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Wie sicher sind die Sparkassen tatsächlich?

Die Probleme der HSH könnten Sparer teuer zu stehen kommen - (c) Gina Sanders/Fotolia

Die deutschen Sparkassen galten bislang als „sichere Bank“. Ein Bericht der Wirtschaftswoche enthüllt nun, wie unsicher die Institute tatsächlich sind: Das marode Kreditgeschäft der HSH Nordbank bedroht demnach die Grundpfeiler der Sparkassen-Gruppe.

07.02.2017 | 16:28 Uhr von «Matthias von Arnim»

Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon reagiert gereizt, wenn er auf die Pläne der Europäischen Kommission angesprochen wird, Bankguthaben gemeinschaftlich abzusichern. Man könne ja nicht normale Pkw-Fahrer die Versicherung von „Gefahrguttransportern“ zahlen lassen, sagt er dann. Die Idee einer europäischen Einlagensicherung hält er für eine schlechte Idee. Der deutsche Sparer soll nicht für Risiken haften, die in Italien anfallen.

Sonderstellung der Sparkassen

Und auch für Deutschland pocht Fahrenschon auf die Sonderstellung der Sparkassen mit ihrem eigenen Sicherungssystem: In den regionalen Sparkassenverbänden bestehen insgesamt elf Sparkassenstützungsfonds mit überregionalem Ausgleich. Dieser tritt ein, wenn in einer Region die für die Regelung eines Stützungsfalles notwendigen Aufwendungen die dort verfügbaren Fondsmittel übersteigen sollten. Auf diese Weise werden alle elf regionalen Sparkassenstützungsfonds miteinander verbunden. Dadurch stehen im Bedarfsfall die Mittel aller Fonds zur Verfügung. Für die Landesbanken und Girozentralen sowie die Landesbausparkassen gibt es selbstständige Fonds: die Sicherungsreserve der Landesbanken und Girozentralen sowie den Sicherungsfonds der Landesbausparkassen. Bei Bedarf stehen alle Sicherungseinrichtungen im Rahmen des Systemweiten Ausgleichs gemeinschaftlich zusammen.

HSH bedroht das Sicherungs-System

Das System klingt auf den ersten Blick stabil und verschafft den Sparkassen eine bessere Bonität als vielen anderen Banken. Doch auf den zweiten Blick haben die Sparkassen derzeit ein ziemlich großes Problem: Die Schieflage der HSH Nordbank bedroht das komplette Sicherungs-Konstrukt der Sparkassen, wie ein aktueller Bericht der Wirtschaftswoche jetzt offenlegt.

Der Hintergrund: In den HSH-Büchern stapeln sich ausfallgefährdete Kredite in Milliardenhöhe. Dabei handelt es sich insbesondere um Schiffsbau-Kredite. Den Reedern geht es bekanntermaßen nicht besonders gut, die Charterpreise sind im Keller, Erholung seit Jahren nicht in Sicht.

Wie das Blatt enthüllt, haben die Finanzaufsichtsbehörden verschiedene Szenarien für eine Abwicklung der HSH bereits durchgespielt. Und dabei wird klar: Am Ende werden sehr wahrscheinlich wieder Sparer und/oder Steuerzahler für die HSH tief in die Tasche greifen müssen. Denn im eigens für Notfälle eingerichteten Sicherungsfonds der Landesbanken lagen Ende 2016 zwar rund 960 Millionen Euro. Doch bei der HSH Nordbank fehlen Schätzungen zufolge wohl eher 16 Milliarden Euro. Das ist fast dreimal so viel wie die Kapitalspritze, die der italienische Staat in die Rettung der Bank Monte die Paschi gepumpt hat.

Man mag nicht ausschließen, dass sich Georg Fahrenschon demnächst sogar wünscht, dass italienische Banken den deutschen Sparkassen im Bedarfsfall helfen dürfen.

(MvA)

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