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Comeback der Asienfonds

Das Epizentrum der Corona-Pandemie hat sich von Ost nach West einmal rund um den Globus verschoben. Während die USA gerade in eine Rezession rutschen, fahren die Volkswirtschaften in Asien ihre Produktion wieder hoch. Diesen Vorsprung können Anleger nutzen.

29.04.2020 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Noch belastet die Corona-Pandemie alle Länder rund um den Globus. Was Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass es scheinbar möglich ist, die Verbreitung des Virus zumindest sehr zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. China, Südkorea und Taiwan haben es vorgemacht. Sollten Japan und Singapur die aktuell bedrohliche Zunahme der Infektionsfälle in ihren Ländern ebenso schnell und erfolgreich in den Griff bekommen, könnten sie weitere Belege dafür liefern, dass asiatische Länder mit solchen Ausbrüchen offensichtlich besser umgehen können als Volkswirtschaften in anderen Regionen. 

Zweifellos hat Asien in der Pandemie-Entwicklung derzeit einen Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt – schon aus Erfahrung mit früheren Ausbrüchen, aber aktuell auch zeitlich aus der Chronologie heraus. Das Virus hat den Globus von Ost nach West einmal umrundet. Während in den USA die Produktionszahlen sinken und die Arbeitslosenzahlen dafür dramatisch steigen, produziert China schon bald wieder auf Vor-Corona-Niveau. Wer als Anleger global denkt, sollte deshalb die asiatischen Märkte jetzt genauer in den Fokus nehmen. Es gibt deutliche Indizien dafür, dass die Unternehmen dort ihren Vorsprung nutzen werden – auch zum Wohle ihrer Investoren.

Ein Indiz dafür liefert die Entwicklung der zu erwartenden Dividenden. Weltweit werden Unternehmen in diesem Jahr ihre Dividenden zumindest kürzen oder Zahlungen sogar ganz aussetzen. Einige Experten prognostizieren sogar einen Rückgang der Wirtschaft auf ein seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenes Niveau. Bei den Dividendenzahlungen gibt es jedoch ein deutliches Ost-West-Gefälle. Der Grund dafür liegt darin, dass asiatische Unternehmen im Durchschnitt besser kapitalisiert sind als Unternehmen etwa in den westlichen Industrieländern. So kommt ein Analyse der japanischen Bank Nomura zu dem Ergebnis, dass tatsächlich bei nur 18 Prozent der Top 100 Nicht-Finanzunternehmen in den USA sowie bei einem Fünftel der vergleichbaren Unternehmen im Vereinigten Königreich das Guthaben die Verschuldung übersteigt. Bei chinesischen und Hongkonger Top 100 Unternehmen sind es etwa 48 Prozent, bei ähnlich eingestuften japanischen Unternehmen sind es etwa die Hälfte. Analysten gehen daher davon aus, dass asiatische Top-Firmen besser als ihre westlichen Pendants in der Lage sein werden, in diesem Jahr Bardividenden zu zahlen.

Erste Studien belegen diese Vermutung. Eine Anfang April von Goldman Sachs veröffentlichte Prognose geht davon aus, dass die Dividenden der im S&P 500 notierten Unternehmen in diesem Jahr um ein Viertel sinken könnten. Auch mehr als 70 der europäischen Top-600 börsennotierten Unternehmen haben bereits Dividenden gekürzt oder verschoben, ebenso 18 Prozent der britischen Top-100-Unternehmen. Gleichzeitig berichtete Reuters kürzlich, dass einer Schätzung zufolge inzwischen drei Viertel der chinesischen Firmen bereits Dividenden zahlen. 

Ein weiteres Indiz für ein frühzeitiges asiatisches Comeback liefern die Börsen. Die Renditen von Unternehmen des CSI-Dividendenindex, der 100 Aktien an den Börsen von Shanghai und Shenzhen abbildet, liegen bei 3,3 Prozent. Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als die Renditen 10-jähriger chinesischer Staatsanleihen, die auf ein 17-Jahrestief gefallen sind. Damit sind chinesische dividendenzahlende Aktien für inländische Anleger wieder deutlich interessanter geworden als Anleihen.

Japan steht noch am Anfang der Corona-Entwicklung

In Japan sieht die Lage noch ganz anders aus. Die Pandemie hat die Insel gerade erst erreicht. Die Regierung versucht nun, auch wirtschaftlich schnell gegenzusteuern und setzt mit einem geschickten Schachzug zunächst auf einen psychologischen Beruhigungs-Effekt. Das Parlament hat veranlasst, dass Unternehmen ihre Jahresabschlüsse erst im September vorlegen und ihre Jahreshauptversammlungen in diesem Jahr verschieben können. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass Investoren möglicherweise zu früh aufgeschreckt werden und gleichzeitig die Dividendenzahlungen verschoben werden, bis das Schlimmste der Krise vorüber ist. So gewinnt die Regierung Zeit, mit anderen konkreteren Maßnahmen auf die Pandemie zu reagieren. 

China startet bereits wieder durch

Während Japan mit Blick auf die asiatisch-pazifische Region noch etwas zurückliegt, laufen in China die Produktionsbänder bereits wieder heiß. Und auch die Aktienmärkte befinden sich im Turnaround-Modus. „Wenn man sich die Entwicklung der globalen Märkte anschaut, so sind sie um etwa 25 Prozent zurückgegangen, während der chinesische A-Aktienmarkt um etwa 3 Prozent zurückgegangen ist“, sagt Geoffrey Wong, Head of Emerging Markets and Asia-Pacific Equities UBS-AM. Getragen wird der Aufschwung von inländischen Privatanlegern., die immer noch sehr wenige Möglichkeiten haben, ihr Geld im Ausland zu investieren, so dass sie sich auf das Inland konzentrieren. „Diese Investoren werden von anderen Faktoren angetrieben als beispielsweise Investoren in den USA oder Europa“, so Wong. Deshalb sei die Korrelation zwischen den Märkten gering. Zudem seien die inländischen chinesischen Bürger durch die Entschlossenheit ihrer Regierung in dieser Zeit beruhigt und die chinesischen Märkte relativ stabil. 

Die besten Asienfonds ihrer Klasse in einem Portfolio

Chinas positive Entwicklung strahlt auf den gesamten asiatisch-pazifischen Raum aus. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Fonds, die dort investieren. Eine Analyse mit der Fondssoftware FVBS Professional zeigt, welche Fonds sich in ihrer Klasse zuletzt am besten entwickelt haben. Untersucht wurden die Bereiche Asiatische Aktien, Asien/Einzelländer, Japan, Asien Absolute Return Fonds sowie Hongkong- und China-Fonds.

Jeweils die besten ihrer Peergroup wurden in einem Portfolio zusammengefasst. Die Auswertung der Performance dieses Portfolios über die vergangenen zwölf Monate macht deutlich, wie sehr sich Fonds-Picking lohnen kann.

Während der Vergleichsindex STOXX Asia Total Market nach dem Börsencrash in Asien trotz Turnaround noch immer deutlich im Minus rangiert, hat das Top-Quintett der Asienfonds fast schon wieder Vor-Corona-Höhen erreicht. 

Die Fonds im Überblick

Im Top-Performer-Asienportfolio wurden für die Analyse fünf Fonds ermittelt. Jeder dieser Aktienfonds ist in seiner Klasse der Fonds mit der besten Wertentwicklung über die vergangenen 12 Monate.

So ist der Matthews China Small Companies der beste China/Hongkong-Fonds, der PTR Mandarin ist ein Absolute-Return-Fonds, der Long/Short-Strategien nutzt. Beide Fonds weisen für das laufende Jahr eine positive Performance aus. Das ist bemerkenswert. Zwei der drei weiteren im Portfolio befindlichen Asien-Fonds haben zwar in den vergangenen Wochen ihre März-Verluste noch nicht wieder aufgeholt, sind auf 12-Monatssicht aber immer noch im Plus: Der Lion Gobal China A-Share investiert schwerpunktmäßig in China, ist unter den Asienfonds jedoch der Top-Performer. Angesichts der Entwicklung in China ist das kein Zufall. Der Comgest Growth Japan hat zwar einen beachtlichen Turnaround hingelegt. Doch die weitere Entwicklung wird sehr davon abhängen, ob und wie Japan die Corona-Krise jetzt in den Griff bekommt. Aussichtsreicher scheint die Perspektive für den SISF Taiwanese Equity, dem besten unter den asiatischen Einzelländerfonds. Schwerpunkt ist der taiwanesische Aktienmarkt. Taiwan gilt in Asien als Musterschüler im Umgang mit dem Coronavirus. Gleichzeitig ist kaum ein anderes Land so verflochten mit China wie Taiwan. Kommt die Konjunktur auf dem Festland wieder in Schwung, profitiert Taiwans Wirtschaft überproportional im Vergleich zu anderen Ländern.

Fazit: Anlageberater, die ihren Kunden den Blick über den Tellerrand öffnen möchten, sollten Asiens Aktienmärkte im Vorfeld gut analysieren. Die Risiken sollten sie dabei zwar nicht aus den Augen verlieren. Doch die Chancen sind derzeit nicht zu übersehen.

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