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„Technology for good“

Richard Clode managt erfolgreich den Janus Henderson Sustainable Technology Fund

TiAM FundResearch sprach mit Richard Clode, Fondsmanager des 2021 aufgelegten Janus Henderson Sustainable Technology Fund, über seine Strategie, nur in nachhaltige Technologieunternehmen zu investieren

05.09.2022 | 12:15 Uhr von «Peter Gewalt»

TFR: Herr Clode, Janus Henderson hat eine ganze Reihe erfolgreicher Technologieaktienfonds wie etwa den Janus Henderson Horizon Technology Leaders Fund. Warum kommt mit dem Janus Horizon Sustainable Future Technologies Fund, der im vergangenen August aufgelegt wurde, ein weiterer Technologieaktienfonds dazu?

Richard Clode: Die Nachfrage nach einem nachhaltigen Technologiefonds gemäß Artikel-9 wächst gerade bei großen institutionellen Investoren. Janus Henderson konnte aber dazu bisher kein passendes Produkt anbieten. Gleichzeitig hatten wir als Technologie-Team den Wunsch, in diese Richtung etwas Neues zu entwickeln. Wir wollten aber nicht einfach noch einen weiteren Clean-Energy-Technologie-Fonds oder E-Mobility-Fonds auf den Markt bringen. Denn diese Fonds konzentrieren sich unserer Meinung nach auf ein viel zu kleines Universum an Titeln. Dass das sehr risikoreich ist, da die Gefahr einer Überbewertung gegeben ist, zeigt der Kursabsturz der Aktien aus diesen Segmenten in den vergangenen Monaten. Daher wählten wir einen stärker diversifizierten, weniger riskanten und dafür aussichtsreicheren Ansatz.

TiAM: Wie sieht dieser aus?

Einfach gesagt, soll der Horizon Sustainable Future Technologies Fund ein „Technologie for good“- Portfolio sein. Anders ausgedrückt: Der Ansatz des Fonds ist es, sich auf all diejenigen Unternehmen konzentrieren, die Technologielösungen mit positiven Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft anbieten und sich somit an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) der Vereinten Nationen orientieren. Und der Fonds soll natürlich langfristig attraktive Renditen für Anleger erzielen. Insgesamt haben wir hier ein Universum von 700 Technologie-Titeln zur Auswahl, aus denen wir die 50 attraktivsten herausfiltern, die unseren Kriterien entsprechen

TiAM: Wie gehen Sie bei der Auswahl der Titel vor?

Wir starten mit einem Negativ-Screening von Technologieunternehmen, um diejenigen Unternehmen zu vermeiden, deren Waren oder Dienstleistungen schädliche Auswirkungen auf Umwelt oder Gesellschaft haben. Dieses Screening schließt aber gerade einmal 50-60 Unternehmen von unserer Gesamtauswahl aus. Wichtiger ist das darauffolgende Positiv-Screening.

TiAM: Weshalb?

Hier fokussieren uns darauf, welchen Zweck die Unternehmen verfolgen. Sind dies nachhaltige Technologiethemen, die Lösungen für wichtige globale ökologische und soziale Herausforderungen bieten, oder nicht. Zu den acht von uns ausgewählten Themen zählen Ressourcen- & Produktivitätsoptimierung, kohlenstoffarme Infrastruktur, Klimaschutz, Datensicherheit, nachhaltiger Transport, intelligente Städte, Digitale Demokratisierung und Technologie im Gesundheitssektor. Wenn 50 Prozent des Umsatzes des jeweiligen Unternehmens eines der Themen abdeckt, dann kommt der Wert für unser Portfolio in Frage.

TiAM: Wie bekommen Sie die Daten, um das zu beurteilen?

Da es keinen Anbieter dafür gibt, übernehmen wir diese Datenanalyse selbst. Unser Vorteil ist, dass wir ein sehr erfahrenes Technologie-Team mit Sitz in Großbritannien haben, das den Sektor genau kennt, und ohnehin die Bilanzzahlen wälzen muss.

TiAM: Welche der acht Hauptthemen dominieren aktuell das Portfolio?

Das sind einerseits Titel aus dem Sektor Ressourcen- & Produktivitätsoptimierung. Hier spielen Software-Automatisierung sowie Lieferketteneffizienz, sowie die Reduzierung des Verbrauchs von Rohstoffen und Wasser etwa in Gebäuden eine große Rolle. Da spielen Unternehmen wie Zebra Technologies, Impinge Solutions und Microsoft eine große Rolle.

TiAM: Und zweitens…

… sind es Technologieunternehmen, die für eine kohlenstoffarme Infrastruktur sorgen. Dazu zählen etwa die Chips von Infineon, die die Energieübertragung effizienter machen. Aber auch Schaltnetzteile und Gleichstromlüfter vom taiwanesischen Anbieter Delta Electronics, die ebenfalls für mehr Effizienz bei Energietransfers sorgen und so C02 sparen.

TiAM: Wie schlagen sich nachhaltige Technologieaktien im aktuellen Umfeld?

Wir sind der Überzeugung, dass in einer unsicheren Welt wie wir sie aktuell erleben gerade diese Art von Technologie-Werten einen sehr großen Schutz bieten. Denn sie profitieren angesichts der Energie-, Ressourcen- und Digitalisierungsproblematik in vielen Staaten immer stärker von staatlicher Regulierung und hohen Subventionen. Schließlich wollen die Regierungen, dass der Verbrauch von Ressourcen, Energie und Produktivität optimiert wird und die Digitalisierung voranschreitet.

TiAM: Welche Folgen hat die Inflation?

Der Status Quo verhindert in der Regel die schnelle Akzeptanz von technologischen Veränderungen. Die Inflation wirkt da wie als Katalysator für die Implementierung neuer Technologie. Denn wenn man plötzliche 50 oder 100 Prozent mehr für Produkte und Dienstleistungen zahlen muss, dann sucht man Einsparungspotenzial mittels Software-, Industrie- und digitaler Automatisierung. Inflation treibt den Trend somit an und lässt die Gewinne der nachhaltigen Tech-Unternehmen stetig steigen. So dürfte das Gewinnwachstum der Unternehmen in unserem langfristig im Schnitt zwischen 15 und 20 Prozent im Jahr liegen.

TiAM: Wie hoch ist der Anteil von FAANG-Aktien (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google) im Portfolio?

Null Prozent, da keines der Unternehmen die vorhin besprochene 50-Prozent-Umsatzhürde für die acht ausgewählten nachhaltigen Themen schafft. Von den großen Tech- Giganten spielt eigentlich nur Microsoft als Anbieter nützlicher Lernsoftware und Förderer von kohlenstoffarmer Infrastruktur eine große Rolle in unserem Fonds.

TiAM: Wie viele Unternehmen haben Sie in ihrem Fonds

Wir haben rund 50 Aktien im Portfolio, einzelne Werte haben zwischen einem und fünf Prozent Anteil. Wir streben eine niedrige Umschlagshäufigkeit an und wollen die Titel sehr lange im Portfolio halten. Einer der Top-Werte ist Telus, der auch ganz gut unsere Investmentphilosophie widerspiegelt. Der kanadische Telekomunternehmen ist auch ein Health-Tech- und ein Agritech-Konzern. So versorgt Telus Landwirte mit wichtigen Daten, um den Anbau und Produktion von Lebensmitteln zu verbessern. Das beste dabei: Telus wird immer noch, wie ein Telekomunternehmen und nicht wie Technologiekonzern bewertet.

TiAM: Wann verkaufen Sie die Titel wieder?

Es gibt aber drei Verkaufsgründe. Erstens, wenn sich der Investment Case etwa im Bezug auf die 50-Prozent-Umsatzregel sich geändert hat, zweitens wenn das Unternehmen die ESG-Minimumstandards verletzt, und drittens die Bewertungen zu hoch werden. Denn wie gesagt, wir achten nicht nur auf die Nachhaltigkeit, sondern auch auf eine attraktive Bewertung der Titel.

TiAM: Wie sind die Titel in ihrem Portfolio bewertet?

Als wir den Fondsaufgelegt haben, hatten wir ein durchschnittliches KGV von 28, das inzwischen auch auf Grund der Börsenschwäche auf 20 gesunken ist. Diese für die Technologie-Branche sehr niedrige Bewertung hat aber sehr geholfen, dass der Fonds im Vergleich zum breiten Technologiemarkt in den vergangenen Monaten weitaus besser abgeschnitten hat.

Zur Person

Richard Clode ist Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors – eine Position, die er seit seinem Eintritt bei Henderson im Jahr 2014 innehat. Er ist verantwortlich für das Co-Management der Strategien Global Technology Leaders und Sustainable Future Technologies. Vor seinem Eintritt bei Henderson hatte er Positionen bei Gartmore, Moore Capital und Pioneer Investments als Analyst für Technologiewerte in Schwellenländern inne. Er begann seine Karriere 2003 im Technologiesektor als Portfoliomanager bei Herald Investment Management. Sein Studium an der Universität Oxford schloss er mit einem First Class Honours Degree ab.

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