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„Value-Aktien sind immer noch sehr günstig bewertet“

War die jüngste Value-Rally nur eine kurze Episode oder beginnt nun ein längerer Value-Zyklus? Dazu fragten wir Andreas Wosol, der von Wien aus den Amundi Funds European Equity Value managt und bei Amundi Value-Chef für europäische Aktien ist.

31.03.2021 | 07:30 Uhr von «Ralf Ferken»

TFR: Herr Wosol, seit dem 9. November 2020 feiern Value-Aktien ein Comeback. Liegt dies nur am Covid-Impfstoff von Biontech und Pfizer, den beide Unternehmen damals vorgestellt haben?

Andreas Wosol: Die Erholung von Value hat sogar schon seit dem Tiefstand im März 2020 begonnen. Damals war dies nur nicht so prominent wie heute, da Value-Aktien im Gleichklang mit dem breiten Markt gestiegen sind. Erst mit dem 9. November 2020 gab es den ersten sichtbaren Value-Spike, weil Value gegenüber Growth und dem breiten Markt outperformt hat. Seit Anfang 2021 hat nun eine weitere Verbreiterung der Value-Rally eingesetzt.

Andreas Wosol

Andreas Wosol, Amundi

Was unterscheidet diese drei Phasen?

In der ersten Welle haben günstige Qualitäts-Zykliker gut abgeschnitten , die vor allem aus dem industriellen Bereich stammten. In der zweiten Welle sind sogenannte „Covid-Aktien“ dazu gekommen, die in der ersten Pandemie-Phase nicht gelaufen sind und zum Deep-Value-Bereich gehören. Seit Anfang des Jahres hat sich die Value-Rally auf eine breite Basis gestellt, weil nun auch Finanzwerte und vor allem Banken gut laufen.

Was spricht denn so plötzlich für Banken?

Dies hat vor allem mit den höheren Inflations- und Zins-Erwartungen sowie der steileren Zinskurve zu tun, die mit einer volkswirtschaftlichen Erholung einhergeht. Dies ist der beste Zeitpunkt für Value.

Wie lange kann diese Value-Erholung noch dauern? Ende 2016 war die Value-Rally zum Beispiel schnell wieder vorbei.

Langfristig sind Value-Aktien im Vergleich zu Nicht-Value-Aktien immer noch sehr günstig bewertet. Wenn das Bruttoinlandsproduktion-Wachstum und die Arbeitsmarktdaten sich gleichlaufend verbessern, wird diese Mean Reversion der Bewertungsanomalie nochmals an Fahrt gewinnen. Daher stehen wir aus meiner Sicht nicht schon wieder am Ende einer taktischen Value-Erholung, sondern erst am Beginn einer strukturellen Value-Rally. Die wird natürlich mal wieder abflauen, aber an der grundsätzlichen Bewegung sollte sich nichts ändern.

Rechnen Sie mit einer starken Value-Phase wie in den Jahren 2001 bis 2007?

Solche Extreme sind schwer zu prognostizieren. Damals waren es andere Einflussfaktoren, die dazu geführt haben. Heute beispielsweise bevorzugt der ESG-Trend typischerweise Growth-Aktien. Aber eine Mean Reversion zum Durchschnitt ist realistisch.

Demnach passen ESG und Value nicht zusammen?

Ein Growth-Index hat im Schnitt ein besseres ESG-Profil als ein Value-Index. Wir gehen jedoch anders vor. Das heißt, wir kaufen nicht nur die relativ günstigsten Unternehmen des Index, sondern wir betreiben aktives Value-Investing und investieren in attraktive Geschäftsmodelle, die unterbewertet sind. Auf diese Weise bekommen wir ein deutlich besseres ESG-Profil als bei einem Value-Index.

Könnten Sie ein Beispiel nennen?

Wir besitzen seit langer Zeit einen global führenden Kabelproduzenten, dessen Kabel unter anderen die Produktionsstätten von Wind- und Solarenergie mit dem Stromnetz verbindet. Ohne ein solches Unternehmen würde es heute keinen Wind- oder Solarstrom geben..

Stichwort Bewertung. Sie investieren anhand einer ausreichenden Margin of Safety. Schauen Sie weitere Faktoren an?

Nein, wir betreiben Value pur und achten nicht auf quantitative Faktoren wie zum Beispiel Momentum. Das heißt, wir investieren in attraktive und lebensfähige Geschäftsmodelle mit einem Bewertungsabschlag. In diesen „Viable Businesses“ steckt eigentlich schon der ganze Trigger drin. Benjamin Graham, der Gründer des Value Investing, konnte in den 1930er bis 1950er Jahren ja auch keine Faktoren messen, sondern hat die Bilanzen und die Cash Flows angeschaut und daraus einen inneren Wert ermittelt.

Zurück zur Gegenwart. Wie haben Sie während der Pandemie agiert?

Vom Covid-Start bis zum Ende des Jahres haben wir neun neue Positionen aufgenommen, während es in normalen Jahren drei bis fünf sind. 2020 war somit genial für Value-Investoren. Denn wenn die Volatilität am größten ist, ist auch die Preis-Wert-Differenz am größten und bietet die größten Opportunitäten.

Gibt es klassische Wosol-Aktien, die Sie gekauft haben?

Wir haben Aktien aus verschiedenen zyklischen Branchen gekauft, die bei uns bereits im „Pool of Ideas“ waren. Ich nenne hier die Bereiche Automobilhersteller, Entertainment und Medien, Flugzeuge- und Tourismus sowie Maschinenbau und auch Pharmazie. Dagegen haben wir keine Öl-, Versorger- oder Finanzwerte gekauft, die sich in vielen Value-portfolios befinden.

Sie halten derzeit 44 Titel im Portfolio, die Sie je mit rund 2,3 Prozent gleich gewichten. Was spricht für diese Methode?

Auf diese Weise erzielen wir langfristig höhere risiko-adjustierte Erträge. Zudem vermeiden wir so zwei Verhaltensfehler. Denn somit folgen wir nicht der Herde und kaufen Aktien nur deshalb, weil sie eine hohe Gewichtung im Index haben. Zudem gewichten wir eine Aktie nicht deshalb besonders hoch, nur weil wir glauben, es besser als die anderen zu wissen.

Wie reagieren die Anleger Ihres Fonds auf die Value-Rally?

Wir sind derzeit der Best-Selling- und größte Value-Fonds in unserer Kategorie. Darüber freuen wir uns natürlich, zeigt es doch, dass Value nicht tot ist, sondern vielmehr eine ideale Buy-and-Hold-Strategie bleibt.


Europäische Value-Fonds: sortiert nach Performance

Name (Auswahl) Performance 1 Jahr FondsNote Fondsvolumen ISIN
Deka STOXX Europe Strong Value 20 ETF 65,9% 4 41,16 Mio. EUR DE000ETFL045
LINGOHR-EUROPA-SYSTEMATIC-INVEST 53,7% 5 65,06 Mio. EUR DE0005320097
M&G (Lux) European Strategic Value Fund 51,7% 110,86 Mio. EUR LU1866903203
JPMorgan Europe Strategic Value Fund 47,2% 5 1,55 Mrd. EUR LU0107398884
AMUNDI FUNDS EUROPEAN EQUITY VALUE 46,8% 5 2,92 Mrd. EUR LU1883314244
BlackRock European Value Fund 46,5% 4 848,21 Mio. EUR LU0072462186
First Private Europa Aktien ULM 46,4% 4 261,84 Mio. EUR DE0009795831
Mandarine Valeur 43,7% 5 387,82 Mio. EUR FR0010554303
DNCA Value Europe 43,5% 5 762,79 Mio. EUR LU0284396016
UniValueFonds: Europa 43,3% 4 138,31 Mio. EUR LU0126314995
Franklin Mutual European Fund 39,9% 5 617,42 Mio. EUR LU0109981661
Tocqueville Value Europe 39,9% 5 368,54 Mio. EUR FR0010547067
Deka-EuropaValue 36,8% 3 107,22 Mio. EUR LU0100187060
BNP Paribas Europe Value 36,3% 5 408,30 Mio. EUR LU0177332227
Robeco QI European Conservative Equities 21,9% 2 1,15 Mrd. EUR LU0339661307
Stichtag: 29.03.2021, Quelle: FVBS professional



Weitere Infos zum Amundi Funds European Equity Value finden Sie hier

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