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EU-Taxonomie: Eine Weihnachtsgeschichte ohne Happy End

FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf künftige Ereignisse. Im Fokus diesmal: Die Verabschiedung der vorläufigen EU-Taxonomie am Nikolaustag.

09.12.2019 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Am vergangenen Nikolaustag ist ein kleines Wunder geschehen. Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten haben sich auf eine einheitliche Definition für nachhaltige Finanzprodukte geeinigt. Vorläufig jedenfalls. Es ist eine typisch europäische Einigung. Denn die Entscheidung über das Streitthema, an dem die Vereinbarung zu scheitern drohte, wurde einfach verschoben. Gemeint ist die Frage: Was genau ist eigentlich „grün“? Frankreich und Deutschland wollten Atomkraft und Gas als grüne Energie verstanden wissen. Darauf konnte man sich noch nicht einigen. Also hat man das Thema erst einmal vertagt. Bis zur Anwendung der sogenannten EU-Taxonomie im Jahr 2021 oder 2022 ist ja auch noch ein wenig Zeit. 

Dabei hat die Beantwortung der grünen Frage durchaus Relevanz. Denn es wird laut Taxonomie eine Art Ampelsystem für nachhaltige Finanzprodukte geben: „Grün“ leuchtet für uneingeschränkt umweltfreundliche Investitionen. Darunter flackern zwei gelbe Lämpchen: „Transition“ für Bereiche, die im Vergleich zu ihrer Branche und zur gesamten Industrie niedrigere Treibhausgasemissionen freisetzen und „Enabling“ für Tätigkeiten, die anderen Marktteilnehmern ermöglichen, ihre Emissionen zu senken oder deren Wirtschaftsaktivitäten zu ersetzen. Wer demnächst als gebrandmarkter Umweltsünder eine rote Laterne vor sich herträgt, braucht eigentlich nicht mehr zu hoffen, noch einen Blumentopf am Kapitalmarkt zu gewinnen. 

Das Ziel lautet: Alles auf „grün“. Denn es spielt es natürlich eine wesentliche Rolle, in welcher Farbe Atommüll strahlt. Es geht hier um Milliardengewinne.

Vermutlich ist es kein Zufall, dass die Einigung, die eigentlich keine ist, am Nikolaustag gefunden wurde. Denn der Nikolaus ist ja auch so ein Grenzfall, dessen klare Definition bis heute aussteht. Sieht er nicht dem Weihnachtsmann verblüffend ähnlich? Sind die Beiden etwa Doppelgänger, Klone, Brüder oder sogar derselbe Mann? 

Angefangen hat es einmal damit, dass die Figur des Heiligen Nikolaus Ende des vorvergangenen Jahrtausends jeweils am 6. Dezember als heiliger Gabenspender durch das Byzantinische Reich zog, bezugnehmend auf den gütigen Bischof Nikolaus von Myra, der wahrscheinlich irgendwann im 4. Jahrhundert lebte. Etwa 400 Jahre später ließen die Holländer ihn als Sinterklaas auf einem Schimmel jeweils am 5. Dezember Geschenke austragen. Die holländischen Auswanderer brachten ihn dann im 17. Jahrhundert mit in die USA, wo er als Santa Claus Karriere machte und seit 1920 für eine größere Limonadenfirma in der Vorweihnachtszeit mit einem roten Wagen Getränke ausfährt. Erst Ende des neunzehnten Jahrhunderts erfanden die Christen in Europa den Weihnachtsmann für das neu entdeckte Familienfest „Weihnachten“ am 24. Dezember. Und so kam Nikolaus/Sinterclaas/Santa Claus als Weihnachtsmann zu einem weiteren interessanten Job, der ihn, seinen Gesellen Knecht Ruprecht, den Zwarte Piet – also den schwarzen Peter – sowie seine zahlreichen Rentiere und natürlich den alten Schimmel für vier Wochen auf Trab hält. 

Eigentlich hätte man in den vergangenen Jahrzehnten da mal für Klarheit sorgen können. Aber manchmal geht die Frage nach dem Warum und Wieso einfach auf dem Weg verloren. Das ist – wie das Beispiel Nikolaus zeigt – offensichtlich Teil unserer Kultur. Und so kann es durchaus passieren, dass in ein oder zwei Jahren eine EU-Taxonomie in Kraft tritt, die genau regelt, wie grüne Investitionen gefördert werden sollen. Und die die Frage, was „grün“ ist, nicht abschließend beantwortet. Aber wer weiß: Vielleicht sorgt ja schon in wenigen Monaten der Osterhase für mehr Klarheit.  

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Am Dienstag ist in Madrid Bescherung. Das spanische Finanzministerium versteigert an diesem Tag neue drei- und neunmonatige Staatsanleihen. Die zuletzt erzielten Renditen lagen für Anleger bei minus 0,6 beziehungsweise minus 0,49 Prozent. Man hat sich daran gewöhnt. Wie gesagt: Es liegt offensichtlich in unserer Kultur, irgendwann nicht mehr nach dem Sinn zu fragen.

Am Mittwoch gewährt die US-Notenbank einen Blick in ihre Glaskugel. Dann nämlich veröffentlicht die Federal Reserve ihre Erwartung für die Inflation und das Wirtschaftswachstum der USA für die nächsten zwei Jahre. Daran geknüpft, werden auch Zinsprognosen der einzelnen Mitglieder des Boards bekanntgegeben.

Am Donnerstag verkündet die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsentscheidung. Zudem wird der Einlagenzins für Liquiditätsüberschüsse der Kreditinstitute bekanntgegeben. Es wird nicht erwartet, dass die EZB an der Zinsschraube drehen wird. Doch wer weiß? Im Monat Dezember geschehen manchmal Zeichen und Wunder.

Am Freitag veröffentlicht das US Census Bureau die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in den USA für den Monat November. Es ist ein erster Gefühlstest und Frühindikator für die spannendste Statistik des Jahres: die Einzelhandelsumsätze für den Monat Dezember. Denn erst, wenn Santa Claus seinen roten Truck in die große Garage gefahren hat, wird man wissen, ob sich das Jahr für den Einzelhandel gelohnt hat.

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