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„Wir haben als Investor eine moralische Pflicht, der Index nicht"

Die Triodos Bank ist Europas führende Nachhaltigkeitsbank.Seit 1980 folgen die Niederländer einer klaren Mission: Geld so einzusetzen, um Gutes in der Welt zu bewirken. FundResearch sprach mit Jacco Minnaar, Vorstandschef von Triodos Investment Management, über die EU-Taxonomie, Impact Investing und warum Ausschlusskriterien der falsche Weg sind.

23.09.2020 | 13:00 Uhr von «Jörn Kränicke»

Was unterscheidet Triodos Investment Management von anderen Asset Managern?

Jacco Minnaar: Seit der Gründung von Triodos Investment Management vor 30 Jahren steckt in unserer DNA das Verlangen, die Welt zum Besseren zu verändern. Anders als die meisten Asset Manager, die sich mit nachhaltigen Investments beschäftigen, sind wir ein 100-prozentiger Impact Investor. Das heißt, dass jeder von uns investierte Euro Gutes bewirken soll. Wir sprechen hier von sozial-ökologischer Rendite, und einem Mehrwert für Umwelt und Mensch, den unsere Kredite und Investments erzeugen. Insgesamt haben unsere Kredite und Investments eine positive Wirkung auf das Klima und die Gesellschaft gehabt.

Durch die COVID-19-Pandemie scheint das Thema Nachhaltigkeit etwas in den Hintergrund gedrückt worden zu sein. Spüren Sie das auch?

Nein, eher das Gegenteil ist der Fall. Durch Corona denken die Menschen viel mehrdarüber nach, wie sie auf nachhaltige und gerechte Art und Weise aus der Krise hervorgehen können. Sie sind reflektierter geworden. Das sieht man auch daran, dass es im ersten Halbjahr2020[1] weltweit bereits 21 Milliarden Euro Nettomittelzuflüsse in Nachhaltige Fonds gab. Hingegen verloren herkömmliche Fonds deutlich an Mitteln. Hier kann man schon von einer klaren Wende hin zu nachhaltiger Geldanlage sprechen. Das erkennt man auch daran, dass die meisten neu auf den Markt kommenden Fonds ESG-konform gemanagt werden.

Es gibt aber auch immer mehr nachhaltige ETFs. Ist dies nicht eine gute Alternative zu aktiven Fonds?

Das Segment wächst in der Tat stark. Es kann sicherlich ein erster Schritt sein. Allerdings ist dort nicht immer das drin, was draufsteht. Wir haben als Investor eine moralische Pflicht, der Index nicht.  Übliche Nachhaltigkeitsansätze, wie einfache ESG-Ausschlusskriterien oder Best-in-Class-Verfahren, bringen nicht viel. Oft werden einfach nur die schlechtesten Unternehmen aussortiert. Daher sind dann immer noch Titel aus kritischen Sektoren wie Atomkraft, Rüstung oder fossilen Energien enthalten, weil die Unternehmen im Branchenvergleich relativ wenig schädlich sind.

Was macht Triodos Investment Management bei seinen Fonds anders?

Wir hingegen versuchen die besten Unternehmen hinsichtlich der Nachhaltigkeit und auch finanziellen Performance auszuwählen. Also die Unternehmen, die eine messbare positive Wirkung im Bereich der Pariser Klimaziele und den Nachhaltigkeitszielen der UN (SDGs) haben und die klar ökologische und soziale Herausforderungen angehen und Lösungen für ökologisch-soziale Probleme bieten. Die Produkte entwickeln und anbieten, die Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen von Mensch und Umwelt bieten. Nur von solchen Anlagestrategien geht eine positive Wirkung aus und sie kommen dem zunehmenden Wunsch vieler Anleger nach, die in wirklich nachhaltige Investmentfonds investieren und mit ihrem Geld eben nicht auch von gewissen Branchen profitieren möchten, die Einäugige unter den Blinden sind. 

Aus welchen Bereichen stammen die Titel, in die Triodos investiert?

Wir haben sieben Themenbereiche selektiert, in den die Unternehmen tätig sein müssen. Das sind: Nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft, erneuerbare Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Mobilität und Infrastruktur, nachhaltige Innovationen, wohlhabende und gesunde Menschen, sowie soziale Teilhabe und Ermächtigung.

Welche Rolle spielen dabei für sie Schwellenländer?

Triodos ist seit den 1990er Jahren in den Schwellenländern tätig. Dort gibt es die Chance viele Schritte zu überspringen. Für uns spielen in Schwellenändern etwa erneuerbare Energien eine große Rolle. Sie spielen auch eine entscheidende Rolle bei den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG's).

Kommt mit der EU-Taxonomie die lang ersehnte Transparenz für nachhaltige Anlagen?

Die EU-Taxonomie ist ein erster und wichtiger Schritt zur Vermeidung von Greenwashing und zur Schaffung der lang ersehnten Markttransparenz. Um Kunden über den Impact also die Wirkung der Fonds zu informieren werden außerdem Reportings benötigt, die Transparenz und Vergleichbarkeit schaffen  und das Ziel der Fonds deutlich machen. Denn bislang steht noch bei viele im Fokus, nur einen möglichst kleinen negativen Fußabdruck zu hinterlassen und nicht durch gezielte Investitionen einen möglichst positiven Beitrag zu den UN- SDGs zu leisten und damit Lösungen für ökologische und soziale Probleme zu bieten.

Wie nachhaltig ist Triodos Investment Management als Unternehmen selbst?

Selbstverständlich streben wir als Unternehmen danach, möglichst klimaneutral zu agieren. Bei allem was wir tun, achten wir auf einen kleinstmöglichen CO2-Fussabruck. In Bereichen, in welchen der CO2-Ausstoß unvermeidbar ist, wie z.B. bei Dienstreisen, wird er von uns kompensiert. Aber das ist nur die eine Seite.  Viel wichtiger ist es, was wir als Unternehmen mit unserem Kerngeschäft bewirken – indem wir Unternehmen finanzieren , die eine positive Wirkung auf Mensch und Umwelt haben.

Ausgewählte Triodos Fonds:


Fondsname WKN ldf. Jahr 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
Triodos Euro Bond Impact Fund R A0RJ24 1,54% -0,53% 4,61% 6,34%
Triodos Global Equities Impact Fund R A0RJ28 -2,06% 2,84% 23,79% 32,94%
Triodos Impact Mixed Fund - Neutral R A1C1Y4 -0,01% 1,32% 12,92% 17,46%
Triodos Pioneer Impact Fund R A0RJ3B 2,54% 9,36% 25,94% 35,90%

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