Die Deutsche Bank bereitet den Start des Altersvorsorgedepots zum 1. Januar 2027 vor. Zum Auftakt soll ein digitales DWS-Depot angeboten werden. Später sollen beratungsbasierte Lösungen sowie Versicherungsprodukte von Zurich folgen.
30.09.2026 | 12:27 Uhr
Die Deutsche Bank bereitet den Start des geplanten Altersvorsorgedepots zum 1. Januar 2027 vor. Zum Marktstart sollen Kundinnen und Kunden zwischen unterschiedlichen Vorsorgewegen wählen können. Neben einem digitalen Depot der DWS sind beratungsbasierte Lösungen und Versicherungsprodukte von Zurich vorgesehen. Die Angebote sollen digital, telefonisch und persönlich über Deutsche Bank und Postbank zugänglich sein. Damit setzt die Deutsche Bank nach eigenen Angaben auf Wahlfreiheit statt einer Einheitslösung. Kunden sollen abhängig von ihren persönlichen Zielen, ihrer Risikobereitschaft und ihrer bestehenden Vorsorgesituation zwischen kapitalmarkt- und versicherungsbasierten Angeboten wählen können.
Im Mittelpunkt des Angebots steht zunächst ein von der DWS entwickeltes Standarddepot. Es soll die gesetzlichen Anforderungen an das Altersvorsorgedepot erfüllen und ausschließlich digital angeboten werden. Bei den Kosten plant die Deutsche Bank zum Marktstart eine Sonderkondition: In den ersten zwei Jahren soll das Entgelt auf 0,10 Prozent pro Jahr reduziert werden. Die reguläre Vertragsgebühr von 0,18 Prozent pro Jahr wird in diesem Zeitraum nicht berechnet. Nach Ablauf der ersten zwei Jahre soll das reguläre Entgelt 0,28 Prozent pro Jahr betragen. Nach Angaben der Deutschen Bank fallen in den ersten beiden Jahren neben dem reduzierten Entgelt lediglich die Kosten der eingesetzten ETFs an. Bei den DWS-Produkten können zudem Transaktionskosten anfallen, deren Höhe jährlich schwanken kann.
Zu einem späteren Zeitpunkt will die Deutsche Bank das Angebot um ein weiteres, von der DWS entwickeltes Vorsorgeangebot ergänzen. Dieses soll eine erweiterte Produktauswahl und persönliche Beratung bieten. Das geplante Entgelt für diese Variante soll bei 0,99 Prozent pro Jahr liegen. Das Angebot soll über die persönliche Beratung bei Deutscher Bank und Postbank erhältlich sein. Bei der Beratung sollen unter anderem die individuelle Risikopräferenz, die bestehende Altersvorsorge und die persönlichen Anlageziele berücksichtigt werden. Die Deutsche Bank verweist dabei insbesondere auf den langen Anlagehorizont der Altersvorsorge. Die Anlagestrategie könne deshalb regelmäßig überprüft und an veränderte Marktbedingungen oder persönliche Lebensumstände angepasst werden.
Neben den Depotlösungen setzt die Deutsche Bank auch auf Versicherungsprodukte. Gemeinsam mit Zurich sollen Angebote mit und ohne Garantien entwickelt werden. Dazu gehören auch Lösungen mit lebenslanger Rentenzahlung. Damit will die Bank unterschiedliche Formen der privaten Altersvorsorge abdecken – von der eigenständigen Kapitalmarktanlage über beratungsbasierte Depotlösungen bis hin zu Versicherungsprodukten. „Die private Altersvorsorge ist eine Entscheidung für Jahrzehnte. Deshalb setzen wir auf Wahlfreiheit statt Einheitslösungen“, sagt Dominik Hennen, Leiter Personal Banking Deutschland der Deutschen Bank. Bei der langfristigen Vorsorge zählten neben den Konditionen auch Kompetenz, Qualität und die Passung zur individuellen Lebenssituation, so Hennen.
Das neue Altersvorsorgedepot soll nach Darstellung der Deutschen Bank zusätzliche Möglichkeiten für den langfristigen Vermögensaufbau schaffen. Bestehende Riester-Verträge sollten deshalb jedoch nicht grundsätzlich aufgelöst oder übertragen werden, betont das Institut. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hänge von den individuellen Vertragskonditionen, bestehenden Garantien, der persönlichen Situation und den Vorsorgezielen ab. Die Deutsche Bank empfiehlt daher, bestehende Verträge und die neuen Möglichkeiten miteinander zu vergleichen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Raffael Gasser, Leiter Wealth Management Deutschland der Deutschen Bank, sieht im Altersvorsorgedepot einen Impuls für die private Altersvorsorge. Die staatliche Förderung könne zusätzliche Anreize schaffen, sich frühzeitig mit dem Vermögensaufbau für den Ruhestand zu beschäftigen. Nach Einschätzung der Deutschen Bank kann das Altersvorsorgedepot dazu beitragen, mehr Menschen den Zugang zu den Kapitalmärkten zu erleichtern. Auch für vermögende Kunden könne es ein Baustein einer umfassenderen Vermögensstrategie sein. Das Institut will dabei seine digitalen Angebote mit telefonischer und persönlicher Beratung verbinden. Ziel sei es, Kunden vom ersten Sparbeitrag bis zum Ruhestand begleiten zu können.
Das geplante Altersvorsorgedepot soll die private Altersvorsorge stärker für die Anlage in Fonds und ETFs öffnen. Nach den aktuellen Reformplänen soll es zum 1. Januar 2027 starten und staatlich gefördert werden. Vorgesehen sind unter anderem Zulagen und steuerliche Vorteile sowie zusätzliche Förderungen für Familien und junge Sparer. Die konkrete Förderung hängt von der jeweiligen persönlichen Situation und den geleisteten Beiträgen ab. Für die Deutsche Bank bedeutet der bevorstehende Start zugleich die Möglichkeit, unterschiedliche Vorsorgekonzepte unter einem Dach anzubieten. Zum Marktstart steht dabei zunächst das digitale DWS-Depot im Vordergrund. Beratungsbasierte DWS-Lösungen sollen später hinzukommen. Ergänzt wird das Angebot durch Versicherungsprodukte von Zurich. Damit positioniert sich die Deutsche Bank beim Altersvorsorgedepot mit einem Mix aus digitaler Selbstentscheidung, persönlicher Anlageberatung und Versicherungsangeboten. (jk)
Mehr über die Kapitalrente, das Altersvorsorgedepot und weitere Themen zur Altersvorsorge lesen Sie hier https://www.fundresearch.de/altersvorsorge/
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