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„Der Klimawandel stellt ein hohes ökonomisches Risiko dar“

Adrie Heinsbroek, Chief Sustainability Officer bei NN IP: „Der Klimawandel stellt ein hohes ökonomisches Risiko dar“

Adrie Heinsbroek, Chief Sustainability Officer bei NN IP, spricht im TiAM-FundResearch-Interview über die ökonomischen Risiken des Klimawandels, wie wichtig der Dialog mit den Unternehmen ist und warum jeder sein Geld nachhaltig anlegen sollte.

11.05.2022 | 12:15 Uhr von «Jörn Kränicke»

TiAM Fundresearch: Herr Heinsbroek, nachhaltig zu investieren ist das Gebot
der Zeit. Warum sollte jeder sein Geld nachhaltig anlegen?


Ardie Heinsbroek:
Weil sich Anleger heutzutage immer verdeutlichen müssen wie sich Umweltveränderungen auf Investitionen auswirken. Denn der Klimawandel betrifft alle Ökosysteme. Das sind neben der Umwelt auch die Gesellschaft, Wirtschaft oder das Business. Es beeinflusst die Infrastruktur oder den Hausbau. Die Landwirtschaft verändert sich in vielen Bereichen. In den Niederlanden kann man inzwischen Weintrauben anbauen und Wein keltern. Daher kann man heutzutage keine Ablageentscheidung mehr treffen, ohne die möglichen Auswirkungen der globalen Erwärmung zu berücksichtigen.

TiAM: Ist die Notwendigkeit, nachhaltig zu wirtschaften, inzwischen auch bei allen Unternehmen angekommen oder müssen Sie oftmals Nachhilfe geben?

Heinsbroek: Dazu habe ich eine kleine Anekdote. 2018 war ich in Polen auf einer Energie- und Minenkonferenz. Niemals zuvor waren dort ESG-Investoren anwesend. Die Unternehmen dachten, wir wollten sie dazu bewegen, ihre Geschäftsmodelle zu ändern. Das ist jedoch etwas, was Investoren niemals tun sollten. Wir verdeutlichten ihnen, dass ihr Risiko auch unser Risiko ist und ihre Chancen unsere Chancen sind. Deshalb haben wir ihnen dargelegt, dass der Klimawandel ein hohes ökonomisches Risiko darstellt und wir dies mit ihnen diskutieren wollen. Aber nicht ihnen Ratschläge gaben, wie sie dies Problem bewältigen könnten. Wir wollten nur sicher gehen, dass sie das Problem ernst nehmen und selbst Lösungen finden.

TiAM: Und die Unternehmen waren daraufhin kooperativ?

Heinsbroek: In der Tat. Daraufhin entwickelte sich ein Gespräch, wie können wir helfen, wie können wir zusammenarbeiten und wie soll man am besten kommunizieren. Daran sieht man, wie wichtig es ist, mit den Unternehmen zu reden, damit die richtigen Schritte unternommen werden. Und wir wollen sicher sein, dass dies passiert, denn wir finanzieren ja das Ganze.

TiAM: Haben sie schon zählbare Ergebnisse erreicht?

Heinsbroek: Die haben wir erreicht. Im Vergleich zur Benchmark emittieren die Unternehmen, in die wir investieren, 47 Prozent weniger CO2. Beim Wasserverbrauch sind es 33 Prozent und beim Müll sogar 82 Prozent. Inzwischen werden 37 Prozent unserer Assets im Einklang mit unserem Ziel verwaltet, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Selbstverständlich arbeiten wir daran, den Anteil beständig zu steigern.
Ein essentieller Faktor dabei ist auch, mit
den Unternehmen im Gespräch zu sein,
um die Pariser Klimaziele zu erreichen und den Wandel durch aktive Beteiligung vorantreiben.

TiAM: Und wie bewegen Sie die restlichen 63 Prozent der Unternehmen, klimaneutral zu werden?


Heinsbroek:
Indem wir Anreize für Unternehmen schaffen, in die wir investieren, um den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu fördern. Ein essentieller Faktor ist jedoch auch, den Wandel durch aktive Beteiligung vorantreiben.

TiAM: Das heißt?

Heinsbroek: Zum einen stehen wir mit vielen Unternehmen im Dialog hinsichtlich ihrer Klimastrategie. Zudem nutzen wir auch unsere Stimmrechte auf den Hauptver­sammlungen. Zuletzt unterstützte NN IP 96 Prozent der klimarelevanten Aktionärs­anträge. Denn „Global Warming is Global Warning.“ Es gibt viele Unternehmen, deren Geschäftsmodelle teilweise vom Klima­wandel bedroht sind. Solche Problemfelder besprechen wir dezidiert mit den Unter­nehmen und überlegen zusammen, wie
man dies ändern und entschärfen kann. Denn es gibt keine schnellen und einfachen Lösungen. Es ist einfach ein komplexes Problem.

Zur Person:

Adrie Heinsbroek begann 2017 als Principal Responsible Invest­ment bei NN IP. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Nachhaltigkeit und ESG-Integration. Bevor er zu NN IP kam, war er Head of Sustainability bei der ING Bank in ­Belgien. Er hat einen M.Sc-Abschluss in Sozialanthropologie und Entwicklungssoziologie.

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