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Makrofonds: Investmententscheidungen anhand konjunktureller Daten - die Chancen

Konjunktur, Notenbanken, Politik, aber auch Pandemien wirken auf die Märkte ein. Makrofonds-Manager analysieren die Einflussgrößen und positionieren sich entsprechend.

16.11.2020 | 10:00 Uhr von «Jörg Billina»

Der erneute bundesweite Lockdown zwingt zur Anpassung von Prognosen: Die Landesbank Baden-Württemberg rechnet im laufenden Jahr für Deutschland nicht mehr mit einem Minus von sechs, sondern von 6,5 Prozent. Nicht auszuschließen, dass auch die Vorhersagen für die Weltwirtschaft nach unten korrigiert werden müssen. Noch geht der Internationale Währungsfonds von einer Zunahme der globalen wirtschaftlichen Gesamtleistung von 5,4 Prozent für das kommende Jahr aus. Doch was ist, wenn die erhoffte Erholung auf Vorkrisenniveau länger dauert? Welche Aktienmärkte beziehungsweise welche Branchen sind dann besonders anfällig für Rückschläge? Und wo bieten sich Chancen?

Die Manager von Makrofonds versuchen anhand konjunktureller Daten, darauf eine Antwort zu finden. Zu den relevanten Parametern zählen neben dem Bruttoinlandsprodukt auch Inflationserwartungen, Arbeitslosenraten oder das Konsumentenvertrauen. Auch geopolitische Entwicklungen werden verfolgt und bewertet, um ein möglichst umfassendes Lagebild - das Big Picture - zu gewinnen. Die im Zuge dieses Top-down-Ansatzes gewonnenen Schlussfolgerungen werden dann in konkrete Investmententscheidungen umgesetzt.

Alexander Kapfers Analysen fallen (trotz Covid-19) optimistisch aus. "2021 verspricht ein gutes Börsenjahr zu werden", sagt der Manager des SQUAD Makro (WKN: A1C SXC). Die Konsequenzen des erneuten Lockdowns in Europa für die Weltwirtschaft hält er für gering. "Die globalen Wachstumstreiber sind weiterhin die USA und China, davon profitiert Europa." Insbesondere im Reich der Mitte nehme die Wirtschaft wieder Fahrt auf. Und sollten die US-Konjunktur beziehungsweise der US-Aktienmarkt Schwäche zeigen, werde seiner Meinung nach die US-Notenbank kräftig gegensteuern.

Inflation schadet Growth-Aktien

"Fällt der S & P 500 zehn Prozent, dann läuten in Washington und bei der Fed die Alarmglocken. Darauf können sich Anleger verlassen", erklärt Kapfer. Auch die Europäische Zentralbank werde nicht untätig bleiben, sollten die Risiken für die Konjunktur weiter zunehmen. "Sie lassen keine Krise langsam ausbrennen. Wenn sie es doch täten, würde meine Prognose für die Aktienmärkte wesentlich skeptischer ausfallen."

Milliardenschwere Stabilisierungspakete plus massive monetäre Lockerung sollten Kapfers Meinung nach jedoch zu einem Anstieg der Inflation führen, auf den die Notenbanken aber erst einmal nicht mit einer Erhöhung der kurzfristigen Zinsen reagieren werden. Ein inflationsbedingter Anstieg der langfristigen Zinsen jedoch schmälere die Aussichten für viele hoch bewertete Growth-Aktien insbesondere aus dem Technologiebereich, denn "das reduziert den Barwert der künftigen Gewinne", so Kapfer.

In den vergangenen Monaten hat er daher begonnen, den Anteil an "unfassbar günstigen" Value-Werten in seinem Fonds zu erhöhen. Zu diesen zählt er unter anderem US-Finanztitel und europäische Aktien von Unternehmen der Old Economy wie BASF. Auch das Pharmaunternehmen Novartis reiht Kapfer unter Value ein. Der Aktienkurs hat seit Jahresanfang 22 Prozent verloren. An einigen weiterhin aussichtsreichen Growth-Titeln wie etwa Amazon hält Kapfer dennoch fest.
Die Investmentrichtlinien des Fonds erlauben es, auch in Anleihen zu investieren. Aktuell finden sich im Portfolio aber aufgrund des "unattraktiven Chance-Risiko-Profils" keine Bonds. Sollte jedoch die Teuerungsrate steigen, will Kapfer den Kauf von inflationsgeschützten Anleihen nicht ausschließen. Im laufenden Jahr liegt der Fonds mit rund zehn Prozent zurück, auf Sicht von zehn Jahren bringt er es auf ein Plus von 86 Prozent.

Der von der Schweizer Gesellschaft Bellevue Asset Management aufgelegte BB Global Macro (WKN: A1C W3N) ist dagegen kontinuierlich in Zinspapieren investiert. Gute Chancen sieht Manager Lucio Soso aktuell bei Hochzinsanleihen, die von Unternehmen aus den Schwellenländern in US-Dollar emittiert werden. Staatsanleihen aus den Industriestaaten sind netto mit 15 Prozent gewichtet. Sowohl im Renten- als auch im Aktienbereich kann der Manager auf fallende Kurse setzen. Aktuell beträgt die Netto-Aktienquote 32 Prozent. Gute Chancen im Aktienbereich sieht er derzeit vor allem bei Unternehmen, die im Nasdaq Biotech Index gelistet sind. Auf den Sektor entfallen sechs Prozent der Mittel. Insgesamt sind US-Werte im Vergleich zur Benchmark jedoch untergewichtet. "Sie erscheinen uns zu teuer, europäische Aktien sind dagegen wesentlich günstiger bewertet", sagt Soso.

Um die jeweilige Mittelverteilung auf Anlageklassen, Länder sowie die Gewichtung von Branchen zu ermitteln, zieht Soso sowohl monetäre als auch technische und zyklische Indikatoren heran. Gestützt auf die Analyseergebnisse entwickelt er verschiedene Szenarien. Das seiner Meinung nach wahrscheinlichste Szenario- Eintrittswahrscheinlichkeit 60 Prozent - auf Sicht von drei bis sechs Monaten ist das einer U-förmigen Erholung in den USA. Auch für den DAX ist Soso optimistisch. Dem Leitindex traut er 2021 ein Plus von 15 Prozent zu. Der Fonds eignet sich vor allem für Anleger, die Schwankungen nur schlecht ertragen können. Auf Sicht von zehn Jahren erzielte er ein Plus von knapp 30 Prozent bei einer Volatilität von gerade mal sechs Prozent.

Vier Regionen, vier Phasen

Der über vier Milliarden Dollar schwere JP Morgan Global Macro Opportunities Fund konzentriert seine Makroanalysen auf die USA, Europa, China und auf den Raum Asien-Pazifik. Das Managementteam um Shenrick Shah nutzt die Komponenten Wachstum, Inflation, Liquidität und Stimmung, um Klarheit darüber zu gewinnen, in welcher Phase eines Konjunkturzyklus sich jede Region befindet: Expansion, Abschwächung, Abschwung oder Erholung. Jede dieser Phasen kann durch politische Entscheidungen wie Steuersenkungen oder Handelshemmnisse, aber auch durch Schocks wie Corona positiv oder negativ beeinflusst werden. Ziel ist es, die sich aus den jeweiligen Phasen ergebenden Renditepotenziale zu nutzen beziehungsweise die jeweiligen Risiken zu reduzieren. Um flexibel reagieren zu können, investiert das Management neben Aktien und Anleihen auch in Derivate und Währungen.

Die Einschätzung für Europa fällt überwiegend negativ aus, die Region erlebe derzeit einen deflationären Schock. Auch die US-Ökonomie ist getroffen, doch beispiellose Stimuli verfehlten nicht ihre Wirkung, schreiben die Manager in einem Kommentar. Im asiatisch-pazifischen Raum sieht das Management sogar eine "Schrumpfung auf breiter Basis". In China dagegen sei eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Dynamik zu erkennen. Die sich daraus ergebende Positionierung lässt vorsichtigen Optimismus erkennen. Aktuell beträgt der Aktienanteil 58 Prozent, auf Anleihen entfallen 17 Prozent. Auf Sicherheit wird nicht verzichtet. Knapp acht Prozent der Mittel sind in Gold investiert.

Dieser Artikel erschien zuerst am 14.11.2020 auf boerse-online.de

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