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Broker und Direktbanken locken mit Spitzenzinsen

Broker und Direktbanken locken mit Spitzenzinsen
Zinsen

Während konventionelle Filialbanken die Zinserhöhungen der Zentralbank nur teilweise und verzögert an Anleger weitergeben, gewinnen Internetanbieter mit lukrativen Zinsangeboten neue Kunden.

02.02.2023 | 07:15 Uhr von «Ulrich Lohrer»

„Millionen Sparer gehen leer aus - Die große Zins-Schweinerei“, kritisierte drastisch eine große deutsche Boulevardzeitung die zögerliche Zinsanpassung vieler Banken. Nach dem „Zinspranger“ würden vor allem die 50 Millionen Sparkassen-Kunden in die Röhre schauen. Tatsächlich geben viele Kreditinstitute die seit Mitte 2022 durch die Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank stark gestiegenen Kapitalmarktzinsen nur zögerlich und unvollständig an ihre Kunden weiter. Im Durchschnitt werden täglich verfügbare Gelder bei den Banken laut Angaben der Bundesbank mit lediglich 0,1 Prozent verzinst.

Schwaches Einlagenwachstum

Dabei sollten Banken ein Interesse haben, ihre Kunden mit der Vergabe fairer Zinsen zu halten, zumal der Realzins nach Abzug der aktuellen Inflationsrate von rund neun Prozent von den nominalen Zinsen ohnehin stark negativ sind. 2022 „haben die Privathaushalte ihre Bankeinlagen bis Ende September um lediglich 33,7 Milliarden Euro erhöht, was etwa um die Hälfte unter dem Zuwachs der Vorjahre liegt“, schreibt Heike Mai von der Deutschen Bank Research in ihrer Studie „Inflation und Zinsanstieg: Privathaushalte reagieren“. Der unterdurchschnittliche Anstieg bei den Bankeinlagen seit Anfang 2022 (siehe Grafik unten) führt sie auf die hohe Inflation und den damit verbundenen Rückgang der Sparquote zurück. Allerdings würden Anleger auf die steigende Zinsen reagieren, indem sie „nach langen Jahren des Abschmelzens“ 2022 um 7,8 Milliarden Euro mehr in Terminanlagen  anlegten. Anbieter mit lukrativen Zinsangeboten können damit auch Neukunden gewinnen. „Das Einlagengeschäft erlebt eine Renaissance, von dem die Privatkunden am meisten profitieren“, heißt es in der November-Ausgabe der Branchenpublikation „zeb.market.flash“.

Bankeneinlagen


Broker locken mit lukrativem Gesamtpaket

Am 4. Januar 2023 sorgte der Broker Trade Republic mit seiner Ankündigung, das Geldguthaben seiner Kunden ab sofort mit zwei Prozent zu verzinsen für Aufsehen, weil das Angebot im Gegensatz zu den Konkurrenzanbietern nicht zeitlich und nicht auf Neukunden begrenzt ist. Dieses Angebot toppt der Scalable, der im Rahmen seines Wertpapiermodells Prime+ das Verrechnungskonto seiner Kunden ab Februar mit 2,3 Prozent verzinst. Der Nachteil: im Vergleich zum Preismodell Free Broker von Scalable mit unverzinsten Verrechnungskonto fallen bei dem Brokermodell Prime+ eine Monatsgebührt von 4,99 Euro an. Mit dieser Flatrate entfallen dann allerdings die Ordergebühren für Aktien, Derivate, ETFs oder Sparpläne. Am 24. Januar kündigte die Consorsbank für Neukunden ein ab Februar gültiges Depotmodell an, mit dem zwölf Monate lang für Orders über Tradegate Exchange lediglich Handelsplatzkosten von 0,95 Euro anfallen und die Kunden für ihr Guthaben Tagesgeld 2,1 Prozent an Zinsen erhalten.

Beste Angebote beim Tagesgeld

Anleger, die ihr Geld möglichst gut verzinst täglich verfügbar anlegen wollen, ohne Wertpapierdepots zu nutzen, erhalten die besten Angebote ebenfalls bei Brokern und Direktbanken, aber vor allem auch bei Autobanken. Allerdings sollten Anleger dabei genau auf die Konditionen achten. Denn die Angebote gelten oft nur für einen befristeten Zeitraum und oft nur für Neukunden. So bietet die Consorsbank für das täglich verfügbare Tagesgeld zu den bereits erwähnten 2,1 Prozent Zins an – allerdings nur für sechs Monate und nur für Neukunden. Den gleichen Zinssatz für das Tagesgeld und für Neukunden bieten die Raiffeisenbank im Hochtaunus (nur für vier Monate) und die Opelbank (nur für drei Monate). Zwei Prozent bieten für Tagesgeld-Neukunden Volkswagen Financial Services (für sechs Monate), Advanzia und die Direktbank ING (beide für vier Monate) und die Renault Bank (für drei Monate). Kundentreue belohnen jedoch auch viele Direktbanken und Autobanken nicht. So fallen die besten Tagesgeld-Zinsangebote für alle Kunden – als auch Altkunden – in der Regel um mehr als ein halbes Prozentpunkt niedriger aus. Die besten Tagesgeldzinssätze auch für Altkunden bieten Leaseplan Bank mit 1,5 Prozent und Renault Bank direkt mit 1,4 Prozent pro Jahr an.

Höhere Zinsen mit Festgeld

Zum Teil deutlich höhere Zinsen erhalten Anleger, wenn Sie bereit sind ihr Geld länger als Festgeld einer Bank zu überlassen. Die besten Angebote bieten oft ausländische Banken aus Italien oder Portugal, aber auch Autobanken aus Deutschland oder Frankreich. Einlagen bis 100.000 Euro pro Kunde sind für Banken mit Sitz in der Europäischen Union von den nationalen Einlagensicherungssystemen im Fall einer Insolvenz abgesichert. Über die Zinsplattform Weltsparen bieten beispielsweise Festgeld für den Anlagezeitraum von sechs Monaten die italienische Banca Ifis 2,6 Prozent Zins, die portugiesische Bai und die italienische Banca Progetto jeweils 2,5 Prozent Zins an. Für die Festgeld-Dauer von einem Jahr werden von europäischen Banken über Zinsplattformen sogar bis drei Prozent Zins angeboten. Wer sein Geld jedoch über einen solchen Zeitraum bindet, riskiert von den laufenden Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) abgehängt zu werden. Ende Januar 2023 erwartet die Mehrheit der Bankvolkswirte von der EZB noch mindestens zwei Zinserhöhungen.

Zinsvergleiche und Zinsplattformen

Aktuelle Vergleiche der Zinsangebote für Tagesgeld und Festgeld mit verschiedenenen Anlagefristen bieten im Internet beispielsweise biallo.de, check24.de, finanztip.de, tagesgeldvergleich.de, test.de, verivox.de. und weltsparen.de. Zu den Plattformen, die mit Finanzvermittlern kooperieren, zählen weltsparen.de und check.24. Einige Plattformen erleichtern zudem über eigene Kundenkonten den Wechsel zu dem jeweils günstigen Tagesgeld- und Festgeldanbieter.

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