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ifo: Deutsche Wirtschaft schöpft neue Hoffnung

Die Konjunktur in Deutschland hellt sich auf.
Konjunktur

Der ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 85,6 Punkte gestiegen. Volkswirte von DekaBank und Union Investment sehen Anzeichen einer Stabilisierung, warnen aber vor zu viel Optimismus.

24.06.2026 | 09:55 Uhr

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni weiter aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 85,6 Punkte und signalisiert damit eine leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Perspektiven. Volkswirte sehen darin ein weiteres Indiz für eine Stabilisierung der Konjunktur, mahnen jedoch zugleich zur Vorsicht.

Nach Einschätzung von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, fällt die Stimmungsverbesserung bislang noch verhalten aus. Die Unsicherheit rund um die Entwicklungen im Nahen Osten habe den Umfragezeitraum geprägt und eine stärkere Aufhellung der Erwartungen verhindert.

Hoffnung auf stabile Rahmenbedingungen

Kater verweist darauf, dass Unternehmen trotz der weiterhin schwierigen Lage im Persischen Golf auf stabile wirtschaftliche Bedingungen in der Region hoffen. Sollte sich die Situation weiter entspannen, könnte die deutsche Wirtschaft konjunkturell wieder an die Entwicklung anknüpfen, die vor dem Ausbruch des Konflikts im Februar unterbrochen wurde.

Darüber hinaus sieht der DekaBank-Chefvolkswirt Potenzial für eine weitere Verbesserung der Stimmung durch strukturelle Reformen. Nachhaltige Veränderungen in den sozialen Sicherungssystemen könnten aus seiner Sicht das Vertrauen der Unternehmen stärken und die Chancen auf einen länger erwarteten wirtschaftlichen Aufschwung erhöhen.

Entspannung im Iran-Konflikt wirkt stützend

Auch Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft bei Union Investment, bewertet den Anstieg des ifo-Index positiv. Die erwartete Stimmungsaufhellung für die deutsche Wirtschaft zeichne sich zunehmend ab.

Als wichtigen Faktor nennt Herzum die Aussicht auf eine Entspannung im Iran-Konflikt. Insbesondere die Hoffnung auf eine rasche Normalisierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus habe zur verbesserten Stimmung beigetragen. Die erzielte Grundsatzeinigung zwischen den USA und dem Iran habe die Sorgen über steigende Energiepreise und mögliche Versorgungsengpässe reduziert.

Dadurch gewinne die Wirtschaft an Planungssicherheit – ein wichtiger Faktor für Investitions- und Produktionsentscheidungen.

Industrie könnte von sinkender Unsicherheit profitieren

Für die deutsche Industrie sieht Herzum die Chance auf eine schrittweise Erholung der Produktion. In Teilen der Industrie seien die Auftragsbücher bereits gut gefüllt. Bislang hätten jedoch Unsicherheit, schwache Nachfrage und schwankende Energiepreise viele Unternehmen davon abgehalten, ihre Produktion auszuweiten.

Mit einer robusten Weltwirtschaft sowie zusätzlichen Impulsen durch Infrastruktur- und Verteidigungsinvestitionen könnten sich die Rahmenbedingungen nun verbessern.

Hoffnungssignal statt Befreiungsschlag

Trotz des Anstiegs des ifo-Geschäftsklimaindex sehen die Volkswirte noch keinen durchgreifenden Konjunkturaufschwung. Der jüngste Anstieg gilt vielmehr als Zeichen einer allmählichen Stabilisierung und als Hoffnungssignal für die deutsche Wirtschaft.

Ob daraus in den kommenden Quartalen eine nachhaltige Erholung entsteht, dürfte maßgeblich von der weiteren geopolitischen Entwicklung, der Energiepreisentwicklung sowie den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen abhängen. (jk)

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