Gold hat zuletzt weiter zugelegt und notiert bei knapp 4.500 US-Dollar. Goldminenaktien blieben dagegen volatil. Viele Anleger fürchten steigende Produktions- und Energiekosten. Nach Einschätzung von VanEck-Portfoliomanagerin Imaru Casanova könnte diese Sorge jedoch übertrieben sein. TiAM FundResearch zeigt, welche Goldminenfonds 2026 die Nase vorne haben.
21.08.2026 | 07:00 Uhr
Während Gold seine starke Entwicklung fortsetzt, tun sich viele Anleger weiterhin schwer mit Goldminenaktien. Obwohl der Goldpreis in den vergangenen Wochen bereits über zehn Prozent gestiegen ist. Goldminenaktien entwickelten sich dagegen deutlich schwankungsanfälliger. Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung der Anleger sind steigende Produktionskosten. Hohe Energiepreise, Inflation und geopolitische Spannungen könnten die Margen der Minengesellschaften belasten.
Imaru Casanova, Portfoliomanagerin für Gold und Edelmetalle bei VanEck, hält diese Sorge allerdings zumindest teilweise für überzogen. Goldpreis und Kosten können sich gegenseitig ausgleichen Das Besondere an Goldminenunternehmen sei, dass dieselben makroökonomischen Faktoren, die ihre Kosten erhöhen, häufig auch den Goldpreis stützen. Inflation, Währungsabwertung und geopolitische Unsicherheit könnten zwar die Kostenstruktur der Unternehmen belasten, gleichzeitig aber die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen erhöhen. „Das makroökonomische Umfeld, das ihre Kostenstruktur belastet, einschließlich Inflation, Währungsentwertung und monetärer Unsicherheit, hat gleichzeitig ihren wichtigsten Umsatztreiber, den Goldpreis, nach oben getrieben“, so Casanova. Damit verfügten Goldminenunternehmen zumindest teilweise über eine Art natürliche Absicherung.
Steigende Kosten treffen auf höhere Verkaufspreise für das wichtigste Produkt der Unternehmen. Hohe Energiepreise sind nicht nur ein Risiko Besonders deutlich wird dieser Zusammenhang bei den Energiepreisen. Höhere Öl- und Dieselpreise verteuern zwar den Betrieb von Minen. Gleichzeitig sind die Ursachen für steigende Energiepreise häufig auch Faktoren, die den Goldpreis unterstützen können. Geopolitische Konflikte, der Krieg in der Ukraine, Spannungen im Nahen Osten, gestörte Lieferketten und wachsender Ressourcen-Nationalismus erhöhen die wirtschaftliche Unsicherheit. Genau unter solchen Bedingungen gewinnt Gold traditionell als Absicherungsinstrument an Bedeutung.
Casanova warnt deshalb davor, allein auf die steigenden Energiekosten zu schauen. Die Sensitivität gegenüber dem Ölpreis sei vorhanden, aber Treibstoff sei nicht der dominierende Kostenfaktor im Goldbergbau. Viele Unternehmen hätten ihre Abhängigkeit zudem durch langfristige Lieferverträge, erneuerbare Energien und Absicherungsstrategien reduziert.
Der hohe Goldpreis verschafft den Unternehmen derzeit einen erheblichen finanziellen Puffer. Bei einem Goldpreis von rund 4.500 US-Dollar je Unze erzielt der Sektor laut Casanova operative Margen von etwa 2.000 US-Dollar je Unze. Selbst wenn die Produktionskosten in einem Stressszenario um zehn bis 15 Prozent steigen würden, während der Goldpreis unverändert bliebe, könnten die Unternehmen nach ihrer Einschätzung weiterhin einen beträchtlichen freien Cashflow erwirtschaften. „Der bei den aktuellen Goldpreisen aufgebaute Margenpuffer ist erheblich. Die Unternehmen brauchen keinen weiter steigenden Goldpreis, um hochprofitabel zu bleiben“, so Casanova.
Ein weiterer Punkt, der in der Diskussion über steigende Energiepreise häufig unterschätzt werde, sei die Zusammensetzung der Produktionskosten. Der wichtigste Kostenfaktor für Goldminenunternehmen sei die Arbeit, nicht der Treibstoff. Die Energieabhängigkeit sei zwar real, aber geringer, als viele Anleger annähmen. Gleichzeitig könnten die geopolitischen Faktoren, die Energiepreise nach oben treiben, den Goldpreis zusätzlich stützen. Für Casanova ergibt sich daraus ein insgesamt günstiges Bild: Die Unternehmen generierten derzeit ausreichend Cashflow, um Investitionen zu finanzieren, Verpflichtungen zu bedienen und Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.
Die jüngste Volatilität bei Goldminenaktien zeigt allerdings, dass die Aktien deutlich stärkeren Schwankungen unterliegen können als Gold selbst. Anleger setzen bei Minenwerten nicht nur auf den Goldpreis, sondern tragen zusätzlich Unternehmens-, Kosten- und Projektrisiken. Dennoch sieht Casanova den Sektor derzeit finanziell gut aufgestellt. Die Kombination aus hohen Goldpreisen und vergleichsweise robusten Margen verschaffe vielen Unternehmen einen erheblichen Spielraum.
Das Fazit von Casanova lautet daher: Steigende Kosten bleiben ein Risiko für Goldminenaktien. Angesichts des hohen Goldpreises und der derzeitigen Margenlage könnten die Befürchtungen vieler Anleger jedoch stärker ausgeprägt sein, als es die tatsächliche finanzielle Situation der Branche rechtfertigt. (jk)
| Name | ISIN | tgl. Perf. seit 1.1. | tgl. Perf. 1 Jahr | tgl. Perf. 3 Jahre | tgl. Perf. 5 Jahre | Perf. 10 Jahre kum. | Volatilität 3 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Amundi Gold Miners ETF dis | LU2611731824 | 18,19% | 78,46% | ||||
| Stabilitas Gold+Res Special Situations P | LU0308790152 | 17,09% | 80,07% | 145,85% | 74,91% | 177,48% | 29,68% |
| HANetf Gold Miners Screened ETF $ Acc | IE00BNTVVR89 | 14,77% | 65,80% | 217,13% | 202,15% | 34,66% | |
| iShares Gold Producers ETF $ acc | IE00B6R52036 | 14,73% | 72,12% | 243,75% | 226,00% | 164,09% | 31,82% |
| VanEck Gold Miners ETF A $ acc | IE00BQQP9F84 | 13,59% | 72,51% | 238,73% | 233,93% | 159,81% | 33,01% |
| Franklin Gold&Precious Metals A acc $ | LU0496367417 | 13,37% | 90,25% | 293,79% | 237,76% | 157,07% | 34,33% |
| Nestor Gold B | LU0147784465 | 12,23% | 78,07% | 328,69% | 306,11% | 288,29% | 35,15% |
| NinetyOne Global Gold A Acc gr $ | LU0345780281 | 12,09% | 86,49% | 254,88% | 246,45% | 167,25% | 34,21% |
| DWS Invest Gold+Precious Metals LC | LU0273159177 | 11,55% | 66,73% | 261,73% | 213,91% | 179,58% | 32,79% |
| BGF World Gold A2RF $ | LU0055631609 | 11,05% | 71,98% | 233,87% | 197,37% | 109,47% | 30,45% |
| MP Konwave ESG Gold Eq B € acc | LU2191832752 | 10,77% | 79,58% | 332,63% | 295,76% | 36,69% | |
| Earth Gold Fund UI € R | DE000A0Q2SD8 | 10,62% | 84,62% | 337,76% | 257,52% | 286,35% | 36,25% |
| VanEck Junior Gold Miners ETF A $ acc | IE00BQQP9G91 | 10,20% | 78,68% | 270,26% | 239,28% | 112,02% | 36,65% |
| MP Konwave Gold Equity B $ | LU0175576296 | 9,32% | 75,89% | 345,44% | 306,84% | 271,98% | 36,72% |
| EdR Goldsphere A $ | FR0010657890 | 9,17% | 62,22% | 254,39% | 226,35% | 148,05% | 33,46% |
| MA NYSE Arca Gold BUGS Index ETF | LU0259322260 | 9,03% | 59,45% | 232,40% | 216,77% | 116,80% | 33,76% |
| UBS (I) Solact Glo Pure GoldMin ETF $ di | IE00B7KMNP07 | 8,86% | 72,21% | 303,11% | 306,41% | 177,56% | 34,37% |
| Stabilitas Pacific Gold+Metals P | LU0290140358 | 8,35% | 68,00% | 253,17% | 214,42% | 208,01% | 32,08% |
| Sprott-Alpina Gold Equity A | CH0002783535 | 7,52% | 65,69% | 236,53% | 184,56% | 110,00% | 32,00% |
| CPR Invest Global Gold Mines A $ acc | LU1989766289 | 7,26% | 59,80% | 224,60% | 208,13% | 33,25% | |
| Value Intelligence Gold Company AMI I a | DE000A2N65Y2 | 7,22% | 67,04% | 254,81% | 238,77% | 32,53% | |
| HMT Goldproduzenten R | DE000A41AD30 | 6,65% | |||||
| SISF Global Gold A €-h acc | LU1223083087 | 6,46% | 69,51% | 299,65% | 232,29% | 139,70% | 40,08% |
| Global Gold A Acc net $ | GB00B12GL767 | 6,27% | 73,63% | 238,96% | 220,59% | 179,34% | 34,53% |
| Amundi Gold Stock A (D) | AT0000857040 | 6,21% | 58,23% | 217,93% | 198,91% | 142,65% | 33,16% |
| Bakersteel Precious Metals A $ | LU1128909121 | 5,14% | 68,91% | 286,71% | 245,16% | 254,49% | 37,95% |
| ERSTE Stock Gold R (T) | AT0000A07HE7 | 5,08% | 60,87% | 232,80% | 193,63% | 158,74% | 35,36% |
| Craton Precious Metal A | LI0016742681 | 2,90% | 62,34% | 191,75% | 101,44% | 61,40% | 38,14% |
| SafePort Physical Gold 95+ | LI0103770082 | 2,20% | 29,14% | 108,80% | 135,03% | 151,24% | 20,99% |
| Jupiter Gold & Silver L $ Acc | IE00BYVJR809 | -1,28% | 61,59% | 237,48% | 190,96% | 159,71% | 35,39% |
| SafePort Gold & Silver Mining | LI0020325713 | -3,01% | 50,51% | 138,18% | 45,95% | 23,83% | 32,54% |
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