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Immobilien: Finanzaufsicht zwingt Banken, sich für Crash zu rüsten

An den Immobilienmärkten steigen die Preise immer weiter. Die Finanzaufsicht Bafin hat die deutschen Banken nun aufgefordert, einen milliardenschweren Risikopuffer aufzubauen.

14.01.2022 | 07:10 Uhr von «Andreas Höß»

Billiges Geld treibt die Preise an den Finanz- und Immobilienmärkten schon seit vielen Jahren. Nun fordert die Finanzaufsicht Bafin die deutschen Banken auf, sich für turbulentere Zeiten zu wappnen. Sie folgt damit den Empfehlungen des Ausschusses für Finanzstabilität und des European Systemic Risc Boards, die regelmäßig die Risiken im Finanzsystem analysieren und damit große Verwerfungen wie die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 verhindern wollen. Ausgelöst durch einen Crash am US-Immobilienmarkt stürzte damals das gesamte globale Bankensystem in eine Krise, die auf die Realwirtschaft überschwappte und zu einer weltweiten wirtschaftlichen Vollbremsung führte.

Angesichts der hohen Profite und gleichzeitig steigenden Risiken im Finanzsystem fordert die Bafin nun, dass die Banken Kapitalpuffer für schlechtere Zeiten bilden. "Mit Blick auf die Finanzstabilität ist es jetzt Zeit, in den Präventionsmodus zu wechseln", sagte Bafin-Chef Mark Branson. Konkret will die Bafin, dass die Banken einen sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer von 0,75 Prozent der risikogewichteten Aktiva aufbauen. Dieser Puffer war wegen der Corona-Pandemie auf null Prozent gesenkt worden, davor lag er bei 0,25 Prozent. Außerdem soll ein neuer Puffer eingeführt werden: Er soll die enorm gestiegenen Kredite bei Wohnimmobilien absichern und bei zwei Prozent der risikogewichteten Aktiva liegen. Insgesamt müssten die Banken für beide Maßnahmen 22 Milliarden Euro an hartem Kernkapital zur Seite legen. Der Immobilienpuffer soll einer Pleitewelle im Finanzsektor vorbeugen, falls die Immobilienpreise kollabieren und reihenweise Kredite in diesem Bereich ausfallen.

Allein im Jahr 2020 sind die Immobilienpreise in Deutschland laut Finanzstabilitätsbericht um 6,7 Prozent gestiegen, im dritten Quartal 2021 lag der Anstieg bei über sieben Prozent. In Brennpunkten wie der Metropolregion um München werden für familiengerechte Wohnungen und Häuser längst Summen von einer Million und mehr aufgerufen. Besonders junge Familien nehmen deshalb vermehrt riesige Kredite für ein Eigenheim auf. Die Bundesbank hatte bereits vor überhöhten Preisen und einer Blase am Immobilienmarkt gewarnt. Sollte die Europäische Zentralbank die Zinsen anheben, um die stark gestiegene Inflation einzudämmen, droht die Gefahr, dass viele Eigenheimbesitzer ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Dadurch würden nicht nur Kredite ausfallen, sondern wohl auch die Immobilienpreise sinken, weil beispielsweise durch Zwangsversteigerungen wieder vermehrt günstige Objekte auf den Markt kämen. Durch die Puffer sollen entstehende Verluste im Bankensektor kompensiert und eine Kettenreaktion verhindert werden.

Dieser Artikel erschien zuerst an 14.01.2022 auf boerse-online.de

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