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Long-Short-Strategien: Gewinne trotz Kursachterbahn

Long-Short-Fonds wollen sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten Erträge erzielen. Welche Produkte das Versprechen einlösen, worauf Anleger bei der Auswahl achten müssen.

25.02.2019 | 09:12 Uhr von «Gerd Hübner»

Schon seit einigen Monaten gleichen die Aktienmärkte einer Achterbahnfahrt. Vieles spricht dafür, dass Anlegern die hohe Volatilität erhalten bleibt. Brexit, Handelsstreit oder schwache Konjunkturdaten sorgen weiter für Verunsicherung.

Nach rund zehn Jahren Bullenmarkt müssen Investoren deshalb umdenken. Eine heftige Korrektur oder ein Bärenmarkt sind nicht auszuschließen. "In diesem Umfeld können Long-Short-Strategien eine interessante Alternative sein", sagt Barbara Claus, Fondsanalystin beim Analysedienst Morningstar. Die Idee ist so einfach wie überzeugend: Die Manager dieser Fonds können zugleich auf steigende und fallende Aktienkurse setzen. So sind sie theoretisch in der Lage, in jedem Marktumfeld einen positiven Ertrag zu erzielen.

Theoretisch. Denn offenbar brachten nicht alle Fonds dieser Kategorie zuletzt die gewünschte Leistung, wie eine Auswertung von Morningstar zeigt. Demnach verloren auf Europa fokussierte Long-Short-Fonds im vergangenen Jahr im Schnitt 7,05 Prozent. In den vergangenen drei Jahren liegen sie mit 0,33 Prozent pro Jahr im Minus. Bei den global anlegenden Pendants sieht es nicht viel besser aus. Zwar brachten die Produkte im Vergleich zum DAX, der 2018 mehr als 18 Prozent einbüßte, schon einen gewissen Schutz. "Doch im Durchschnitt", so das Fazit von Analystin Claus, "hat sich das eingegangene Risiko bei diesen Fonds zuletzt nicht gelohnt." 

Allerdings differiert die Performance einzelner Fonds sehr stark. Eines der besten Portfolios war der auf europäische Aktien fokussierte Carmignac Long/Short European Equities. Er legte 2018 um rund 4,35 Prozent zu und brachte damit in einem schwierigen Marktumfeld tatsächlich einen positiven Ertrag. Andere Fonds dagegen verloren bis zu 27 Prozent. Angesichts der weit auseinanderliegenden Ergebnisse müssen Anleger also sehr genau hinsehen, wenn sie in eine solche Strategie investieren. 

Zunächst einmal gilt es, die unterschiedlichen Spielarten von Long-Short-Fonds zu berücksichtigen. Manche dieser Körbe investieren etwa nur in Nebenwerte, andere in Standardwerte. Zudem stellt sich die Frage, ob ein Fonds einen Short-Bias haben darf - also ob der Manager die Short-Seite höher gewichten darf als die Long-Seite. "Ist das der Fall, hat ein Fonds in einem Umfeld fallender Kurse zwar eher die Chance, eine positive Rendite zu erzielen", erläutert Lothar Koch von GSAM & Spee Asset Management. "Allerdings müssen Anleger dann mit stärkeren Kursschwankungen rechnen." 

Zudem gibt es Strategien, bei denen der Fondsmanager die Short-Seite nur durch Futures auf einen breiten Index abdeckt, die also über eine Art Sicherheitsnetz verfügen. Andere dagegen setzen bei einzelnen Aktien auf fallende Kurse. 

Die zweite Variante eignet sich dabei eher für spekulativ ausgerichtete Anleger. "Bei Short-Positionen", so Marcus Storr, Leiter Alternative Investments bei Feri, "gehen die Verlustmöglichkeiten nämlich theoretisch ins Unendliche." Denn wer eine Aktie long zu 100 Euro kauft, kann im schlimmsten Fall 100 Euro verlieren. Bei einer Short-Position ist das anders. Dabei leiht sich der Fondsmanager die Aktie zu 100 Euro, um sie dann am Markt zu verkaufen. Später, so die Idee, kauft er sie günstiger zurück. Allerdings kann der Kurs bis dahin auch auf 200 Euro oder noch viel höher steigen. 

Stabilisierung durch Futures

Wer es gemäßigter möchte, sollte sich deshalb an Fonds halten, bei denen der Manager das Downside-Risiko nur über Index-Futures abdeckt. Zwar werden diese Fonds im Fall eines heftigen Kurseinbruchs oder eines Bärenmarkts kaum Gewinne erwirtschaften, sondern in der Regel nur die Verluste reduzieren. Da aber das Risiko entfällt, mit den Short-Wetten auf Einzelaktien danebenzuliegen, fallen die Schwankungen meist nicht so hoch aus. "Und so kann ein solches Produkt einen Beitrag dazu leisten, das Portfolio zu stabilisieren", erklärt Lothar Koch. 

In jedem Fall aber ist eine gründliche Analyse der Manager entscheidend. "Hilfreich kann es sein, sich anzuschauen, wie stark der Gleichlauf solcher Fonds mit den Aktienindizes ausfällt", sagt Koch. Das heißt, steigt der Kurs eines Long-Short-Fonds in steigenden Aktienmärkten und fällt der Fonds weniger stark, wenn der Vergleichsindex verliert, dann kann das ein Hinweis darauf sein, dass der Manager gute Arbeit leistet. 

Zudem sollten Anleger darauf achten, wie lange ein Manager für den jeweiligen Fonds bereits tätig ist und ob die Anlagestrategie in dieser Zeit konsistent war. "Auch die Kosten sind wichtig", erklärt Barbara Claus. "Zwei Prozent sind schon sehr viel, und das muss der Manager ja auch erst einmal verdienen." Zwei Fonds, welche die höheren Gebühren in den vergangenen Jahren rechtfertigen konnten, stellen wir in der Investor-Info vor. 

Investor-Info

Carmig. L/S European Eq. 
Sturmerprobt

Das europäische Portfolio verzeichnet aufgrund der guten Performance erhebliche Mittelzuflüsse. Fondsmanager Malte Heininger sieht zurzeit mehr Anlageideen auf der Short- als auf der Long-Seite.

Lupus alpha all Opportunities
Wetterfest

Der All Opportunities hat in den vergangenen Jahren stets weit vorn in der Kategorie der Absolute-Return-Fonds mitgespielt. Er konzentriert sich auf europäische Small und Mid Caps und wettet auch gegen Einzelaktien. 

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