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Investmenttrends 2. Halbjahr: „Neben Aktien dürften auch Edelmetalle wieder gefragter sein"

Carsten Mumm
Anlagestrategie

TiAM FundResearch hat Investment-Profis zu den großen Trends an den Kapitalmärkten in diesem Jahr befragt. Carsten Mumm, Chefvolkswirt beim Bankhaus Donner & Reuschel, zu den Chancen und Risiken für Anleger im zweiten Halbjahr 2026.

29.06.2026 | 12:15 Uhr von «Peter Gewalt»

TiAM FundResearch: Welche übergeordneten Markt- und Konjunkturtrends werden aus Ihrer Sicht die zweite Hälfte des Anlagejahrs 2026 prägen, und was bedeutet das für Ihre Asset Allocation?

Carsten Mumm: Das maßgebliche Thema wird Künstliche Intelligenz bleiben. Wir gehen davon aus, dass vor diesem Hintergrund weiter Chancen in verschiedenen Segmenten des Aktienmarktes bestehen, auch wenn an den Aktienbörsen stark nach Gewinnern und Verlieren differenziert werden dürfte. Die Übergewichtung von Aktien geht zulasten verzinslicher Anlagen. Wir rechnen nicht mit nennenswert sinkenden Renditen bei Staatsanleihen. Recht hohe nominale Zinsen dürften aber aufgrund erwarteter Inflationsraten oberhalb der Zielniveaus von 2 Prozent kaum den Realkapitalerhalt ermöglichen. Neben Aktien dürften daher auch Edelmetalle wieder gefragter sein.

Wo sehen Sie im 2. Halbjahr 2026 die attraktivsten Chancen – sei es regional, auf Ebene der Assetklassen oder bei Themen wie KI, Energiewende und Infrastruktur?

Einerseits und langfristig relevant ist die Frage, welche Unternehmen durch den Einsatz von KI nennenswerte Produktivitätsgewinne erzielen können und bei welchen Unternehmen bestehende Geschäftsmodelle zumindest in Teilen obsolet werden. Kurzfristig relevant sind die Auswirkungen der massiven KI-Investitionen einiger US-Tech-Unternehmen. Wir achten hier besonders auf die indirekten Effekte wie steigende Nachfrage in den Segmenten Bau, Energiekapazitäten und Versorger sowie Rohstoffe, von denen klassische Industrien und Aktien außerhalb des Large-Cap-Segments profitieren. Nach den Erfahrungen des Irankonflikts, insbesondere der Sperrung der Straße von Hormus, werden auch nicht-fossile Energien verstärkt nachgefragt werden mit resultierenden Chancen für Unternehmen aus diesen Segmenten.

Welche zentralen Risiken – etwa Inflation, Zinsen, politische Eingriffe oder geopolitische Konflikte – bereiten Ihnen für die zweite Jahreshälfte am meisten Sorge, und wie steuern Sie diese im Portfolio?

Der politische Einfluss auf die Börsen wird weiter hoch bleiben und kann immer wieder für zwischenzeitliche und größere Kursrücksetzer sorgen. Relevant und schwer kalkulierbar sind insbesondere Geo- und Handelspolitik, vor allem mit Blick auf die US-Regierung. In Deutschland könnten die anstehenden Landtagswahlen sowie die Senatswahl in Berlin für Verunsicherung sorgen, sofern Parteien vom rechten oder linken politischen Rand nennenswerten Einfluss gewinnen können. Wir fokussieren uns vor diesem Hintergrund noch mehr auf eine breite Risikostreuung auf Ebene der strategischen Asset Allocation.

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