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Fondsmanagerin des Jahres-Kandidatin Foit: „Gute Arbeit spricht nicht immer automatisch für sich“

Cornelia Foit
Auszeichnung

Am 23. Oktober zeichnet das Frauenfinanzmagazin Courage die „Fondsmanagerin des Jahres 2026“ aus. Als eine der acht Nominierten spricht Cornelia Foit (Bantleon) im Interview über die Bedeutung von Sichtbarkeit, den Einfluss eines prägenden Mentors und warum gute Ergebnisse allein nicht immer ausreichen.

14.10.2026 | 14:00 Uhr von «Courage Redaktion»

Cornelia Foit ist Senior Portfoliomanagerin Aktien bei Bantleon und arbeitet seit vielen Jahren mit einem klaren, disziplinierten Investmentansatz. Als Lead-Managerin verantwortet sie den Bantleon Top 35 Aktien, den sie seit 2014 begleitet. Bei der Auswahl von Unternehmen verbindet sie quantitative Kriterien mit Fundamentalanalyse und Markttechnik. Besonders achtet sie auf Gewinnwachstum, Finanzkraft und Bewertung. Auffällig ist auch ihre eher unaufgeregte Art: In Interviews sagt sie selbst, dass sie lieber über Ergebnisse überzeugt als über große Selbstdarstellung. Einen wichtigen Anteil an ihrer Karriere schreibt sie einem Mentor zu, der ihr früh Verantwortung zugetraut hat.

Sie haben einmal gesagt: „Ich habe lieber durch Ergebnisse überzeugt.“ Ist das gerade für Frauen in der Finanzbranche manchmal ein Problem, weil gute Arbeit allein nicht immer sichtbar wird?

Cornelia Foit: Ja, das kann durchaus eine Herausforderung sein. Gute Arbeit spricht nicht immer automatisch für sich – man muss ihr manchmal auch eine Stimme geben. Gerade Frauen neigen aus meiner Erfahrung häufiger dazu, sehr gut vorbereitet sein zu wollen und darauf zu vertrauen, dass Leistung gesehen und entsprechend honoriert wird. Das ist grundsätzlich eine Stärke, aber im beruflichen Umfeld reicht es eben nicht immer aus.

Ich selbst bin lange den Weg gegangen, lieber durch Ergebnisse als durch Lautstärke zu überzeugen. Das würde ich auch heute nicht grundsätzlich anders machen, denn Substanz, Verlässlichkeit und eine gute Performance sind für mich im Asset Management entscheidend. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass Sichtbarkeit dazugehört. Man muss die eigene Meinung vertreten, Verantwortung übernehmen und auch deutlich machen, welchen Beitrag man geleistet hat.

Mein Rat an jüngere Frauen wäre deshalb: Bleibt euch treu, aber wartet nicht darauf, dass andere eure Leistung entdecken. Gute Arbeit und Sichtbarkeit sind kein Widerspruch. Man kann selbstbewusst auftreten, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Entscheidend ist, dass hinter dem Auftreten auch Substanz steht.

Ein Mentor hat früh Fähigkeiten in Ihnen erkannt und Ihnen Verantwortung übertragen. Glauben Sie, dass Ihre Karriere ohne diesen Menschen anders verlaufen wäre?

Ja, wahrscheinlich wäre mein Weg anders verlaufen. Mein Mentor hat Potenzial in mir gesehen, bevor ich es selbst erkannt habe, und mir früh Verantwortung zugetraut. Diese Chance war für meine Entwicklung sehr wichtig.

Sie kamen ursprünglich aus dem Risk Management. Schaut man deshalb bis heute zuerst auf das, was schiefgehen könnte?

Das Risk Management hat meinen Blick sicherlich geprägt. Ich schaue aber nicht zuerst darauf, was schiefgehen könnte, sondern darauf, ob Chancen und Risiken in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Risiken gehören zum Investieren dazu – entscheidend ist, sie zu verstehen, bewusst einzugehen und jederzeit im Blick zu behalten.

Eine hohe Dividendenrendite sieht attraktiv aus. Wann wird sie für Sie zum Warnsignal?

Eine hohe Dividendenrendite ist nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal. Zum Warnsignal wird sie für mich, wenn sie vor allem durch einen stark gefallenen Aktienkurs entsteht oder die Ausschüttung nicht nachhaltig verdient ist. Entscheidend ist deshalb immer der Blick hinter die Zahl: Wie stabil sind Geschäftsmodell, Cashflows und Bilanz?

Was muss passieren, damit Sie eine Aktie verkaufen, an die Sie lange geglaubt haben?

Wenn sich die fundamentalen Voraussetzungen verändern, die ursprünglich für die Aktie gesprochen haben, muss man konsequent sein. Entscheidend ist, die eigene Überzeugung immer wieder kritisch zu hinterfragen. An einer Aktie festzuhalten, nur weil man lange an sie geglaubt hat, ist für mich keine Anlagestrategie.

Gab es in Ihrer Karriere eine Entscheidung, bei der Sie im Nachhinein froh waren, gegen die Mehrheitsmeinung gegangen zu sein?

Ja, solche Situationen gab es immer wieder. Im Portfoliomanagement gehört es dazu, eine eigene Überzeugung zu entwickeln und diese auch gegen die Mehrheitsmeinung zu vertreten. Besonders zufrieden bin ich, wenn sich eine Entscheidung auszahlt, die auf gründlichem Research und einer klaren Analyse basiert – und nicht darauf, dem Markt hinterherzulaufen.

Welche Börsenweisheit haben Sie im Laufe Ihrer Karriere komplett über Bord geworfen?

„Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“ klingt so einfach – in der Realität ist es deutlich komplexer. Ich habe gelernt, dass man jede Position immer wieder neu beurteilen muss. Manchmal ist Geduld richtig, manchmal Konsequenz. An der Börse funktionieren einfache Regeln eben selten in jeder Situation.


Cornelia Foit ist eine von acht Nominierten für die Goldmarie 2026 in der Kategorie „Fondsmanagerin des Jahres“. Die weiteren Kandidatinnen stellen wir Ihnen in den kommenden zwei Wochen vor. Die Gewinnerin wird am 23. Oktober 2026 bei der ersten Night of Finance in München von Courage und TiAM ausgezeichnet.

Bisher erschienen sind Interviews mit folgenden Nominierten :

Jennifer Nerlich von Allianz Global Investors „KI ist für uns eher die nächste Evolutionsstufe als eine Revolution“

Verena Diehl von Union Investment: „Richtig gute Firmen sind für gute und schlechte Zeiten gewappnet“

Rosanna Burcheri von Fidelity International: „Disziplin ist entscheidend, weil sie dafürsorgt, dass man ehrlich zu sich selbst bleibt“


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