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Börsen im Bann des Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich aus, weltweit sind mehr als 4.500 Menschen mit der Lungenkrankheit infiziert. Investoren fürchten dramatische Folgen für die Wirtschaft und schicken die Aktienmärkte rund um den Globus auf Talfahrt. Ist die Hysterie übertrieben?

28.01.2020 | 15:04 Uhr von «Alexandra Jegers»

Es ist keine Woche her, da knallten an der Börse in Frankfurt die Sektkorken. Am 22. Januar 2020, fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Aufstellen der letzten Rekordmarke von 13.597 Punkten, markierte der deutsche Leitindex Dax ein neues Allzeithoch. In der Spitze notierte er bei 13.640 Zählern – und Marktbeobachter waren sich sicher, dass sich die Hausse fortsetzen wird.

Eine Woche später ist von derlei Optimismus nichts mehr zu spüren. Die Angst vor einer Pandemie, ausgelöst durch das Coronavirus, hat die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. Am Montag gab der Dax deutlich nach und schloss mit einem Minus von 2,7 Prozent bei 13.205 Punkten. Auch die US-amerikanischen Aktienindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verloren zum Wochenauftakt kräftig, ebenso wie der Nikkei-Index in Tokio. In China waren die Börsen feiertagsbedingt geschlossen.

Das Coronavirus beunruhigt die Finanzmärkte vor allem deshalb, weil es ungute Erinnerungen an die Sars-Epidemie im Jahr 2003 weckt. Damals starben fast 780 Menschen an der ebenfalls durch ein Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit; die meisten davon in Hongkong und China.

Auch diesmal breitet sich das Virus rasend schnell aus. Die Zahl der Erkrankten steigt und steigt, mittlerweile sollen weltweit mehr als 4.500 Menschen infiziert sein – auch in Deutschland meldeten die Behörden bereits den ersten Fall. In China hat die Regierung Millionen Menschen unter Quarantäne gestellt, um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen. „Zusätzlich zu den tragischen menschlichen Kosten einer Epidemie kann eine weit verbreitete Krankheit auch bedeutende volkswirtschaftliche Schäden verursachen“, warnt Mo Ji, Chefvolkswirtin bei AllianceBernstein (AB). Sie schätzt, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 Prozent sinken könnte, wenn die Epidemie in den nächsten drei Monaten eingedämmt wird. Bei neun Monaten könnte der Schaden bis zu 1,9 Prozent des BIP betragen.

Bessere Ausgangslage

Die ersten Vorzeichen sind bereits zu sehen. In China ist das öffentliche Leben fast vollständig zum Erliegen gekommen – und das ausgerechnet in der für das Land so wichtigen Feiertagssaison. „Das BIP-Wachstum ist in China mit 6,1 Prozent bereits so niedrig wie seit fast 30 Jahren nicht mehr“, sagt Ivan Mlinarci, Geschäftsführer bei Quant.Capital Management. „Egal, was das Virus noch anrichtet, die Spuren in der Wirtschaft werden deutlich zu spüren sein.“

Marktbeobachter warnen aber auch davor, die Lage schlimmer einzuschätzen, als sie tatsächlich ist. China sei heute viel besser auf eine solche Situation vorbereitet als in der Sars-Krise, sagt etwa Fabrice Jacob, Vorstand bei JK Capital Management. Eine Einschätzung, die der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Michael Spencer, teilt. Die Volksrepublik habe diesmal sehr vorausschauend und transparent reagiert, die Weltgesundheitsorganisation WHO früh eingeschaltet und regelmäßig informiert, sagte Spencer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er sieht keine Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schlimmer sein werde als vorangegangene Epidemien.      

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