zyklischere Investments eher unbeliebt. In diesem Umfeld agieren unsere Portfoliomanager etwas vorsichtiger als sonst“, so Paul Quinsee, Global Head of Equities bei J.P. Morgan Asset Management. Aus Sicht des Aktien-Strategen schneiden die besten Wachstumsunternehmen hinsichtlich Rentabilität und Cashflow bemerkenswert gut ab. Auch eine value-orientierte Titelauswahl, die sich die Divergenz zwischen preiswerten und teuren Aktien zunutze macht, ist aus Quinsees Sicht interessant. „Im Gegensatz zu einigen anderen Anlageklassen bewegen sich die meisten Aktienbewertungen deutlich innerhalb der historischen Normen und die Anleger erhalten für Aktienpositionen immer noch eine reale Kompensation. Insgesamt spricht also vieles dafür, in Aktien investiert zu bleiben“, so das Resümee des Experten.

Wachstumstreiber in den USA

Mit Blick auf die USA befinden sich viele Anleger in einer Zwickmühle. Die wichtigen US-Indizes haben im November neue Höchststände erreicht, andererseits könnte der ungelöste Handelskonflikt mit China zu Gewinnmitnahmen und Rückschlägen am Aktienmarkt führen. Einen optimistischen Blick auf die konjunkturelle Entwicklung in den Vereinigten Staaten hat BlueBay Asset Management. „Bei unseren Treffen mit politischen Entscheidern in den USA sahen wir unsere Auffassung bestätigt, dass sich die US-Wirtschaft weiterhin auf einem Wachstumspfad befindet und die Inflation sich nahe am Ziel der Notenbank Fed bewegt. Diese Situation wird wohl auch in den folgenden Quartalen Bestand haben“, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management. Als Wachstumstreiber in den USA im ersten Halbjahr 2020 sieht der Aktienmarkt-Strategen u. a. die nach wie vor gute Konsumnachfrage und einen robusten Dienstleistungssektor. Das von den Demokraten angestrebte Impeachment-Verfahren gegen Präsident Trump dürfte aus Sicht des Experten spätestens im Februar kommenden Jahres durch die Mehrheit der Republikaner im Senat ein Ende finden. Allerdings beobachtet Dowding auch mögliche Risiken. Anlass für mögliche politische Turbulenzen sieht er im Streit um den Haushalt der USA. Der Überbrückungshaushalt läuft bereits am 20. Dezember aus. Eine mögliche Einigung im Handelsstreit erwartet Dowding im ersten Quartal des kommenden Jahres. Allerdings könnten sich aus seiner Sicht die Märkte vom Ergebnis enttäuscht zeigen.

Defensiv oder zyklisch

NN Investment Partners (NN IP)prognostiziert für 2020 zwei mögliche Szenarien: „Entweder wird sich das Wachstum aufgrund der jüngsten geldpolitischen Lockerungen, eines anhaltenden Rückgangs der politischen Risiken und der Unterstützung durch die Fiskalpolitik moderat verbessern, oder eine Eintrübung des Vertrauens im Privatsektor wird zu einer Rezession führen.“ Aufgrund einer Stabilisierung der Datenlage und der jüngsten politischen Entwicklungen ist die Wahrscheinlichkeit des positiven Szenarios aus Sicht der Investment-Experten gestiegen. NN IP sieht vor allem attraktive Chancen bei europäischen Aktien. Falls sich die Perspektiven für die Konjunktur als unsicher herausstellen würden, könnten Anleger weiter defensive Sektoren wie Versorger oder Güter des Grundbedarfs bevorzugen. Falls sich positive Konjunkturaussichten über eine zunehmende fiskalische Lockerung konkretisieren, würden die bislang vernachlässigten zyklischen Titel ihren Bewertungsabschlag aufholen: „Egal, welchen Weg die europäischen Aktienmärkte einschlagen: Wir gehen davon aus, dass sich der Spread zwischen defensiven und zyklischen Aktien im Jahr 2020 verringern wird, wovon zyklische Aktien in Europa profitieren werden.“

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Quelle: BÖRSE ONLINE

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