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Indizes als Maßanfertigung

Anleger investieren zunehmend in Fonds mit maßgeschneiderten Lösungen.

Fondsgesellschaften basteln immer häufiger ihre Indizes und Benchmarks selbst. So können sie einerseits Sonderwünsche der Anleger besser erfüllen und gleichzeitig selbst Lizenzgebühren dafür berechnen.

10.12.2018 | 13:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Fondsgesellschaften basteln immer häufiger ihre Barometer selbst, zeigt eine Studie. Die Motive sind klar: So können einerseits Sonderwünsche der Anleger besser abgebildet und andererseits auch noch happige Lizenzgebühren eingespart werden.
Die Welt der Indizes ist in den vergangenen 30 Jahren immer komplizierter geworden. Spielten einstmals nur solche bekannten Namen wie DAX, Nikkei und Dow Jones eine Rolle, können Investoren heute leicht den Überblick verlieren. Es gibt neben Aktienkursbarometern auch Indizes auf Rohstoffgruppen, Immobilien, Branchen, Regionen, Volatilitäten, Zinsen, bestimmte Handelsstrategien an der Börse und – last but not least – gleich eine ganze Reihe von sogenannten Faktor-Strategien, die als Index verbrieft werden und die Smart-Beta-ETFs als Basiswert dienen. Allein der Index-Spezialist STOXX, der nicht nur die verschiedenen STOXX-Indizes, sondern auch alle Indizes der Deutsche Börse und der schweizerischen SIX Group vermarktet, bietet inzwischen mehr als 7.000 Aktien-, Renten- und Rohstoff-Indizes an. Die Dow Jones-Gruppe berechnet eigenen Angaben zufolge rund 130.000 und FTSE etwa 200.000 Indizes. Mehr als 100 Unternehmen, darunter auch weitere bekannte Namen wie Standard & Poors und MSCI, messen den Puls der Börse mit schätzungsweise knapp einer Million Indizes, die oft in verschiedenen Währungen sowie mit und ohne Dividendenanteil berechnet werden. Und es kommen immer mehr Indizes hinzu. Auf dem Index-Jahrmarkt tummeln sich neben den großen globalen Anbietern auch Vermögensverwalter, Finanzmagazine, prominente Trader und Branchenspezialisten.
Der Grund: Indizes sind ein lukratives Geschäft. Für jedes Zertifikat oder jeden ETF mit einem Index als Basiswert müssen die Emittenten der betreffenden Finanzprodukte Gebühren zahlen. Pro Finanzprodukt, das einen Index als Basiswert hat, zahlen Emittenten unter dem Strich durchschnittlich zwischen 0,05 und 0,3 Prozent des jeweiligen Emissionsvolumens pro Jahr an Indexgebühren, schätzen Branchenkenner. Dabei gilt die Faustregel: Indizes von bekannten und großen Index-Anbietern wie S&P oder FTSE sind in der Regel für die Emittenten teurer als Kursbaromater von unbekannteren Index-Kreateuren.

Deshalb wägen Anbieter in der Regel genau ab, welche Art von Lizensierungsmodell sie für ihre Produkte wählen. Oder ob sie selbst einen eigenen Index entwerfen lassen und mit einem Produkt ins Rennen schicken. Das bietet Vorteile: Denn neben dem Marketing-Effekt, den ein selbst entworfener Index über den Namen generiert, locken zusätzliche Einnahmen. Während Emittenten bei ETFs und Zertifikaten auf bekannte Börsenindizes wie DAX und EuroStoxx keine Management-Gebühren berechnen, klingelt bei den Index-Selbstbauten die Kasse. An den Managementgebühren, die bei selbst entworfenen Indizes in der Regel anfallen, verdient nicht nur der Indexgeber, sondern immer auch der Emmitent. Die Gesamtkosten bewegen sich zum Teil bis zu zwei Prozent per annum, je nachdem wie viel Arbeit in der Indexnachbildung steckt. So spielt es beispielsweise eine Rolle, wie oft der Index angepasst wird oder ob es sich um einen Index in einem exotischen Markt handelt.

Ein größeres Angebot trifft auf größere Nachfrage

Fasst man das Angebot zusammen, haben Investoren mittlerweile bei ETFs und Zertifikaten eine nahezu unüberschaubare Produktauswahl bei Indizes, an denen sich die jeweiligen Produkte orientieren – entweder als Benchmark oder als Basiswert. So berechneten die Mitglieder des Branchenverbands Index Industry Association (IIA) per Mitte November 2018 insgesamt 3,73 Millionen Indizes. Das ist ein Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Doch das reichhaltige Angebot von der Stange reicht Emittenten und Anlegern offensichtlich noch lange nicht. Wie eine aktuelle Studie des auf Investmentindustrie spezialisierten Analysehauses Cerulli Associates  zeigt, vertrauen immer mehr Investoren in Europa ihr Geld Fondsgesellschaften an, die maßgeschneiderte Lösungen bieten. „Investoren bevorzugen zunehmend Asset Manager, die über selbst entwickelte Indizes einen günstigen Zugang zu neuen und speziellen Nischenmärkten oder -sektoren eröffnen“, sagt Fabrizio Zumbo, Retail-Analyst bei Cerulli Associates. Mit den Do-it-yourself-Indizes emanzipieren sich die Fondsgesellschaften von den großen Anbietern wie STOXX, Dow Jones und Konsorten, die ihre Preissetzungsmacht ausschöpfen. Diese Kosten würden von den Asset Managern in ihren Preismodellen einkalkuliert, was letztendlich in geringeren Renditen für die Investoren resultiere, erklärt der Experte. „Obendrein verwenden die Indexanbieter zwar unterschiedliche Methoden bei der Konstruktion der Barometer, dennoch weisen diese letztlich eine hohe Korrelation zueinander auf“, so Fabrizio Zumbo.

Maßanfertigung anstatt Index von der Stange

Angesichts des zunehmenden Konkurrenzkampfs und Preisdrucks wagen immer mehr Fondsgesellschaften, das Monopol der klassischen Index-Anbieter anzugreifen. Und sie setzen dabei auf Maßanfertigung anstatt auf Stangenware: „Asset Manager entwickeln eigene Barometer, um flexiblere Produkte als über die Standard-Indizes zu bieten“, erklärt André Schnurrenberger, Europageschäftsführer von Cerulli Associates. „Die hauseigenen Barometer lassen sich auf die speziellen Wünsche der Anleger maßschneidern. Vor allem aber bergen sie keine zusätzlichen Kosten von Dritten“, so Schnurrenberger. Zudem könnten die Fondsanbieter etwa über die Einbeziehung von nachhaltigen Kriterien bei der Indexkonstruktion die Wünsche der Anleger noch besser erfüllen.

Der nächste konsequente Schritt wäre, dass Investoren sich ihre individuellen Indizes gleich selber bauen. Für Zertifikate ist das mit der Plattform Wikifolio bereits möglich. Bei Fonds und ETFs verhindern dies noch verschiedene regulatorische Vorgaben.

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