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BioNTech-Aktie: Milliardenregen in Mainz - das ist jetzt wichtig

Der Covid-19-Impfstoff lässt Umsatz und Gewinn bei BioNTech sprudeln. Weitere Prognoseerhöhungen sind zu erwarten. Doch mittelfristig muss das Biotechunternehmen beweisen, dass es die Einnahmen sinnvoll investiert, sonst könnte der Rally die Luft ausgehen.

25.05.2021 | 12:10 Uhr von «Julia Groß»

Bei BioNTech in Mainz muss man sich wohl gerade ein bisschen so fühlen wie die Goldmarie im Märchen von Frau Holle: 2,05 Milliarden Euro hat das Unternehmen im abgelaufenen ersten Quartal eingenommen; das ist, grob überschlagen, 74-mal so viel wie in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres. Und der Geldregen nimmt kein Ende: Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr haben die erfolgreichen Covid-1-Impfstoffentwickler soeben von 9,8 auf 12,4 Milliarden Euro hochgeschraubt. Angesichts zahlreicher noch laufender Verhandlungen und noch nicht vergebener Produktionskapazitäten von 1,2 Milliarden Dosen ist dabei sogar noch Luft nach oben. Der Quartalsgewinn beträgt 1,13 Milliarden Euro.

Der Aktienkurs stieg nach Bekanntgabe der Zahlen in der Spitze bis zu zehn Prozent. Gerade nach der Schocknachricht der vorvergangenen Woche, wonach die US-Regierung die Aufhebung der Patente für Covid- Impfstoffe befürwortet, waren die optimistischen Aussagen von BioNTech-CEO Ugur Sahin und seinem Management genau das, was Anleger hören wollten.

Die mRNA-Firmen dürften von solchen Vorhaben - so sie denn überhaupt jemals realisiert werden - ohnehin am wenigsten zu befürchten haben. Zu neu, zu komplex ist die Produktion, als dass sie sich schnell kopieren ließe, vom globalen Mangel an den nötigen Rohprodukten mal ganz abgesehen.

Das Momentum stimmt

Wie zur Bekräftigung hat die EU mit BioNTech und Partner Pfizer den wohl größten Arzneimittel-Liefervertrag aller Zeiten abgeschlossen: Bis 2023 will Brüssel mindestens 900 und bis zu 1,8 Milliarden weitere Dosen kaufen. Schätzungen zufolge wird die EU dafür bis zu 35 Milliarden Euro bezahlen. Ein klares Signal auch für die marktbeherrschende Position, die BioNTech/Pfizer nach den Thrombose-Problemen der Vektor-Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson einnehmen. Ebenfalls dürfte die in den USA erfolgte und in der EU bevorstehende Zulassung für Kinder ab zwölf die Nachfrage ankurbeln.

Das Geschäft boomt also, das Momentum stimmt. Doch mittelfristig warten vor allem institutionelle Investoren darauf, dass der Rally die Luft ausgeht. Denn die einmalige Erfolgsgeschichte wirft unweigerlich Fragen auf: Kann Biontech den Geldregen aus den Impfstoffumsätzen sinnvoll einsetzen, um die Produktpipeline zu vergrößern und ihre Entwicklung zu beschleunigen?

Nach dem Husarenstück mit dem Impfstoff sind die Erwartungen, was Tempo und Erfolgsrate angeht, so groß, dass sie eigentlich nur enttäuscht werden können. Und ob sich die neuen Technologien auch bei Biontechs Hauptforschungsgebiet Krebs bewähren, ist alles andere als sicher. In der zweiten Jahreshälfte wird es News aus fünf klinischen Studien geben, die dazu entscheidende Hinweise liefern können.

Sieben weitere Produkte sollen im laufenden Jahr erstmals an Patienten erprobt werden, die Forschungsausgaben haben sich im ersten Quartal bereits von 65,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 216,2 Millionen Euro erhöht.

Unklar ist aber auch, wie viele Jahre das Covid-Impfgeschäft das Unternehmen tragen wird - und in welcher Größenordnung. Denn es sieht zwar stark danach aus, dass es auch in den kommenden Jahren Auffrischungsimpfungen geben wird. Weltweit sind aber noch so viele weitere Impfungen in Entwicklung, dass 2022 oder 2023 durchaus ein Wettbewerb um den besten Preis entstehen könnte. Dies würde den Plan, den Impfstoff später deutlich teurer zu verkaufen, durchkreuzen.

Das heißt: Jetzt wollen Investoren zwar unbedingt sehen, dass BioNTech seine Milliarden in Forschung, Entwicklung und vielleicht auch Zukäufe steckt. Doch versiegt der Geldregen, werden sie kritisieren, warum die Firma nicht besser gehaushaltet hat.

Günstige Bewertung

BioNTech ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht für 2021 spottbillig bewertet. Angesichts der erwartbaren Prognoseerhöhungen in den kommenden Monaten sind weitere Kurssteigerungen drin. Anleger sollten sich jedoch bewusst sein, dass enttäuschende Daten zu den Krebsprojekten oder Nachrichten bezüglich der Aufhebung des Patentschutzes oder zu stärkerer Preisregulierung von Medikamenten in den USA auch kräftige Kurskorrekturen auslösen können.

Dieser Artikel erschien zuerst am 24.05.2021 auf boerse-online.de

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