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Blockchain und KI – Chance oder Risiko in der Geldanlage?

Derzeit bestimmen Megatrends die Anlagewelt. Neben dem Klimawandel und Nachhaltigkeit spielt auch die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. Zwei große Treiber der Entwicklung sind Künstliche Intelligenz und die Blockchain-Technologie – Finanzberater sollten diese nicht außen vorlassen.

19.09.2019 | 15:01 Uhr von «Jennifer Garic»

Die Digitalisierung vereinfacht den Alltag, ermöglicht neue Produkte und beeinflusst Finanzberater in ihrer Arbeit. Dass die Bedeutung technischer Entwicklungen auf die Finanzwelt wächst, hat nun auch die Bundesregierung erkannt und am Mittwoch ein Strategiepapier mit 44 Maßnahmen verabschiedet, um Blockchain auch in Deutschland zu fördern. In dem Papier heißt es: "Die Bundesregierung will das deutsche Recht für elektronische Wertpapiere öffnen." Außerdem will sie noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf veröffentlichen, der digitale Schuldverschreibungen mittels Blockchain erlaubt. Auch digitale Aktien und Investmentfondsanteile sollen folgen. Bisher war der Vertrieb von Fondsanteilen via Blockchain nicht per Gesetz zugelassen. Der Vorteil der neuen Technologie: Alle An- und Verkäufe werden künftig dezentral auf verschiedenen Rechnern gespeichert. Das zentrale Register hat damit ausgedient. Bisher wurden alle Dokumente in den Tresoren der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream gelagert.

Im Gegensatz zum papierlosen Wertpapier handelt, erteilt die Bundesregierung Stablecoins, wie die Facebook-Währung Libra, eine klare Abfuhr. Im Strategiepapier heißt es dazu: "Die Bundesregierung wird sich auf europäischer und internationaler Ebene dafür einsetzen, dass Stablecoins keine Alternative zu staatlichen Währungen werden."

Anleger sind beim Thema Künstliche Intelligenz vorsichtig

Die verabschiedete Strategie der Bundesregierung gibt mit ihren 44 Eckpunkten erstmals einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der digitalen Geldanlage und bietet Finanzberatern so ein Stück Planungssicherheit. Auch Hartmut Giesen, zuständig für die Digitalsparte der Sutor Bank, begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung: "Die Blockchain-Strategie der Bundesregierung ist unabhängig vom jeweiligen Wert der 44 Einzelmaßnahmen ein wichtiges Zeichen, dass man Deutschland als einen führenden Krypto-Technologie-Standort etablieren möchte." Aus seiner Sicht hat das Thema eine noch viel größere Bedeutung in der Finanzwelt: "Die vielen Einzelmaßnahmen wirken zwar wie ein Aktivitäten-Bauchladen, es zeigt aber auch, dass die Blockchain nicht nur ein Finanzthema ist, sondern dass wir auf dem Weg in eine tokenisierte Ökonomie sind."

Der Vorstoß der Regierung ist laut Giesen ein positives Zeichen, dass die Blockchain-Technologie in Deutschland Fuß fassen kann. "Hier möchte man offenbar vieles besser machen, was man vielleicht beim Thema Künstliche Intelligenz verschlafen hat." Vielleicht auch deswegen nimmt Künstliche Intelligenz (KI) bei deutschen Anlegern derzeit keinen hohen Stellenwert ein, wie eine Umfrage der Bank of New York Mellon (BNY Mellon) zeigt. Dort gab die Hälfte der befragten Anleger an, dass zum Beispiel der Trend der Künstlichen Intelligenzen (KI) ebenso ein Risiko wie auch eine Chance sei. Ein Drittel der Befragten lehnt KI komplett ab und sieht darin nur Risiken für die Geldanlage. Die Technologie birgt den Befragten zufolge einige anlagespezifische Herausforderungen. Ein Problem seien zum Beispiel immaterielle Vermögenswerte. Denn die materiellen Werte sind in einem Tech-Unternehmen nicht alles. Viel wichtiger sind in vielen Fällen das Wissen und die entwickelten Technologien. Solche Werte lassen sich aber nicht einfach in Geld übersetzen, was die Bewertung der Unternehmen für Finanzberater schwer macht. Es gilt somit weiterhin, Chancen und Risiken gegenseitig abzuwägen.

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