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Nachhaltiges Investieren: Was sollen Berater empfehlen?

Die Politik macht Druck: Nachhaltigkeit soll gefördert werden. Es gibt Stimmen, die klagen, das sei für Anleger ein Nachteil. Ein Blick auf die Performance des ältesten Ethik-Fonds der Welt beantwortet zumindest die Frage, ob es nicht schon immer eine gute Idee war, mit gutem Gewissen zu investieren.

04.03.2019 | 13:00 Uhr von «Matthias von Arnim»

Seit die internationale Staatengemeinschaft in Paris beschlossen hat, die Erderwärmung auf 1,5 bis zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Stand zu limitieren, sind inzwischen rund vier Jahre vergangen. Die bittere Erkenntnis: Das Klimaschutzabkommen von Paris war zwar ein Meilenstein an gutem Willen, es beruht allerdings auch auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. In den Pariser Verträgen sind keine Sanktionen für Klimasünder vorgesehen. Die Folge ist, dass ausgerechnet die EU-Staaten, führend und lautstark in den Pariser Verhandlungen, leise und verschämt zugeben müssen, bei der Umsetzung der Ziele bis heute ziemlich wenig erreicht zu haben. Das sorgt zunehmend für schlechte Laune bei engagierten Politikern, die endlich Fortschritte bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft sehen wollen. Und so baut Brüssel zunehmend Druck auf, um endlich in die Spur zu kommen.

Als druckvolles Instrument haben EU-Kommission und EU-Parlament die Lenkung von Finanzströmen entdeckt. Die Idee ist nachvollziehbar: Laut Schätzungen sind in den kommenden 20 Jahren zusätzliche Investitionen von rund 180 Milliarden Euro pro Jahr nötig, um die selbstgesteckten Klima-Ziele zu erreichen. Die Politik will deshalb an den Finanzmärkten das Kapital von Anlegern gezielt in die entsprechenden Branchen und Unternehmen leiten, die ihren Anteil zu einer ethisch, ökologisch und sozial besseren Welt beitragen. Auf Freiwilligkeit alleine wollen sich die Politiker in Brüssel allerdings nicht mehr verlassen. Private und institutionelle Anleger sollen mit regulatorischem Druck aus Brüssel dazu motiviert werden, künftig verstärkt ethisch korrekt zu investieren. Eine Schlüsselposition in den Plänen der Politik nehmen Finanzberater ein, die ihren Kunden ESG-konforme Produkte ans Herz legen sollen.

Es gibt Stimmen, die die Gesetzesvorhaben, die gerade auf den Weg gebracht werden, heftig kritisieren. Von Gängelung und Planwirtschaft ist zum Teil die Rede. Investoren sollten allein die Rendite von Wertanlagen zum Kriterium für ihre Entscheidungen machen. An diesem Punkt allerdings lohnt es sich, nachzuhaken und zu überprüfen, ob es nicht ohnehin schon immer eine gute Idee war, ethisch korrekt zu investieren.
Und hier können Finanzberater leicht Aufklärung leisten, indem sie als Beispiele auf die Entwicklung des ältesten US-Nachhaltigkeits-Index und des ältesten Investmentfonds verweisen.

MSCI KLD 400 Social Index – der älteste US-Nachhaltigkeitsindex

Der MSCI KLD 400 Social Index spiegelt die Performance von 400 US-amerikanischen Unternehmen wider, die spezifischen sozialen und umweltbezogenen Kriterien genügen. Der nach Marktkapitalisierung gewichtete Index enthält rund 250 Aktien aus dem S&P 500, etwa einhundert Großunternehmen, die nicht im S&P 500 gelistet sind sowie knapp  50 weitere Unternehmen, die sich durch ein besonderes soziales Engagement auszeichnen. Bei der Auswahl von Unternehmen für den Index werden vorrangig folgende Faktoren berücksichtigt: die Sozialperformance, die Marktkapitalisierung und die Branche der jeweiligen Unternehmen. Unternehmen, die in den Bereichen Alkohol, Glücksspiel, Kernenergie, Rüstungsgüter, Schusswaffen oder Tabak ihr Geld verdienen, werden grundsätzlich ausgeschlossen. Positivkriterien sind dagegen hohes gesellschaftliches Engagement, eine soziale Unternehmensführung, Umweltschutz, sichere und nützliche Produkte sowie Menschenrechte.

Vergleicht man den MSCI KLD 400 Social Index mit dem MSCI USA Index, der keine Branchen- oder Unternehmensrestriktionen vorsieht, fallen vor allem zwei Dinge auf. Erstens: Weder die Performance, noch das Risiko-Rendite-Verhältnis der beiden Indizes unterschieden sich in den vergangenen zehn Jahren wesentlich voneinander. Bei den fundamentalen Kennzahlen wie Dividendenrendite oder KGV sind ebenfalls keine großen Abweichungen zu erkennen. Einzig das Kurs-Buchverhältnis deutet darauf hin, dass nachhaltig orientierte Unternehmen offensichtlich höher bewertet werden als durchschnittliche Unternehmen. Zweitens: Ethisch korrektes Investieren anhand der gängigen ESG-Kriterien zu definieren, ist eine Herausforderung. Zu den größten Werten im MSCI KLD 400 Social Index gehören neben Microsoft, Facebook und Alphabet auch Unternehmen wie Procter & Gamble und Coca Cola. Ob jeder Investor diesen Unternehmen bedenkenlos ein grünes Label zugestehen würde, bleibt diskussionswürdig. Zweifellos ist es für Anleger aber kein Nachteil, in ETFs zu investieren, die den  MSCI KLD 400 Social Index als Benchmark haben. Beispiele dafür sind der iShares MSCI KLD 400 Social ETF, der allerdings nur in den USA gehandelt wird, und der BNP Paribas Easy MSCI KLD 400 US SRI (ISIN LU1291103338), der auch hierzulande verfügbar ist.

Der Pioneer Fund – der älteste Investmentfonds der Welt, und das mit ESG-Garantie

Hilfreich bei der Frage, ob sich nachhaltiges Investieren lohnt, ist auch ein Blick auf den ältesten Fonds überhaupt: Der Pioneer Fund wurde 1928 als Investmentprodukt speziell für die streng religiösen Gemeinschaften der Quäker und Methodisten aufgelegt und verzichtet seit seiner Auflage im Februar 1928 auf Investitionen in Glücksspiel sowie die Alkohol- und Tabakindustrie. Genau genommen, macht das den Fonds zum ersten Ethikfonds der Welt – auch ohne das Etikett Nachhaltigkeit. Vermutlich ließ sich dieser Begriff vor 91 Jahren noch nicht so gut vermarkten. Aber das soll bei der Performancebetrachtung hier keine Rolle spielen. Entscheidend ist: Im 5-Jahresvergleich schneidet der Fonds gegenüber seiner Benchmark, dem S&P 500, hervorragend ab…

Im 10-Jahres-Vergleich haben sich Fonds und Benchmark ähnlich entwickelt…

Und im Performancevergleich seit 2001 schlägt der S&P 500 Index den Fonds um Längen…

Fazit: Offensichtlich müssen weder Berater noch Anleger Angst vor den Regulierern aus Brüssel haben. Es gibt den begründeten Verdacht, dass es für die Performance eines Finanzprodukts überhaupt keine Rolle spielt, ob es ethische Kriterien berücksichtigt. Es ist also nicht schädlich, mit gutem Gewissen zu investieren.

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