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Nachranganleihen, Dividendenfonds und ein Blick in die Zukunft

FundResearch blickt auf die letzte Woche zurück und gibt einen Ausblick auf wichtige kommende Ereignisse. Diesmal im Fokus: unsere Investmentkonferenz am Tegernsee.

15.07.2019 | 07:38 Uhr von «Matthias von Arnim»

Rückblick auf die vergangene Woche

Das Ereignis der Woche war aus Sicht der Redaktion die Investment-Konferenz der FondsConsult am Tegernsee. Am Donnerstag und Freitag trafen sich in exklusivem Rahmen Asset Manager, Finanzberater und Vermögensverwalter, um Vorträgen von Top-Experten verschiedener Fondsgesellschaften zu folgen und auch selbst mitzudiskutieren. FundReserach berichtete am Freitag bereits über die Vorträge vom Donnerstag.

Am Freitag folgte Teil II der Konferenz:

Zunächst eröffnete Ralph Gasser von GAM Investments den Tag mit einem interessanten Vortrag über die Vorteile von Nachranganleihen. Die auch „ewige Anleihen“ genannten Papiere gelten als Eigenkapital, denn sie können zwangsgewandelt werden. Diese Option macht es interessant für Unternehmen, Nachranganleihen auszugeben. Im Gegenzug müssen sie einen höheren Kupon bieten als klassische Anleihen. Das wiederum macht die Papiere interessant für Anleger. Die Ausfallwahrscheinlichkeit sei jedoch dieselbe, erklärt Ralph Gasser. „Als Anleger hat man also das identische Kredit- und Zinsänderungsrisiko, man bekommt zum Teil aber die siebenfache Rendite“, erklärt Gasser, der das auch mit einem aktuellen Beispiel dokumentiert. Es sei zudem eine günstige Anlageklasse. Europa sei noch einmal günstiger als USA. Denn in den USA seien die Kernkapitalquoten im Vergleich zu Europa niedrig, so der Anleiheexperte. Gasser erklärt, dass der Fonds GAM Star Credit Opportunities mit seinem besonderen Rendite-Risikoprofil geeignet ist, ein ausgewogenes Anleger-Portfolio gut zu ergänzen. Das Fondsmanagement kauft im Primärmarkt und handelt während der Laufzeiten der Anleihen so wenig wie möglich. Dabei ist der Fonds zu 80 Prozent in Nachranganleihen von Finanzinstituten investiert.

Nick Clay von BNY Mellon IM erklärte im anschließenden Vortrag, warum Disziplin bei Dividendenfonds den Unterschied macht. Nick Clay steht für das Haus Newton unter dem Dach von BNY Mellon. Er ist international mehrfach ausgezeichneter Spezialist für Dividenden mit Sitz in London. Zunächst stellt Clay prägnant die Weltlage dar und sagt: Es gibt kaum noch Wachstum auf der Welt. Da stelle er sich schon einige Fragen, zum Beispiel: „Wie können wir noch Rendite mit Portfolios schaffen? Wie kann man clever handeln, wenn es cleverer ist, nichts zu tun? Was also kann man tun?“ Seine Antwort darauf: Auch unter Druck muss man Disziplin bewahren. Dass es demnächst Rückschläge an der Börse geben werde, sei zwangsläufig zu erwarten. Zehn Jahre billiges Geld durch die Zentralbanken bedeuteten schließlich eine massive Fehlallokation. Man müsse jederzeit mit Auswirkungen dieser Entwicklung rechnen und danach seine Strategie ausrichten. „Investieren bedeutet, dass man eben nicht weiß, was kommt. Man muss dabei bleiben. Denn wir wissen nicht mehr als andere“, so Clay. Für Anleger auf der Suche nach Papiere mit attraktiven Dividenden seien Growth-Aktien übrigens genau die falschen Aktien, erklärt Clay. Es sei die unattraktivste Gruppe, die am wenigsten ausschütte.

Wie findet man jedoch die interessantesten Aktien? Clays Antwort: Man müsse auf die Korrelation zwischen Ausschüttungen und Inflation achten und antizyklisch handeln. So habe der Newton Global Equity Income Composite Fonds beispielsweise Microsoft-Aktien verkauft, als alle „in Love“ mit Microsoft waren.

Zum Ausklang des Tages am Tegernsee gibt Professor Dr. Isabell M. Welpe mit ihrem Vortrag „Das nächste Kapitel von Strategie und Organisation: Digital, Disruptiv und Dezentral“ einen Ausblick auf die nächste technische Revolution, die auch Einfluss auf die Personalstrategie von Unternehmen hat. Welpe steigt hart in das Thema ein: Dürfen sich Unternehmen an ihren Erfolgen erfreuen? Ja. Dürfen sich darauf ausruhen? Nein. Das zeige schon eine eindeutige Statistik: 89 Prozent der Unternehmen, die 1955 in der der Liste der Fortune 500 standen, sind heute dort nicht mehr zu finden. Die Erkenntnis: Wer sich nicht schnell genug anpasst, verschwindet.

Gerade die aktuelle Entwicklung erfordere von Unternehmenslenkern scharfes Umdenken. Denn in der Wirtschaft spielten Produkt mittlerweile eine geringere Rolle als die Verarbeitung und der Verkauf von Informationen. In der „alten“ Welt, so Welpe, gab es noch lineares Wachstum, heute gebe es eine exponentielle Entwicklung. Das lasse sich auch an den Aktienkursen ablesen: So habe etwa Airbnb, ein Unternehmen ohne physische Besitzgüter, heute eine dreimal so hohe Bewertung wie die Hilton-Kette mit ihren zahlreichen Hotels. Marktführer mit international bekannten Plattformen erzielten asymetrisch hohe Einnahmen. Welpes Ausblick: Dinge, die digitalisierbar sind, werden eine exponentielle Entwicklung nehmen. „Und es ist unheimlich viel digitalisierbar, sogar Maschinen oder Menschen“, so Welpe, die einige Beispiele von Unternehmen nennt, die völlig neue Wirtschaftsmodelle anbieten.

Die Frage, die sich da stelle: Welche wertvolle Firma muss noch erfunden werden? Darauf gebe es natürlich noch keine Antwort, doch eines sei sicher: Man benötige dafür unabhängiges Denken. Man müsse gegen den Strom schwimmen können. Es sei letztlich der einzige Weg, auf Dauer Wettbewerbsvorteile zu erlangen und zu behalten. Das wiederum habe einen wesentlichen Einfluss auf die Personalpolitik eines Unternehmens, das erfolgreich sein will: „Man muss den Mut haben, erfolgreiches eigenes Geschäft anzugreifen. Um eine Monokultur zu vermeiden, die nur Nabelschau aufs eigene Unternehmen betreibt, um eigene Pfründen zu sichern, muss man Leute einstellen, die auch anders denken“, erklärt Welpe.

Das stelle in der Folge auch für die Personalabteilungen eine Herausforderung dar. Schließlich brauche es auch moderne Vergütungsmodelle, die eine Antwort darauf geben müssten, wie Kreativität bezahlt werden sollte. Das Problem dabei: „Kreativität entsteht im Chaos, nicht in der Ordnung“, so Welpe.

Ausblick auf die wichtigsten Termine in dieser Woche

Heute, am Montag, werden in China Zahlen zur Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen sowie das BIP im zweiten Quartal veröffentlicht. Experten erwarten eine moderate, aber stabil wachsende Volkswirtschaft, da die chinesische Regierung derzeit sehr vorsichtig agiert.

Am Dienstag werden Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen in den USA veröffentlicht. Die Ergebnisse sind insofern interessant, weil der Konsum die wichtigste Konjunkturgröße der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten ist. Die Aussichten sind gut: Der Arbeitsmarkt ist robust, die Löhne steigen und die Zinskosten sinken. Läuft also. Entsprechend hoch sind die Erwartungen und das Enttäuschungspotenzial. Wie hart die US-Industrie vom globalen Handelskonflikt getroffen wird, wird die Statistik zur Industrieproduktion offenbaren, die ebenfalls am Dienstag veröffentlicht wird.

Am Dienstag und Mittwoch wird sich zeigen, wie es um den US- Wohnimmobilienmarkt steht. Einen Vorgeschmack gibt der NAHB-Index am Dienstag. Am Mittwoch gibt es die Daten zur Anzahl der Neubaubeginne und den Neubaugenehmigungen.

Am Donnerstag wird es in Großbritannien spannend. Zum einen gibt die RICS Immobilienpreisbilanz, die vom Royal Institution of Chartered Surveyors veröffentlicht wird, einen Eindruck davon, wie es um die Wohnkosten und den Immobilienmarkt in Großbritannien bestellt ist. Die Stimmung ist, vornehm gesagt, derzeit ziemlich schlecht. Um die Mittagszeit äußert sich Mark Carney, Präsident der Bank of England, zur Wirtschaft und zur weiteren Zinspolitik der BoE. Kann sein, dass sich die Stimmung dann aufhellt. Muss aber nicht.

Am Freitag werden in China gleich eine ganze Reihe von Statistiken veröffentlicht, unter anderem aktuelle Zahlen zur Handelsbilanz und zur Kreditvergabe im Reich der Mitte. Derzeit sinken die Importe schneller als die Exporte.

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