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L&G lanciert ETF für afrikanische Staatsanleihen

Lee Collins, Head of Fixed Income bei L&G
Anleihefonds

Afrikanische Staatsanleihen bieten Anlegern hohe Kreditrisikoprämien – weisen zugleich aber strukturelle Besonderheiten auf. Der neue L&G LSF African Government Bond (USD) UCITS ETF macht diesen Markt erstmals in Europa über ein börsengehandeltes Produkt zugänglich. Er basiert auf dem iBoxx LSF USD African Sovereigns Index.

25.08.2026 | 13:00 Uhr von «Jörn Kränicke»

Afrikanische Staatsanleihen rücken zunehmend in den Fokus internationaler Anleger. Nachdem die Märkte für afrikanische Emittenten 2025 wieder stärker geöffnet waren, nahmen Staaten des Kontinents rund 20 Milliarden US-Dollar am internationalen Kapitalmarkt auf – nach etwa 15 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Gleichzeitig bleibt der Markt im Vergleich zu anderen Schwellenländerregionen klein und von hohen Risikoprämien geprägt. Genau hier setzt der iBoxx LSF USD African Sovereigns Index an. Der von S&P Dow Jones Indices gemeinsam mit der Liquidity and Sustainability Facility (LSF) entwickelte Index startete im Juni 2024 und bildet die Wertentwicklung auf US-Dollar lautender Staatsanleihen afrikanischer Länder ab, die für das LSF-Repo-Programm zugelassen sind. Der Index umfasst aktuell 13 Länder und konzentriert sich damit auf den wesentlichen Teil des liquiden, benchmarkfähigen Universums. Kleinere beziehungsweise besonders problematische Emittenten werden ausgeschlossen. Dadurch soll eine vergleichbar liquide und investierbare Auswahl afrikanischer Staatsanleihen entstehen. 

Deutlicher Spread-Aufschlag gegenüber anderen Schwellenländern 

Eine aktuelle Analyse von S&P Dow Jones Indices zeigt, wie besonders das Risikoprofil afrikanischer Staatsanleihen ist. Ende Januar 2026 lag der Spread des iBoxx LSF African Sovereigns Index bei 346 Basispunkten. Zum Vergleich: Der entsprechende Wert für lateinamerikanische Schwellenländer lag bei 191 Basispunkten, für die asiatisch-pazifischen Emerging Markets bei lediglich 77 Basispunkten. Der Renditeaufschlag lässt sich dabei nicht allein mit den schlechteren Bonitätsnoten erklären. Selbst innerhalb derselben Ratingklassen weisen afrikanische Emittenten deutlich höhere Spreads auf. Bei B-gerateten Staaten lag der durchschnittliche Spread des LSF-Universums Anfang 2026 bei 417 Basispunkten. Vergleichbare B-Ratings in Lateinamerika kamen auf 264 Basispunkte, in der Asien-Pazifik-Region auf 269 Basispunkte. Bei CCC-gerateten Emittenten wird der Unterschied noch größer: Hier erreichte der durchschnittliche Spread im LSF-Index 1.046 Basispunkte gegenüber 488 Basispunkten bei lateinamerikanischen Vergleichswerten. Als mögliche Ursachen nennt S&P DJI unter anderem die geringere Sekundärmarktliquidität, eine schmalere Investorenbasis sowie zusätzliche Risikoaufschläge für politische und Governance-Risiken. Für Anleger bedeutet dies zweierlei: Die hohen Spreads können eine attraktive Kreditrisikoprämie bieten – zugleich spiegeln sie reale strukturelle Risiken wider. Die aktuelle Verzinsung liegt bei knapp acht Prozent. Und in den vergangenen drei Jahren hätte der Index eine jährliche Rendite von mehr als 13 Prozent erzielet. 

High Yield statt Investment Grade 

Die Kehrseite der höheren Spreads ist die geringe Diversifikation über verschiedene Bonitätsklassen. Das LSF-Universum bewegt sich praktisch vollständig im High-Yield- und Distressed-Segment. Rund 54 Prozent des Index entfallen auf B-geratete Emittenten, die übrigen 46 Prozent teilen sich auf BB- und CCC-geratete Staaten auf. Investment-Grade-Anleihen fehlen dagegen vollständig. Damit unterscheidet sich der Index deutlich von breiter aufgestellten Emerging-Markets-Indizes. Während beispielsweise Lateinamerika von Investment-Grade-Emittenten bis hin zu hochriskanten Staaten reicht, konzentriert sich das afrikanische LSF-Universum auf einen wesentlich engeren Bereich des Kreditmarktes. Für Anleger erhöht dies die Bedeutung einzelner Länderereignisse. Politische Entwicklungen, fiskalische Probleme oder Veränderungen der Schuldentragfähigkeit können sich stärker auf die Indexentwicklung auswirken. Der Index bietet daher zwar eine Diversifikation über mehrere afrikanische Staaten, aber keine breite Diversifikation über das gesamte Spektrum der Bonitätsklassen. 

ETF eröffnet europäischen Anlegern Zugang 

Mit dem L&G LSF African Government Bond (USD) UCITS ETF wird dieser bislang schwer zugängliche Markt nun über ein börsengehandeltes Anlageinstrument erschlossen. Der ETF bildet die Wertentwicklung des iBoxx LSF USD African Sovereigns Index ab und investiert damit in auf US-Dollar lautende festverzinsliche Wertpapiere und Nullkupon-Anleihen afrikanischer Staaten. L&G will damit Anlegern eine gezieltere Allokation innerhalb von Schwellenländeranleihen ermöglichen. Gleichzeitig soll der ETF zur Vertiefung der Liquidität an den afrikanischen Staatsanleihemärkten beitragen. Eine Besonderheit der Auflegung ist die Beteiligung des britischen Außenministeriums. Im Rahmen des MOBILIST-Programms stellt die britische Regierung ein Erstinvestment bereit. Nach Angaben von L&G ist es das erste Mal, dass das Ministerium ein Initialinvestment in einen ETF vornimmt. Hinter dem Produkt steht die Liquidity and Sustainability Facility, die darauf abzielt, die Liquidität afrikanischer Staats- und Unternehmensanleihen zu verbessern und die Finanzierungskosten afrikanischer Staaten zu senken. Der neue ETF soll damit nicht nur einen neuen Zugang für Investoren schaffen, sondern zugleich einen Beitrag zur Weiterentwicklung der afrikanischen Kapitalmärkte leisten. „Wir freuen uns, den L&G LSF African Government Bond ETF auf den Markt zu bringen, den ersten seiner Art in Europa. L&G ist für seine Expertise beim Management von Schwellenländeranleihen bekannt. Mit diesem Launch erweitern wir unsere Produktpalette in dieser Anlageklasse weiter und bieten Anlegern solide Renditen und zusätzliche Diversifikation, weil die Region in vielen globalen Portfolios unterrepräsentiert ist“, kommentiert Lee Collins, Head of Index Fixed Income bei L&G. 

Interessanter Baustein für Emerging-Markets-Portfolios 

Der L&G-ETF trifft damit auf ein Anlageuniversum mit einem ungewöhnlichen Profil: hohe Spreads und überwiegend niedrige Bonitäten. Für Investoren ist das weniger ein Ersatz für klassische Investment-Grade-Anleihen als vielmehr ein gezieltes Engagement in den Credit-Risikoprämien afrikanischer Staaten. Der iBoxx LSF USD African Sovereigns Index macht dabei sichtbar, warum afrikanische Bonds nicht einfach als weitere Emerging-Markets-Anleihen betrachtet werden sollten. Die höheren Spreads reflektieren strukturelle Risiken, eröffnen aber zugleich zusätzliches Renditepotenzial. Mit dem neuen ETF wird dieser Anleihemarkt erstmals in Europa in einem börsengehandelten Produkt gebündelt. 

 Fondsdaten

WKN A42AKM
ISIN IE000MJ79846
Auflagedatum 06. August 2026
Währung US-Dollar
Ertragsverwendung ausschüttend
Perf. Fee nein
Managementgebühr 0,39 % p.a.
Volumen 25,1 Mio. USD

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