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Grüne Welle für Investmentfonds

In Europa wandert mittlerweile jeder dritte Euro, der in Fonds investiert wird, in Nachhaltigkeits-Produkte. Die Neumittelzuflüsse für diese Gattung waren im vergangenen Jahr so hoch nie. Ein Grund dafür sind nicht nur viele Neuemissionen, sondern auch zahlreiche Umwidmungen.

13.02.2020 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Das Thema Nachhaltigkeit ist endgültig in den Depots europäischer Anleger angekommen. Im vergangenen Jahr flossen in Europa netto rund 120 Milliarden Euro in Investmentfonds mit Nachhaltigkeits-Mandat. Das entspricht rund 36 Prozent der Gesamt-Investitionen in europäisch domizilierte Fonds und bedeutet einen neuen Absatzrekord für ESG-Produkte. Das geht aus einer aktuellen Analyse des ESG-Marktes durch die Ratingagentur Morningstar hervor.

Entwicklung der Mittelzuflüsse in den vergangenen zehn Jahren

Die Verkaufserfolge haben enorme Wirkung auf den Markt: Laut Morningstar ist das in europäischen Ländern investierte Vermögen in ESG-Fonds per Ende 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent auf 668 Milliarden Euro angestiegen. Auch das ist ein neuer Rekord. Indexfonds mit ESG-Mandat machen dabei inzwischen 21 Prozent des gesamten ESG-Fondsvermögens aus. 

Vermögensentwicklung bei Nachhaltigkeitsfonds

Wachstumstreiber sind Neuemissionen und Umwidmungen

Es ist noch gar nicht so lange her, dass man die Zahl der Nachhaltigkeitsfonds an zwei Händen abzählen konnte. Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Der Markt hat sich enorm entwickelt. Ende Dezember 2019 wurden in Europa 2.405 ESG-Fonds angeboten, einschließlich ETFs. Die Emissionsmaschine läuft auf vollen Touren und befeuert den Trend zu mehr Investitionen in Produkte mit Nachhaltigkeits-Label: Allein im vergangenen Jahr kamen 360 neue ESG-Fonds auf den Markt.

Die Gefahr von "Green Washing" besteht weiter

Die Frage ist, wie grün die neue Welle an ESG-Fonds tatsächlich ist. Bei den meisten Nachhaltigkeits-Fonds, die im vergangenen Jahr an den Start gingen, wird das Thema mit so genannten Best-in-Class- oder Negative-Screening-Ansätzen umgesetzt. 

Die Best-in-Class-Idee lässt sich vereinfacht so zusammenfassen: In jeder Branche werden die Unternehmen herausgefiltert, die die sogenannten ESG Kritierien (Environment, Social and Governance – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) am besten umsetzen. Das klingt zunächst schlüssig, hat aber – je nachdem, wer die Idee in welcher Form umsetzt – einen großen Nachteil: Es gibt grundsätzlich keine Ausschlusskriterien für Branchen. So können auch Unternehmen, die ihr Geld mit Atomstrom, Waffen, Tabak oder Erdöl verdienen, als Klassenbester bewertet werden. 

Negative-Screening-Ansätze sind in dieser Hinsicht konsequenter: Hier können problematische Branchen oder auch einzelne Unternehmen von vornherein ausgeschlossen werden. Geht es um Rentenfonds, können auch Anleihen von Staaten vermieden werden, die beispielsweise die Todesstrafe befürworten. Nachteil des Negative-Screening ist die Denkweise und die damit verbundenen konkreten Strategien: Es wird nicht in Unternehmen investiert, die nachhaltige Entwicklungen fördern, sondern es werden nur Unternehmen vermieden, die unter die Ausschlusskriterien fallen. Das ist ein sehr grundsätzlicher Unterschied.

Diesen Unterschied machen 50 neue ESG-Fonds, die im vergangenen Jahr aufgelegt wurden und explizit das Ziel haben, in Unternehmen zu investieren, die Klimarisiken reduzieren wollen. Allerdings sollten Berater und Anleger die Fondsprosekte genau studieren. Denn die Zielsetzungen sind zum Teil schwammig umschrieben. 

Alte Fonds werden plötzlich grün

Zum grünen Branchenwachstum hat laut Morningstar-Analyse eine weitere Gruppe an Fonds maßgeblich beigetragen: Umgewidmete konventionelle Fonds – also Fonds, die einstmals klassisch investiert haben und nun verstärkt ESG-Aspekte bei ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen. Der Trend ist nicht mehr ganz neu. Bereits 2018 wurden 49 Fonds umgewidmet, im vergangenen Jahr gab es 39 Neuausrichtungen mit ESG-Filter. Darunter befanden sich auch bekanntere Fonds wie beispielsweise der BMO European Equity, der nun unter dem Namen BMO Sustainable Opportunities Equity ein neues, nachhaltigeres Leben führt. Oder der Oddo BHF AccuZins, der jetzt Oddo BHF Green Bond heißt und damit in ein neues Wachstumssegment wechselt: Green Bonds, also nachhaltige Rentenfonds, sind voll im Trend. Auch hier verzeichnet die Branche Rekordzuflüsse. Und der sogenannte Green Deal der EU-Kommission wird dafür sorgen, dass sich der Trend in den kommenden Jahren noch beschleunigen wird. 

Fazit: Die Fondsindustrie wird grüner – zum Teil, weil Anleger vermehrt nach ESG-Fonds fragen, zum Teil aber auch, weil die Fondsgesellschaften selbst den Trend zum nachhaltigen Investieren mit zahlreichen neuen Produkten befeuern. Beratern kommt hier eine wichtige Funktion zu: Sie haben die Chance, mit Expertise und kritischem Auge aus den verschiedenen unter grünem Label angebotenen Produkte für ihre Kunden die passenden Fonds herauszusuchen.

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