
Sicher haben Sie auch schon einmal gehört oder gelesen, dass 80 oder 90 Prozent der aktiven Produkte den Markt nicht schlagen. Passive Produkte wie ETFs seien deshalb eine kostengünstige und damit bessere Anlagemöglichkeit. So oder ähnlich lauten die Aussagen in Studien, die sich mit der Frage beschäftigen, ob (passive) ETFs oder aktiv gemanagte Fonds die bessere Anlage sind. Warum sagen die Studien nur, was nicht geht, statt zu sagen, was geht?
24.06.2026 | 11:19 Uhr
Handelt es sich um eine seriöse Studie, sind für den gewählten Analysezeitraum bestimmte aktiv gemanagte Fonds - im Idealfall alle Fonds - und ETFs - ebenfalls möglichst alle - Grundlage der Studie. Anderenfalls wäre die Aussage nicht belastbar, sprich nicht repräsentativ.
In Folge dessen liegt dem Studienverfasser analog zu Vergleichstests eine Rangliste aller analysierten Produkte vor. Für den Leser wäre es doch hilfreich zu erfahren, welche Produkte am besten abschneiden, nämlich die 10 -20 Prozent der aktiv gemanagten Fonds, die den Markt/ETFs im Analysezeitraum geschlagen haben.
Stattdessen wird pauschal gesagt, was nicht geht, nämlich dass 80-90 Prozent der aktiv gemanagten Fonds den Markt/ETFs nicht schlagen.
Durch diese Aussage fühle ich mich manipuliert, geht es Ihnen auch so? Wir möchten doch gerne selbst entscheiden, welchen Schluss wir aus den Studienergebnissen ziehen.
Im Umkehrschluss kann man die Studienaussagen auch wie folgt formulieren:
"Wenn Du nicht willens oder in der Lage bist, die besten aktiv gemanagten Fonds zu finden, die den Markt im Zeitraum X schlagen, musst Du Dich mit den zweitbesten Alternativen (ETFs) zufriedengeben.
Damit Du, liebe Leserin, lieber Leser, Dich dann nicht schlecht fühlst, schreiben wir Dir diese Studie..."
Werden Sie demnächst mit solchen Aussagen konfrontiert, fragen Sie nach der Rangliste.
Bleibt die Frage unbeantwortet, schmunzeln Sie, genießen Ihren Kaffee, Sie wissen ja um den Gehalt der Aussage, und danken Sie Ihrem Berater.
Herzliche Grüße,
Ihr
Joachim Milnik
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