Aktive Fondsmanager stehen seit Jahren unter dem Druck passiver Indexfonds. Zahlreiche Studien zeigen, dass viele aktive Manager ihre Benchmark langfristig nicht schlagen. Doch genau an diesem Punkt setzt der Human Intelligence Fonds an: Er investiert nicht in beliebige Fondsmanager, sondern versucht, die überzeugendsten Einzelideen der erfolgreichsten aktiven Investoren systematisch zu bündeln.
07.07.2026 | 15:00 Uhr von «Jörn Kränicke»
Frank Termathe ist Senior Portfolio-Manager und CIO der Greiff capital management AG. Er ist der verantwortliche Manager des Human Intelligence Fonds. Seine Karriere begann 1982 bei der Volksbank in Bocholt. 1992 managte er seinen ersten Fonds bei der BfG Bank. Als Leiter der Vermögensverwaltung bei der Westfalenbank AG in Bochum und der Fondsvermögensverwaltung der BHF Bank AG in Frankfurt verantwortete er die Kapitalmarktstrategie und Fondsselektion. Er managte auch die Navigator-Dachfonds der Frankfurt Trust. 2010 wechselte er zur Rhein Asset Management S.A., wo er den Aufbau als Managing Partner prägte. Unterstützt wird Termathe von Volker Schilling. Er ist Gründer und Vorstand der Greiff capital management AG. Vor seiner Zeit bei Greiff war er Vorstand der Performance AG in Mannheim, die er 1994 gegründet und bis zu seinem Ausscheiden 2004 geführt hat. In der Zeit von 1992 bis 1994 war er für die Deutsche Bank AG in München tätig.
Das Konzept des Human Intelligence Fonds basiert auf einer einfachen Überlegung: Selbst sehr erfolgreiche Fonds erzielen einen Großteil ihres Mehrwerts häufig nur mit wenigen herausragenden Aktienpositionen, die sie zudem sehr stark übergewichten. Diese Outperformance dieser Titel beträgt laut Schilling 2,5 bis 4,8 Prozent pro Jahr. Anstatt in diese Fonds selbst zu investieren, selektieren Termathe und Schilling die aussichtsreichsten Titel ausgewählter Spitzenmanager und bündelt sie in einem konzentrierten Portfolio.
Grundlage hierfür ist eine seit 2012 entwickelte Analyse der Greiff AG, bei der rund 10.000 Fonds anhand ihrer Aktivität, ihres nachhaltigen Alpha-Beitrags, der anhand der Information Ratio und des Tracking Errors ermittelt wird, und ihrer Konstanz über verschiedene Zeiträume (3, 5 und 10 Jahre) untersucht werden. „Wir wollen die Fondsmanager finden, die in der Lage sind, dauerhaft ein Alpha zu generieren“, sagt Schilling. Aus diesem Universum wurden aktuell 125 besonders erfolgreiche Alpha-Manager identifiziert, deren größte High Conviction Titel anschließend in eine Aktien-Shortlist einfließen. „Denn wir wollen die Aktien haben, die besonders stark gewichtet werden, und zwar je stärker und häufiger Fondsmanager sie zu seinem Vergleichsindex übergewichten“, so Schilling. Über ein Scoring-Modell entstehen daraus letztlich 30 bis 40 Einzeltitel, die das Portfolio bilden. Die Zusammensetzung wird kontinuierlich überwacht und monatlich angepasst. Daher kann es laut Schilling durchaus vorkommen, dass der Fonds alle drei Monate ein völlig anderes Gesicht zeigt. „Wir waren im Januar und Februar fast ein halber Energiefonds mit vielen Ölaktien (8 Titel). Im Herbst 2025 waren unter den Top 10 Fonds acht Gold- und Silberminen im Portfolio. Termathe und Schilling haben einen triftigen Grund, nur so wenige Titel in den Fonds aufzunehmen. „Unsere Studien haben ergeben, dass Fondsmanager, die auf konzentrierte Portfolios von 30 bis 40 Aktien setzen, eine höhere Wahrscheinlichkeit für Outperformance haben als Fonds, die sehr breit diversifiziert sind“, so Schilling.
Die zehn größten Positionen umfassen unter anderem Nvidia, IBM, Dell Technologies, Capstone Copper, Morgan Stanley, RobinHood, Goldman Sachs, SoftBank sowie Truelieve Cannabis. Rund 43 Prozent des Portfolios stammen aus den USA, knapp 16 Prozent aus Kanada. Die Cashquote war zuletzt mit gut 14 Prozent recht hoch. Typischerweise werden alle Titel im Fonds gleichgewichtet.
Derzeit hat der Fonds einen deutlichen Schwerpunkt bei Technologieunternehmen, die rund 32,5 Prozent des Portfolios ausmachen. Ergänzt wird dies durch Engagements in den Bereichen Energie, Grundstoffe und Finanzdienstleistungen. Die Kombination aus etablierten Large Caps und mittelgroßen Wachstumswerten soll sowohl Stabilität als auch Renditepotenzial bieten. Der Ansatz verbindet damit quantitative Analyse mit aktivem Portfoliomanagement und verzichtet bewusst auf klassische Benchmark-Nähe.
Seit Jahresbeginn 2026 legte der Fonds um 21 Prozent zu. 46 Prozent legte er in den vergangenen zwölf Monaten zu. In den vergangenen drei Jahren waren es 105 Prozent. Seit 2022 erzielte der Fonds eine absolute Wertentwicklung von rund 126 Prozent und damit einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem MSCI World Index. Das ausgewiesene Alpha gegenüber dem Vergleichsindex liegt bei etwa 68 Prozent. Auch der Blick auf die Kalenderjahre zeigt eine bislang überzeugende Entwicklung. Während das Jahr 2022 trotz schwierigen Marktumfelds deutlich besser als die Vergleichsindizes verlief, konnten insbesondere 2023, 2024 und 2025 zweistellige Renditen erzielt werden.
Interessant ist dabei der Blick auf die Risikokennzahlen. Die Volatilität liegt zwar etwa einen Prozentpunkt über der des MSCI World, gleichzeitig weist der Fonds jedoch mit 1,52 eine deutlich höhere Sharpe Ratio sowie eine deutlich höhere Sortino Ratio von 3,14 auf. Das spricht dafür, dass die bislang erzielten Mehrerträge im Verhältnis zum eingegangenen Risiko attraktiv waren. Der Tracking Error betrug 12,16.
Mit einem Beta von lediglich 0,75 reagierte der Fonds in den vergangenen drei Jahren zudem weniger stark auf allgemeine Marktschwankungen als der MSCI World. Die vergleichsweise niedrige Korrelation von 0,62 deutet darauf hin, dass die Strategie sehr gute Korrelationseigenschaften aufweist.
Der Human Intelligence Fonds verfolgt einen ungewöhnlichen und spannenden Investmentansatz. Statt selbst den gesamten Aktienmarkt zu analysieren, nutzt er die besten Ideen ausgewählter Spitzenmanager als Basis für sein Portfolio. In dieser Form ist der Ansatz einzigartig und sorgt für gute Korrelationseigenschaften und gibt dem Fonds regelmäßig ein anderes Gesicht, indem er meist auf die aktuellen Trends setzt. Die bisherige Performance ist dadurch extrem gut.


Fondsdaten
| Fondsname | Human Intelligence R |
|---|---|
| Assetklasse: | Aktien Welt |
| Fondsvolumen | 1,4 Mrd. Euro |
| TER: | 1,75% |
| Agio | 3,00% |
| Perf. Fee | 10% der positiven Perf. (Hurdle Rate 10% mit HWM) |
| WKN (R) | A3CNF5 |
| ISIN (R) | DE000A3CNF56 |
| Auflagedatum: | 02.08.2021 |
| Perf. laufendes Jahr | 17,80% |
| 1 Jahr | 42,00% |
| 3 Jahre | 101,20% |
| Vola 3 Jahre | 12,90% |
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