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Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Während Europa und den USA der Höhepunkt der Corona-Krise noch bevorsteht, scheint sich der asiatische Markt wieder langsam zu beruhigen. Warum Anleger Hoffnung schöpfen können.

03.04.2020 | 14:56 Uhr von «Nina Bärschneider»

Taiwans Corona-Strategie gilt als vorbildhaft: Nach der SARS-Epidemie 2002 und 2003 war das Land vorbereitet. Es hat schnell auf das Coronavirus reagiert, die Produktion von Schutzmasken hochgefahren, ihren Export verboten und einen Einreisestopp für Menschen aus China, Hongkong und Macau verhängt. Laut Statistik sind bisher nur 300 Taiwanesen mit Corona infiziert, berichtet die Tagesschau. Taiwan ist einer von mehreren asiatischen Staaten, die die Corona-Krise bereits eindämmen konnten. Auch aus Hongkong, Singapur und Südkorea kommen positive Nachrichten, und selbst in China scheint sich die Lage zu verbessern.

Während Europa und die USA erst noch vor dem Höhepunkt der Pandemie stehen, profitiert Asien offenbar von dem „first in, first out“-Prinzip: Der Kontinent war zuerst mit der Krise konfrontiert, also lässt er sie auch zuerst hinter sich. Das liegt zum einen an den beherzten Gesundheitsmaßnahmen. Zum anderen aber auch an China, weiß Min Feng, Investmentspezialistin bei Nomura Asset Management Europe: Für die meisten asiatischen Länder sei die Volksrepublik der wichtigste Absatzmarkt. „Dort läuft vielerorts die Produktion wieder an, das Wirtschaftsleben normalisiert sich langsam wieder“, sagt Feng. Zudem komme es in China nicht primär auf den Export an, sondern vor allem auf die Binnennachfrage – „und die wird sich relativ schnell erholen.“

Sowohl in China als auch in anderen asiatischen Ländern erwarten Marktexperten Stimulierungsmaßnahmen. Robert Mann, Chef für asiatische Aktien bei Nikko Asset Management, hält fiskalische Anreize und weitere geldpolitische Lockerungen für sehr wahrscheinlich. Die asiatischen Regierungen verfügten „über sehr starke Bilanzen, so dass sie besser in der Lage sein werden, massive fiskalische Anreize zu setzen“, sagt Mann. Auch seien die Zinssätze in der Region tendenziell höher als in Europa oder den USA – und böten damit Spielraum für Zinssenkungen.

Verschuldete Staaten und Unternehmen geraten vor allem in Krisenzeiten in Bedrängnis. Auch hier hat Asien dem Westen etwas voraus: Laut Investmentexpertin Feng sind asiatische Unternehmen deutlich weniger verschuldet. „Von den Top-100-Unternehmen in China und Taiwan hat nur etwa die Hälfte überhaupt eine Netto-Verschuldung auf der Bilanz.“ In den USA und Großbritannien seien acht von zehn Unternehmen netto verschuldet. 

Dazu kommt, dass die Unternehmen in Asien an der Börse derzeit günstiger bewertet sind als in den USA. Sektoren wie der Tourismus, die Unterhaltungsbranche und das Gaststättengewerbe, die von Corona besonders betroffen sind, haben an den asiatischen Aktienmärkten zudem nur eine sehr geringe Gewichtung, genauso wie der Energiesektor. Tatsächlich machten die asiatischen Märkte im ersten Quartal weniger Verluste: Während der MSCI AC Asia ex Japan Index 18,38 Prozent verlor, büßte der MSCI World Developed Market Index 21,05 Prozent ein.

Chinas Wirtschaft könnte bald wieder wachsen

Die meisten Marktexperten gehen von einer weltweiten Rezession aus – die natürlich auch die asiatischen Märkte trifft. Dennoch müsse Anlegern klar sein, dass diese Rezession „mit dem Virus um die Welt“ wandere, sagt Martin Moryson, Chefvolkswirt Europa bei der DWS: Er erwartet deshalb, dass sich die chinesische Konjunktur bereits im zweiten Quartal erholt. „Aufs Jahr gerechnet dürfte die chinesische Wirtschaft um rund zwei Prozent wachsen“, sagt Moryson. Schon jetzt zeigt der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) eine Verbesserung der Lage: Nachdem er im Februar auf ein Rekordtief von 35,7 gesunken war, stieg er im März wieder auf 52.

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