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Konjunktur in China: „Kein weiterer Anschub notwendig“

„Das Reich der Mitte ist dank gezielter Stimulierung auf den Wachstumspfad zurückgekehrt“, sagt William Fong. Washingtons Drohung, chinesische Firmen von US-Börsen zu verbannen, müsse Anleger nicht beunruhigen.

17.09.2020 | 13:30 Uhr von «Jörg Billina»

Herr Fong, Chinas Regierung hat ein Stimulus-Paket in Höhe von über 500 Milliarden Dollar aufgelegt. Die USA geben deutlich mehr aus. Warum hält sich Peking zurück?

William Fong: Die Regierung baut auf den Erfahrungen auf, die im Zuge der globalen Finanzkrise gewonnen wurden. Um die wirtschaftlichen Folgen abzumildern, hatte Peking seinerzeit viel Geld in die Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur investiert. Dies hatte jedoch Überkapazitäten in verschiedenen Sektoren zur Folge — unter anderem im Stahlbereich. Derartige Fehlentwicklungen will man diesmal unbedingt vermeiden. Außerdem gehört China zu den Ländern, die nach dem März eine rasche wirtschaftliche Erholung erlebten.

Wie wird die Konjunktur angekurbelt?

Geld fließt vor allem in den Ausbau der Digitalisierung. Zudem können Small- und Mid-Cap-Unternehmen zu günstigen Konditionen Kredite aufnehmen. Auch erhalten Konsumenten Kaufprämien etwa für den Kauf von Elektrofahrzeugen. Im Vergleich zur Finanzkrise setzt man diesmal an mehreren Stellen gleichzeitig an.

Die Maßnahmen zeigen Wirkung?

Ja, nach einem sehr schwachen ersten Quartal legte schon im April die Industrieproduktion zu, auch die Konsumausgaben zogen an. Die Sektoren Immobilien und Automobil sind mittlerweile wieder auf dem Niveau, das sie vor der Krise hatten. Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über drei Prozent. Die Regierung kann bei Bedarf zusätzliche Mittel nachschießen, doch dies wird wohl nicht nötig sein.

Wird China Ende des Jahres zu den wenigen Ländern zählen, deren Bruttoinlandsprodukt gestiegen ist?

Ja, die Prognosen liegen zwischen zwei und drei Prozent Plus. Die Konsensschätzung für das kommende Jahr liegt bei rund acht Prozent. Wie hoch das Plus letztendlich ausfällt, hängt jedoch vom weiteren Verlauf der Pandemie und der wirtschaftlichen Entwicklung im Rest der Welt ab.

Hat Chinas Technologiebranche durch ­Corona, Homeoffice und Lockdowns in verschiedenen Städten einen Schub erhalten?

Eindeutig. Die Bereiche E-Commerce, 5G, künstliche Intelligenz und Datenspeicherung waren schon vor Ausbruch der Pandemie auf Wachstumskurs, dieser hat sich durch Covid-19 noch mal beschleunigt.

Chinas Aktienmärkte sind seit März deutlich gestiegen. Sind die Titel immer noch billig?

Ja, Chinas Aktienmärkte sind im Vergleich mit denen der Industriestaaten oder den Emerging Markets immer noch günstig. Man muss jedoch differenzieren. Aktien aus den Bereichen Glücksspiel, Technologie und Gesundheit sind bereits hoch bewertet. Das zwingt uns, bei der Auswahl der Werte sehr selektiv vorzugehen. In den Branchen Finanz und Energie finden sich dagegen noch Unternehmen, die niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse aufweisen.

Sind die beiden Sektoren für Sie als Investor attraktiv?

Nein, in den beiden Bereichen warten wir noch ab. Als bereits jetzt aussichtsreich stufen wir dagegen Unternehmen aus der Tourismusbranche ein. Wir glauben, dass diese sich nach Aufhebung von Reisebeschränkungen erholen werden.

Wird sich Chinas Aktienmarkt bis zum Ende des Jahres weiterhin gut entwickeln?

Die zyklische Erholung wird sich fortsetzen. Zudem ist noch ausreichend Liquidität vorhanden. Auch dürften interessante Neuemissionen das Interesse ausländischer Investoren an chinesischen Aktien wecken. Wie etwa der für Oktober geplante IPO von Alipay.

Rechnen Sie mit starken Kurszuwächsen?

Ja, der Finanzdienstleister ist mit über einer Milliarde Kunden bereits größer als Paypal. Wir sehen große Wachstums­chancen.

Im August sind Chinas Exporte um 9,5 Prozent gestiegen. Der Import ist jedoch im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,1 Prozent gefallen. Der Handelsbilanzüberschuss insbesondere mit den USA bleibt also hoch. Wird sich der Konflikt mit Washington kurz vor der US-Präsidentschaftswahl wieder verschärfen?

Das ist nicht auszuschließen und kann an den Märkten erhebliche Schwankungen verursachen. Die Regierung in Peking denkt bislang jedoch nicht daran, ausländische Direktinvestitionen zu erschweren beziehungsweise zu verbieten. Das unterstützt die positiven Entwicklungen in Hongkong, Shenzhen und Shanghai.

Washington will chinesischen Wert­papieren eine US-Börsennotierung ­untersagen.

Ja, das ist sicherlich ein Risiko. Doch die Unternehmen haben drei Jahre Zeit zu beweisen, dass sie nicht von der chinesischen Regierung kontrolliert werden. Werden sie dennoch zum Delisting gezwungen, weichen sie nach Hongkong aus. Ausländische Investoren können sich dann in ADR-Papieren engagieren.

Ist derzeit ein guter Zeitpunkt zum Kauf chinesischer Aktien?

Die Volatilität ist zwar hoch. Ein langfristiges Engagement sollte sich jedoch lohnen. Wir raten Anlegern, Korrekturphasen zum Kauf zu nutzen.


Zur Person

William Fong
William Fong
William Fong ist Head of Hong Kong China Equities bei Barings

Bildquelle: Barings

William Fong ist Head of Hong Kong China Equities bei Barings und verantwortet ein Team von Anlagemanagern und Analysten, die Aktienstrategien für Hongkong und China managen. Er ist Co-Manager der Flaggschifffonds Barings Hong Kong China Fund, Barings China Select Fund und Barings China A-Share.

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