• DAX----
  • ES50----
  • US30----
  • EUR/USD----
  • BRENT----
  • GOLD----

Europa als aktive Chance: Eurizon setzt auf systematisches Stockpicking

Loreno Greco (2. von links)
Munich Fund Summit

Auf dem Munich Fund Summit präsentierte Loredana Greco, Portfolio Managerin bei Eurizon Asset Management, den Eurizon Fund II Euro Q-Equity und warb für ein differenziertes Bild des europäischen Aktienmarkts. Trotz jahrelanger Underperformance sieht sie strukturelle Chancen – vor allem für aktive Strategien.

28.05.2026 | 14:00 Uhr von «Peter Gewalt»

Im Mittelpunkt steht die aktuelle Marktstruktur. Während US-Indizes stark von wenigen großen Technologiewerten dominiert werden, ist der europäische Markt breiter aufgestellt und weniger effizient. „In Europa ist das Feld viel breiter, um ein guter Stockpicker zu sein“, erklärte Greco. Gerade diese geringere Konzentration eröffne aktive Chancen, da sich Unternehmensgröße und Profitabilität weniger stark decken als in den USA.

Gründe für Europa-Investments
Gründe für Europa-Investments

Zugleich plädierte sie angesichts geopolitischer Unsicherheiten für mehr Diversifikation. Eine klare Positionierung auf einzelne Märkte sei derzeit schwierig. „Der geopolitische und makroökonomische Kontext ist so unsicher, dass es sehr herausfordernd ist, eine klare Richtung für einzelne Anlageklassen festzulegen“, so Greco. Europa könne hier als Gegengewicht zur starken US-Konzentration an Bedeutung gewinnen. Auch Bewertungsabschläge und erwartete Gewinnsteigerungen sprächen für die Region.

Das Herzstück des Fonds ist ein sogenannter „quantamentaler“ Ansatz, der quantitative Modelle mit fundamentaler Analyse kombiniert. Ein Multifaktor-Modell bewertet Unternehmen systematisch nach Kriterien wie Bewertung, Qualität, Wachstum oder Momentum, bevor eine qualitative Prüfung erfolgt. „Die besten Investmententscheidungen sind weder rein systematisch noch rein diskretionär“, lautet das Leitmotiv des Ansatzes.

Ein zentraler Punkt ist die systematische Nutzung der Faktorprämien: Studien und interne Analysen zeigen, dass Faktoren wie Value, Quality oder Momentum im europäischen Aktienmarkt langfristig stabile Renditebeiträge liefern können. Diese Faktoren werden im Portfolio bewusst diversifiziert kombiniert, um ein günstiges Verhältnis von Risiko und Ertrag zu erreichen.

QET Framework
QET Framework

Ziel ist ein breit diversifiziertes Portfolio von rund 100 Eurozonen-Aktien mit moderaten Abweichungen vom Index. Dabei steht die Einzeltitelauswahl klar im Vordergrund: „Der Treiber der Outperformance ist immer die Selektion, nicht die Allokation“, betonte Greco.

Kurzfristige Schwächen seien möglich, etwa in stark trendgetriebenen Marktphasen. Über längere Horizonte habe sich die Strategie jedoch als robust erwiesen. Für Investoren bietet der Fonds damit eine systematische Möglichkeit, die strukturellen Ineffizienzen europäischer Aktienmärkte gezielt zu nutzen.

Diesen Beitrag teilen: