Attraktive Renditen bei moderatem Risiko: Der Lazard Nordic High Yield Bond Fund setzt auf nordische Hochzinsanleihen, die dank struktureller Marktineffizienzen, kurzer Duration und variabler Verzinsung ein überzeugendes Chance-Risiko-Profil und Diversifikationspotenzial bieten.
07.05.2026 | 15:13 Uhr von «Jörn Kränicke»
Fondsmanager
Der Lazard Nordic High Yield Bond Fund wird von Daniel Herdt und vier weiteren Kollegen verwaltet. Herdt verfügt über langjährige Erfahrung im Fixed-Income-Bereich und ist Teil eines global aufgestellten Anleiheteams mit tiefgehender Expertise in europäischen Creditmärkten. Besonders im nordischen Raum profitiert das Team von einem über Jahre aufgebauten Netzwerk sowie fundierten Marktkenntnissen.
Fondsstrategie und Investmentprozess
Der Fonds verfolgt einen klaren Bottom-up-Ansatz mit Fokus auf die Fundamentalanalyse der Emittenten. Ziel ist es, gezielt in attraktiv bewertete Hochzinsanleihen nordischer Unternehmen zu investieren und gleichzeitig Risiken konsequent zu steuern. Im Zentrum steht dabei die Bonitätsanalyse: Unternehmen werden anhand von Kennzahlen wie Verschuldung, Cashflow-Generierung, Geschäftsmodell und Managementqualität bewertet. Der Fonds investiert selektiv in Emittenten mit überzeugendem Risiko-Rendite-Profil und meidet nicht ausreichend kompensierte Risiken. Ein struktureller Vorteil des Marktes: Rund zwei Drittel der Anleihen sind variabel verzinst, wodurch das Zinsänderungsrisiko deutlich reduziert wird. Hinzu kommt das generell kurze Laufzeitenprofil.
Anlageidee und Marktausblick
Eine zentrale Rolle spielt dabei die sogenannte „nordische Prämie“ – ein Renditeaufschlag von rund 200 Basispunkten gegenüber europäischen High-Yield-Märkten. Dieser resultiert weniger aus höheren Risiken als vielmehr aus Marktineffizienzen, etwa kleineren Emissionsgrößen und geringerer Analystenabdeckung. Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal gegenüber klassischen Hochzinsmärkten sei die Struktur der Anleihen. Herdt betont, dass diese Mehrrendite nicht auf ein höheres Ausfallrisiko zurückzuführen sei: „Die Kreditqualität ist nicht der Grund für die höheren Spreads.“ Vielmehr sei sie Ausdruck struktureller Besonderheiten eines vergleichsweise kleinen und weniger effizienten Marktes. Dazu gehörten insbesondere kleinere Emissionsgrößen sowie ein hoher Anteil an Emittenten ohne externes Rating, wodurch sich eine engere Investorenbasis ergebe. „Aufgrund der vergleichsweise geringeren Anlegernachfrage müssen die Emittenten im Gegenzug höhere Spreads zahlen“, so Herdt.
Diversifikation durch eigenständiges Marktsegment
Neben Rendite- und Risikoeigenschaften hebt Herdt auch den Diversifikationsnutzen hervor: Nordic High Yield sei ein eigenständiges Marktsegment mit spezifischen Treibern und einer vergleichsweise geringen Abhängigkeit von klassischen Zinsentwicklungen. „Die Kombination aus lokaler Ausrichtung vieler Emittenten, geringer Zinsabhängigkeit und eigenständigen Marktstrukturen kann einen stabilisierenden Effekt im Portfolio haben“, so Herdt.
Strukturell geringere Zins- und Spread-Sensitivität
Das Marktumfeld bleibt für den Lazard-Manager konstruktiv: stabile Fundamentaldaten, moderate Ausfallraten und eine weiterhin attraktive Risikoprämie sprechen für das Segment. Zudem sorgt die zunehmende Emissionstätigkeit für ein wachsendes Anlageuniversum.
Rendite-Risiko-Verhältnis
Mit annualisierten Renditen von etwa acht Prozent bei gleichzeitig niedriger Volatilität von gut zwei Prozent bietet der Lazard Nordic High Yield aktienähnliche Renditen. Die Kombination aus hohen Kupons, kurzer Duration (unter einem Jahr) und niedriger Spread-Sensitivität führt zu einer im Vergleich zu klassischen High-Yield-Märkten geringeren Schwankungsanfälligkeit. Die Ausfallraten bewegen sich langfristig mit etwa 2,7 Prozent auf dem Niveau globaler Hochzinsmärkte – ein weiterer Beleg für das ausgewogene Chance-/Risikoprofil.
Portfolio
Das Portfolio umfasst eine breit diversifizierte Auswahl nordischer Hochzinsanleihen über verschiedene Länder und Sektoren hinweg. Investiert wurde zuletzt in 152 Anleihen von 125 Emittenten. Einen besonderen Fokus legt Herdt dabei auf kleinere und mittelgroße Unternehmen, die oft nicht von Ratingagenturen analysiert werden. Das durchschnittliche Rating des Portfolios beträgt BB-. Der Kupon der Anleihen liegt im Schnitt bei 7,9 Prozent. Der Spread beträgt 605 Bps. Durch die geringe Korrelation zu traditionellen Anleihemärkten bietet das Portfolio zudem einen hohen Diversifikationsnutzen.
Fazit
Der Lazard Nordic High Yield Bond Fund erschließt Anlegern einen renditestarken Nischenmarkt mit strukturellen Vorteilen. Die Kombination aus attraktiven Erträgen, moderater Volatilität und geringer Zinsabhängigkeit macht die Strategie besonders im aktuellen Marktumfeld interessant. Für Investoren, die ihr Anleiheportfolio diversifizieren und zusätzliche Ertragsquellen erschließen wollen, stellt der Fonds eine überzeugende Beimischung dar.
| Fondsname | Lazard Nordic High Yield Bond Fund |
| Assetklasse: | Anleihen Skandinavien |
| Fondsvolumen | 738,7 Mio. Euro |
| TER: | 1,22% |
| Perf. Fee | keine |
| WKN: | A3DTD1 |
| ISIN: | IE000MHDVN90 |
| Auflagedatum: | 01.11.2022 |
| Perf. laufendes Jahr | 0,30% |
| 1 Jahr | 5,44% |
| 3 Jahre | 24,70% |
| Vola 3 Jahre | 1,93% |


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