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Union Investment hat Bundeswehr-Kasernen im Visier

Firmensitz von Union Investment
Immobilien

Union Investment Real Estate zeigt laut einem Bloomberg-Interview Interesse an Bundeswehr-Kasernen und sozialer Infrastruktur. Bei Rechenzentren bleibt der Immobilienmanager wegen der unsicheren Perspektiven zurückhaltend. Büroimmobilien hält das Unternehmen dagegen weiterhin für attraktiv.

19.08.2026 | 07:00 Uhr

Union Investment Real Estate richtet den Blick auf neue Immobilienchancen. Der Immobilienmanager kann sich künftig Investments in Bundeswehr-Kasernen vorstellen. Nach Angaben von Michael Bütter, Chef von Union Investment Real Estate, wurden bereits erste Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geführt. „In Bundeswehr-Kasernen haben wir noch nicht investiert, können uns das aber sehr gut vorstellen und finden das Thema sehr interessant“, sagte Bütter im Gespräch mit Bloomberg. Staatliche Mieter seien bonitätsstark. Zudem könne Union Investment mit solchen Investitionen einen Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands leisten. 

Soziale Infrastruktur im Fokus 

Neben militärischen Immobilien interessiert sich Union Investment laut dem Bloomberg-Interview auch für soziale Infrastruktur. Ärztehäuser, Schulen und Krankenhäuser seien bereits als Beimischung in Fonds enthalten. Laut Bütter könnte sich das Unternehmen zudem einen eigenen Fonds für soziale Infrastruktur vorstellen. Zurückhaltender ist der Immobilienmanager dagegen bei Rechenzentren. Trotz des durch künstliche Intelligenz getriebenen Booms sei deren langfristige Wertentwicklung schwer vorherzusagen. Zudem seien geeignete Folgemieter nach dem Auszug eines Data-Center-Nutzers nicht leicht zu finden. 

Büroimmobilien bleiben gefragt 

Büroimmobilien hält Bütter trotz Homeoffice-Trend weiterhin für eine interessante Anlageklasse. Zwar würden Unternehmen häufig kleinere Flächen anmieten, diese müssten dafür hochwertiger und flexibler sein. Büros in Toplagen seien weiterhin gefragt. Bei Union Investment machen Büroimmobilien laut Bütter rund 60 Prozent des Immobilienbestands aus. Den Anteil habe das Unternehmen zuletzt nur geringfügig reduziert. Umnutzungen, etwa in Hotels, seien bei einzelnen Objekten möglich. Ein Allheilmittel für den Büromarkt seien sie jedoch nicht, da Umbauten kostenintensiv und technisch aufwendig seien. 

Union Investment kauft wieder Immobilien 

Union Investment Real Estate verwaltet rund 48 Milliarden Euro. Nach hohen Abflüssen aus offenen Publikumsfonds in den Jahren 2024 und 2025 sieht Bütter laut dem Bloomberg-Interview inzwischen Anzeichen für eine Stabilisierung. Erstmals seit rund drei Jahren habe Union Investment vor wenigen Wochen wieder ein Objekt für einen offenen Immobilien-Publikumsfonds für Privatanleger gekauft. Weitere Zukäufe seien möglich. Dabei will der Immobilienmanager vorsichtig vorgehen. Bütter sieht insbesondere kleinere Objekte zwischen 70 und 130 Millionen Euro als interessant an. In dieser Größenklasse gebe es bereits wieder einen Markt, und die Immobilien könnten bei Bedarf schneller verkauft werden. Für Bütter ist die Krise der vergangenen Jahre eine wichtige Lehre: „Zu jeder Zeit verkaufsfähig zu sein“ müsse bei künftigen Immobilieninvestments eine zentrale Rolle spielen.

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