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Bitcoin-Skandal: 95 Prozent der Umsätze sind vorgetäuscht

Ein Gutachten, das der Asset Manager Bitwise vorlegte, um den ersten Bitcoin-ETF für Privatanleger zu lancieren, zeigt, dass 95 Prozent der Umsätze im Bitcoin-Handel frei erfunden sind.

15.11.2019 | 15:41 Uhr von «Nina Bärschneider»

Unter den Fans von Kryptowährungen gibt es einen langgehegten Traum: einen ersten Bitcoin-ETF (Exchange Traded Fund) für Privatanleger. Doch bisher hat die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC alle Anträge auf ein solches Produkt abgelehnt. Der Grund: Krypto-Handelsplätze seien im Gegensatz zu traditionellen Börsen keine geregelten Märkte – und zu anfällig für Manipulationen. Ein Gutachten, mit dem der US-amerikanische Asset Manager Bitwise den Bitcoin-Markt analysiert hat, behauptet nun: 95 Prozent der Umsätze an Bitcoin-Börsen sind vorgetäuscht. Darüber berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ).

Das bedeutet: Ein Großteil der Bitcoins, die angeblich täglich gehandelt werden, haben den Besitzer gar nicht wirklich gewechselt. Statt des Handelsvolumens von täglich elf Milliarden US-Dollar, das Bitcoin-Broker im April errechnet hatten, wurden demnach nur Bitcoin-Geschäfte in Höhe von 554 Millionen US-Dollar pro Tag abgewickelt.

Kurioserweise wollten die Initiatoren der Bitwise-Studie aber nicht beweisen, wie unzuverlässig Kryptowährungen funktionieren – sondern das genaue Gegenteil. Das Gutachten führten sie nämlich ins Feld, um sich den ersten Bitcoin-ETF für Privatanleger genehmigen zu lassen. Wie das? In der Analyse haben sie zehn Börsen identifiziert, die nicht manipuliert würden, den Bitcoin-Handel also nicht vortäuschen. Verdächtige Manipulationsmuster, die sie bei anderen Börsen beobachtet hatten, konnten die Autoren hier jedenfalls nicht erkennen. Zudem hätte angesichts des tatsächlichen Transaktionsvolumens der Handel an Future-Märkten einen viel größeren Einfluss als angenommen. Das wiederum sollte helfen, den Markt zu überwachen und zu kontrollieren.

Die SEC konnte Bitwise mit dieser Um-die-Ecke-Argumentation nicht überzeugen. Die Börsenaufsicht wies den Antrag auf Zulassung des Bitcoin-ETFs Anfang Oktober ab. Unter anderem glaubt man bei der Börsenaufsicht nicht daran, dass derart viele Umsätze erfunden sind, wie die Gutachter behaupten.

Bitcoin-ETF könnte dennoch bald kommen

Bitwise zeigt sich auch nach der Niederlage zuversichtlich. „Obwohl der Ablehnungsbescheid nicht positiv erscheint, ist dies ein produktiver Schritt auf dem Weg zu einem regulierten Krypto-Produkt“, schreibt der Vermögensverwalter auf Twitter. In einem weitergehenden Statement kündigte Bitwise inzwischen an, weiterhin an der Auflage eines Bitcoin-ETF zu arbeiten – und schon bald einen neuen Antrag einzureichen. Es ist durchaus möglich, dass der Asset Manager damit irgendwann Erfolg hat. Schließlich haben Kryptowährungen – wie hoch die Umsätze auch sein mögen – sich einen Platz in der Finanzwelt erobert. Auch renommierte Finanzdienstleister haben das Potenzial von Bitcoin und Co. längst erkannt. So bringt die US-Bank JP Morgan gerade eine eigene Kryptowährung auf den Markt, die Regionalbörse Stuttgart hat Anfang des Jahres eine Smartphone-App für den Kryptohandel herausgebracht. Bis zu einem Bitcoin-ETF ist es womöglich kein weiter Weg mehr.

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