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Diese Folgen drohen bei der Einführung von Libra

Die digitale Währung von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist noch gar nicht gestartet. Und doch machen sich Ökonomen bereits Sorgen um die möglichen Auswirkungen der Libra auf den Geldwert und die Folgen für die Finanzstabilität.

14.11.2019 | 15:03 Uhr von «Jennifer Garic»

Laut der Webseite Coinmarketcap gibt es aktuell 2.369 Kryptowährungen mit einer gesamten Marktkapitalisierung von rund 242 Milliarden US-Dollar – rund zwei Drittel davon entfallen allein auf den Bitcoin. Dieser ist auch auf Twitter Thema Nummer eins, wie eine Auswertung des Portals Kryptoszene zeigt. Hätte man Ökonomen wie Jörn Quitzau befragt, wäre das Ergebnis wohl anders ausgefallen. Wie viele Finanzberater und Anleger beschäftigt sich der Berenberg-Ökonom derzeit vor allem mit Libra.

Die digitale Währung, die Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ins Leben gerufen hat, gibt es noch gar nicht – und doch bestimmt sie schon jetzt viele Diskussionen. Quitzau fürchtet vor allem makroökonomische Folgen durch die digitale Währung. Denn während die Marktkapitalisierung der aktuellen Kryptowährungen noch nicht ausreiche, um Einfluss auf das bestehende Geldystem und die Finanzstabilität zu nehmen, sei die Facebook-Währung dazu durchaus in der Lage, sagt der Berenberg-Ökonom.

Libra Association schöpft unbegrenzt neues Geld

Das Prinzip der geplanten Digitalwährung funktioniert so: Um an Libra zu kommen, tauschen Privatpersonen zum Beispiel Euro ein. Die Libra Association legt die eingetauschten Euro als liquides Vermögen und in Staatsanleihen mit hoher Bonität an. So ist die digitale Währung an reale geknüpft. Was gut klingt, ist aus Sicht des Berenberg-Ökonomen Quitzau allerdings ein großes Problem. Denn die Libra Associtation schöpft damit neues Geld. "Wenn beispielsweise Facebook-Nutzer in Europa Libra Coins für 100 Milliarden Euro kaufen würden, entspräche das einer Geldschöpfung in eben dieser Höhe", erklärt Quitzau. "Die ursprünglichen 100 Milliarden Euro würden also einmal von der Libra Association am Wertpapiermarkt investiert und gleichzeitig von den Konsumenten noch einmal am Gütermarkt ausgegeben." Dieser Effekt hätte eine Inflation bei den Verbraucher- und Vermögenspreisen zur Folge, schlussfolgert Quitzau. Hinzu kommt: Um spekulative Preissprünge wie bei Bitcoin und Co zu verhindern, soll die Menge der Libra-Coins nicht gedeckelt werden. Je höher die Nachfrage, desto mehr Libra soll es geben. Damit könne die Libra Association unbegrenzt Geld schöpfen und die Inflationsspirale unbegrenzt anheizen, argumentiert der Berenberg-Ökonom.

Kursverluste auch bei Libra möglich

Die Libra-Verfechter halten dagegen und argumentieren, dass es durch dieses Prinzip nicht zu einem "Bankenansturm" kommen könne. Schließlich sei durch die Deckung mit realen Währungen jederzeit eine Rückzahlung an die Libra-Nutzer mit herkömmlichem Papiergeld möglich. Eine Destabilisierung des Systems sei entsprechend nicht möglich, da die Werthaltigkeit der Währung jederzeit gegeben sei.

Für Quitzau ist diese Sichtweise zu optimistisch, er hält Kursverluste bei Libra dennoch für möglich: "Die Kurse der in der Libra-Reserve enthaltenen Wertpapiere können unter Druck geraten, wenn die Marktzinsen steigen. Auch wenn die Wechselkurse der Währungen unter Druck geraten, in denen die Libra-Reserve angelegt ist, drohen Kursverluste", sagt Quitzau. Wenn dann Libra-Besitzer ihr Geld zurückforderten, müsse die Libra Association sich eilig von ihren Beständen trennen und würde durch den Verkaufsdruck die Zinsen an den Anleihemärkten nach oben treibt, sagt der Ökonom. Die Kursverluste bei Libra könnten sich also in einem solchen Fall auch auf andere Anlageklassen übertragen.

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