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CFS-Umfrage: Wettbewerb im Retail Banking nimmt deutlich zu

Der Kampf der Banken um Kunden wird immer härter
Banken

Der Wettbewerb im deutschen Retail Banking wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies (CFS). Vor allem Fintechs, internationale Digitalbanken und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändern den Markt nachhaltig. Viele Experten erwarten dadurch sinkende Margen und einen steigenden Anpassungsdruck für etablierte Kreditinstitute.

06.07.2026 | 11:00 Uhr

96 Prozent rechnen mit intensiverem Wettbewerb 

Nach der aktuellen CFS-Umfrage gehen 96 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte aus der Finanzbranche davon aus, dass sich der Wettbewerb im deutschen Privatkundengeschäft weiter verschärfen wird. Das Retail Banking befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel. Digitale Geschäftsmodelle, automatisierte Prozesse und Künstliche Intelligenz verändern die Erwartungen der Kunden. Gleichzeitig drängen neue Marktteilnehmer mit digitalen Angeboten in den deutschen Bankenmarkt. 

Fintechs und internationale Banken erhöhen den Druck 

Neben etablierten Kreditinstituten wie Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Geschäftsbanken konkurrieren inzwischen zahlreiche Fintechs um Privatkunden. Insbesondere Anbieter wie Revolut, Trade Republic und N26 gewinnen nach Einschätzung von Branchenexperten vor allem jüngere Kundengruppen. Zusätzlichen Wettbewerbsdruck erzeugen internationale Banken, die ihre digitalen Angebote zunehmend auch in Deutschland ausrollen. Dazu zählen unter anderem CHASE und BBVA, die mit modernen digitalen Services und teilweise aggressiven Preismodellen Marktanteile gewinnen wollen. 

Mehrheit erwartet sinkende Profitabilität 

Die zunehmende Konkurrenz dürfte sich nach Ansicht vieler Branchenexperten auf die Ertragslage der Banken auswirken. Rund 63 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Profitabilität deutscher Retail-Banken künftig sinken wird. Professor Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, sieht insbesondere internationale Wettbewerber als Herausforderung: „Die Neo-Banken tun sich schwer, nachhaltig profitabel zu werden. Eine größere Gefahr für die traditionell marktführenden Sparkassen und Genossenschaftsbanken sehe ich durch den Eintritt von ausländischen Anbietern wie CHASE. Die haben einen langen Atem und können sich durchaus auch Kampfkonditionen leisten, um Kunden zum Wechsel zu bewegen.“ 

Brokerage und Zahlungsverkehr besonders unter Druck 

Als besonders wettbewerbsintensiv gelten nach Einschätzung der Befragten die Bereiche Brokerage und Zahlungsverkehr. Hier seien besonders viele Fintech-Unternehmen aktiv, da die regulatorischen Anforderungen niedriger ausfallen als etwa im Kredit- oder Einlagengeschäft. Für klassische Banken bedeutet dies, dass gerade in diesen margenstarken Geschäftsfeldern der Wettbewerbsdruck weiter steigen dürfte. 

Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit hohem Anpassungsbedarf 

Die Umfrage zeigt außerdem, dass alle Bankengruppen vor strukturellen Veränderungen stehen. Den größten Anpassungsbedarf sehen die Teilnehmer jedoch bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. 

Gefragt sind aus Sicht der Experten vor allem: 

  • schnellere Digitalisierung von Prozessen
  • moderne digitale Kundenerlebnisse
  • effizienter Einsatz von Künstlicher Intelligenz 
  • innovative Zahlungs- und Anlageangebote
  • höhere Geschwindigkeit bei der Entwicklung neuer Produkte

Digitalisierung als Chance statt Bedrohung 

Trotz des zunehmenden Wettbewerbs sehen Branchenvertreter auch Chancen. Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, betont, dass intensiver Wettbewerb letztlich den Kunden zugutekomme und Innovationen beschleunige. Nach seiner Einschätzung zwingt der steigende Konkurrenzdruck die Institute dazu, moderne Technologien schneller einzusetzen und kundenfreundliche Lösungen anzubieten. Gleichzeitig verweist er auf den Beschäftigungsanstieg im deutschen Bankensektor im Jahr 2025, der nach aktuellen Zahlen der Europäischen Zentralbank zu beobachten gewesen sei. (jk)

Die kompletten Umfrageergebnisse finden Sie hier

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