Notleidende Kredite

Dr. Tobias Moser
Banken

Wie Banken mit Restructuring as a Service strategisch Wertberichtigungen vermeiden und Recovery maximieren können

12.02.2026 | 05:00 Uhr

die anhaltend schwache Konjunktur, steigende Insolvenzen und strukturelle Probleme in Industrie, Immobilien und Handel führen dazu, dass immer mehr Finanzierungen unter Druck geraten. Für Banken, Debt Funds und Investoren stellt sich damit zunehmend die Frage: Sofort verkaufen und Abschreibungen hinnehmen – oder Zeit gewinnen und nach einer Restrukturierung wertmaximierend verkaufen?

Dazu teilt Dr. Tobias Moser, Gründer von MR Corporate Solutions und Experte für finanzielle Restrukturierungen, mit:

„Viele notleidende Engagements sind nicht über Nacht entstanden. Sie sind das Ergebnis struktureller Marktveränderungen und zu hoher Verschuldung in einem schwierigen Umfeld. Wer jetzt in die Insolvenz geht, fixiert oft den niedrigsten Bewertungszeitpunkt und Finanzierer müssen ihre Forderungen in wesentlichen Umfängen abschreiben. Banken brauchen daher Lösungen, die Zeit schaffen, Werte stabilisieren, sofortige Wertberichtigungen vermeiden und Recovery maximieren – ohne selbst in eine Gesellschafterrolle gedrängt zu werden.“

Mit Restructuring as a Service (RaaS) steht ein Modell zur Verfügung, das genau an diesem Punkt ansetzt. Es ermöglicht die strategische und kontrollierte Übernahme von Gesellschafterpositionen oder Unternehmensteilen in Sondersituationen durch einen externen Dienstleister – als Brücke zu einem späteren, wertmaximierenden Exit für die Finanzierer.

Für Banken und Finanzierer bedeutet das konkret:

  • Keine sofortige Wertfestschreibung durch einen Notverkauf oder eine Insolvenz.
  • Keine zwingende Eigenkapitalübernahme trotz regulatorischer Beschränkungen.
  • Beibehalten der Stellung als Gläubiger, weil der Dienstleister die Gesellschafterrolle einnimmt.
  • Finanzielle Restrukturierung durch Debt-Allokation und bessere Verkaufbarkeit des Schuldners.
  • Mehr Zeit für operative Restrukturierung und wertmaximierende Veräußerung zu einem späteren Zeitpunkt.
  • Kontrollierter und strukturierter Liquiditätseinsatz.
  • Vermeidung eines kostenintensiven und reputationsschädigenden Insolvenzverfahrens.
  • Aktive operative Stabilisierung statt passiver Verwaltung.

RaaS schafft damit einen strukturierten Rahmen, um überhebelte oder angeschlagene Engagements gezielt zu stabilisieren, operativ weiterzuentwickeln und erst nach erfolgreicher Restrukturierung in einen wettbewerblichen Verkaufsprozess zu überführen. In einem Marktumfeld, das von Unsicherheit, Bewertungsdruck und steigenden Ausfällen geprägt ist, kann dieser Ansatz den entscheidenden Unterschied machen – zwischen sofortigem Abschreibungszwang und strategisch gesteuerter Wertrealisierung.

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