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LAIQON-Manager Herbst: „Wir weichen ganz bewusst vom Index ab“

Jan-Christoph Herbst
Anlagestrategie

Jan Christoph Herbst, Senior Portfoliomanager LAIQON AG, spricht im TiAM-Interview über die Besonderheiten des Global Equities Unconstrained-Ansatzes, attraktive Technologieaktien und weshalb Pharmawerte nicht auf seiner Favoritenliste stehen.

24.03.2026 | 10:00 Uhr von «Nico Hoffmann»

TiAM FundResearch: Herr Herbst, was ist der Kern Ihrer Anlagestrategie – und warum setzen Sie so konsequent auf „Unconstrained“?

Jan-Christoph Herbst: Unsere Leitidee ist simpel: Wenn wir aktiv sind, dann richtig. Unser Unconstrained Ansatz ist dauerhaft zu 100 Prozent in Aktien investiert. Wir sind keine Index-Schmuser, die von der Benchmark minimal abweichen, sondern bewusst einen hohen Tracking Error eingehen – nur dann besteht rechnerisch überhaupt die Chance, den Index nach Kosten deutlich zu schlagen. Absicherungen meiden wir strukturell, weil wir langfristig in Aktien die besten Ergebnisse erwarten. 

Wie stellen Sie sicher, dass diese Aktivität nicht im Hauskonsens verflacht? 

Wir arbeiten als eigenständiges Vierer Team und beginnen sprichwörtlich „mit einem weißen Blatt Papier“. Es gibt kein übergeordnetes Investmentkomitee und keine Hausmeinung, an die wir uns anlehnen müssten. Diese Unabhängigkeit ist Voraussetzung dafür, unsere Ideen unverfälscht in Portfolios zu bringen. 

TiAM FundResearch: Ihr Team war viele Jahre bei MainFirst – was hat sich mit dem Wechsel zu LAIQON geändert? 

In der Anlagestrategie praktisch nichts. Unsere Grundphilosophie verfolgen wir seit über zwei Jahrzehnten. Seit August 2025 sind wir mit dem Global Growth Equity-Team bei der LAIQON Gruppe, aber die Arbeitsweise und Präsentationslogik sind im Kern gleich geblieben – nur das Logo ist ein anderes. 

Sie sprechen vom „SPEED Regime“. Wofür steht das – und was bedeutet es für die Allokation? 

„SPEED“ steht für „Strong Performance Except Extralong Duration“. Wir wollen Rendite aus strukturellem Wachstum, meiden aber lange Zinsbindungen im Rentenbereich. In einer Welt aus hoher Verschuldung, hartnäckiger Inflation und negativen Realzinsen bevorzugen wir Sachwerte – vor allem Aktien, flankiert von selektiven Rohstoffen wie Gold und Silber.

Wo sehen Sie regional die Wachstumstreiber der 2030er Jahre – und wie bildet sich das im Portfolio ab? 

Die stärksten Impulse erwarten wir aus Asien und den Schwellenländern, danach aus den USA; Europa kommt aus Wachstumssicht klar dahinter. Entsprechend halten wir grob 45 bis 50 Prozent Nordamerika, 30 bis 40 Prozent Asien und weniger als 10 Prozent Europa. Wir weichen damit deutlich von großen Indizes ab, in denen Nordamerika oft 70 bis 80 Prozent ausmacht. TiAM FundResearch: Welche Messlatte legen Sie bei Wachstumsunternehmen an? Herbst: Wir suchen Unternehmen, die organisch 15, besser 20 Prozent Umsatzwachstum pro Jahr liefern können. Langfristig sind steigende Gewinne – getrieben von Umsatzwachstum, nicht nur von Margenhebeln – die Basis für Kursgewinne. Das zeigt auch die Historie der „Magnificent Seven“, deren Gewinnwachstum über ein Jahrzehnt ein Vielfaches des Marktes erreichte und so die Outperformance erklärt.

Welche Themen gewichten Sie derzeit am höchsten? 

Nummer eins sind Ressourcen – also Rohstoffe – gefolgt von Cloud Computing, Halbleitern sowie Automatisierung und Robotik. Das ist bewusst ungewöhnlich für einen Wachstumsfonds, aber die Mengeneffekte durch KI Rechenzentren, E Mobilität oder dezentrale Energieversorgung sprechen für massiven Bedarf an Metallen wie Kupfer und Silber. Parallel bleiben Halbleiter und KI Anwendungen die Produktivitäts Pipeline der kommenden Jahre. 

Können Sie die Rohstoffthese konkretisieren – auch mit Blick auf Titel? 

Global sinken die durchschnittlichen Erzgrade im Kupferabbau, während der Bedarf steigt. Wir investieren deshalb seit Jahren in ausgewählte Produzenten und Projektentwickler; ein Beispiel ist Ivanhoe Mines. Im Edelmetallbereich sehen wir Rückenwind, weil Zentralbanken drei Jahre in Folge Rekordmengen Gold gekauft haben – ein Ausdruck sinkenden Vertrauens in westliche Leitwährungen. 

Und auf der Tech Seite – wo sehen Sie die „Gewinnernte“? 

Die großen Investitionswellen in die KI Infrastruktur kommen erst in die Skalierung. Wir setzen daher auf die aus unserer Sicht robusten Kettenglieder, etwa Speicher und Logik Halbleiter oder Plattformanbieter. 

Viele Softwareaktien waren zuletzt unter Druck, dass ihr Geschäftsmodell unter KI leiden könnte. Wie trennen Sie Spreu und Weizen? 

Wir prüfen, ob ein Geschäftsmodell durch KI automatisierbar ist – und wem die entscheidenden Daten gehören. Wer über geschützte, kundenseitig verankerte Datensätze verfügt und daraus Mehrwertdienste baut, kann profitieren. Wer austauschbar ist, steht unter Druck. Der Zugang zum Kunden schlägt oft das „beste“ Produkt – das hat die jüngere Vergangenheit eindrucksvoll gezeigt. 

Wie ordnen Sie das viel zitierte „Top down vs. Bottom up“ für Ihr Vorgehen ein?

Unser Weltbild – Inflation, Verschuldung, Multipolarität, Technologiewandel – ist top down gedacht. Investiert wird aber nur, wenn wir bottom up Unternehmen finden, deren Gewinnpfad von diesen Trends tatsächlich profitiert. Starre Quoten lehnen wir ab. Am Ende steht ein konzentriertes, thematisch diversifiziertes Portfolio mit aus unserer Sicht erwarteten überdurchschnittlich wachsenden Titeln. TiAM FundResearch: Ein Sektor, den Sie meiden? Herbst: Wir mögen Pharma derzeit kaum. Der Sektor ist politisch stark exponiert, und aus US Regulierungssicht sehen wir Gegenwind für die Gewinnentwicklung. Wenn „Gesundheit“, dann eher über Ausrüster mit strukturell stabiler Nachfrage – etwa Medizintechnik – statt über „Pillenhersteller“. 

Was unterscheidet Sie aktuell von vielen Wettbewerbern – jenseits der Themenselektion? 

Konsequenz. Wir investieren mit Fünf Jahres Horizont, bleiben in schwierigen Phasen voll investiert und akzeptieren echte Abweichung vom Index. Das schafft Angriffsfläche, aber auch die Chance, sich deutlich abzusetzen – was uns zuletzt gegenüber großen Vergleichsprodukten gelungen ist.


Herr Herbst, ich danke für das Gespräch



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