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Investmenttrends: „Künstliche Intelligenz bleibt ein wichtiger Treiber"

Arne Tölsner
Anlagestrategie

TiAM FundResearch hat Investment-Profis zu den großen Trends an den Kapitalmärkten in diesem Jahr befragt. Arne Tölsner, Head of Client Group DACH bei Capital Group, zu den Chancen und Risiken für Anleger 2026.

06.07.2026 | 13:30 Uhr von «Peter Gewalt»

TiAM FundResearch: Welche übergeordneten Markt- und Konjunkturtrends werden aus Ihrer Sicht die zweite Hälfte des Anlagejahrs 2026 prägen, und was bedeutet das für Ihre Asset Allocation?

Arne Tölsner: Die zweite Jahreshälfte 2026 dürfte von einem Spannungsfeld zwischen geopolitischen Risiken und dem anhaltenden KI-Investitionsboom geprägt werden. Während höhere Energiepreise, geopolitische Konflikte und eine vorsichtigere Geldpolitik das Wachstum belasten können, bleibt Künstliche Intelligenz ein wichtiger Treiber für Unternehmensgewinne und Investitionen. Für Anleger spricht das aus unserer Sicht weiterhin für breite Diversifikation und einen Fokus auf Unternehmen mit robusten Erträgen und langfristigen Wachstumstreibern.

Wo sehen Sie im 2. Halbjahr 2026 die attraktivsten Chancen – sei es regional, auf Ebene der Assetklassen oder bei Themen wie KI, Energiewende und Infrastruktur?

Wir sehen Chancen vor allem dort, wo strukturelle Veränderungen auf starke Fundamentaldaten treffen. Künstliche Intelligenz bleibt ein wichtiger Wachstumstreiber, doch die Wertschöpfung entsteht längst nicht mehr nur bei den bekanntesten Technologiekonzernen. Interessant erscheinen Unternehmen, die von Investitionen in Infrastruktur, Rechenzentren, Energieversorgung und industrielle Modernisierung profitieren, ebenso wie ausgewählte Unternehmen außerhalb der USA, die von langfristigen Produktivitäts- und Innovationszyklen getragen werden. Entscheidend bleiben für uns Fundamentaldaten wie Ertragskraft, Kapitalallokation und die Fähigkeit, sich an strukturellen Wandel anzupassen.

Welche zentralen Risiken – etwa Inflation, Zinsen, politische Eingriffe oder geopolitische Konflikte – bereiten Ihnen für die zweite Jahreshälfte am meisten Sorge, und wie steuern Sie diese im Portfolio?

Zu den wichtigsten Risiken zählen anhaltend hohe Energiepreise infolge geopolitischer Konflikte, ein erneuter Inflationsanstieg sowie die Gefahr, dass Inflation und Zinsen länger erhöht bleiben als derzeit erwartet. Gleichzeitig könnten ambitionierte Bewertungen in einzelnen Marktsegmenten zu stärkeren Schwankungen führen. In diesem Umfeld halten wir eine ausgewogene Portfoliostruktur, breite Diversifikation und eine sorgfältige Titelauswahl für besonders wichtig.

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