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Anlagetrends 2026: „Wir sehen weiteres Aufholpotenzial in Europa“

Jochen Krennmayer
Anlagestrategie

TiAM FundResearch hat Investment-Profis zu den großen Trends an den Kapitalmärkten in diesem Jahr befragt. Jochen Krennmayer, Lead-Portfoliomanager Multi-Asset und Partner bei Tresides, zu den Chancen und Risiken für Anleger 2026.

03.02.2026 | 11:15 Uhr von «Peter Gewalt»

TiAM FundResearch: Welche übergeordneten Markt- und Konjunkturtrends werden aus Ihrer Sicht das Anlagejahr 2026 prägen, und was bedeutet das für Ihre Asset Allocation?

Jochen Krenmayer: Wir gehen von einem robusten, globalen Wachstum im 1. Halbjahr aus, das von einer expansiven Fiskal- und Geldpolitik (v.a. in den USA & Deutschland) geprägt wird. Trotz der relativ teuren Bewertung gehen wir konstruktiv ins neue Jahr und halten an unserer positiven Einschätzung von EU & US Aktien sowie ausgewählte EUR Unternehmensanleihen (bspw. Crossover Rating) fest. Allerdings sehen wir im Jahresverlauf - ausgelöst durch eine höhere (US-)Inflation und aufkommende Zweifel am KI-Hype - Rückschlagpotenzial, weshalb wir zur Absicherung ein Optionsoverlay implementiert haben.

TiAM FundResearch: Wo sehen Sie 2026 die attraktivsten Chancen – sei es regional, auf Ebene der Assetklassen oder bei Themen wie KI, Energiewende und Infrastruktur?

Jochen Krenmayer: Die attraktivsten Chancen erachten wir in zyklischen Branchen, wie der Maschinenbau und bei Baustoffen, die von der guten Preissetzungsmacht profitieren. Aber auch Unternehmen aus der Medizintechnik, sowie Laborausrüster sind aufgrund der sehr guten Margenqualität interessant. Spannend erachten wir zudem Unternehmen, die künftig von der Implementierung der KI profitieren können. Regional sehen wir weiteres Aufholpotenzial in Europa, wo zum einen weitere Mittel in die Infrastruktur fließen werden und zum anderen eine Chance auf den Wiederaufbau der Ukraine besteht.

TiAM FundResearch: Welche zentralen Risiken – etwa Inflation, Zinsen, politische Eingriffe oder geopolitische Konflikte – bereiten Ihnen für 2026 am meisten Sorge, und wie steuern Sie diese im Portfolio?

Jochen Krenmayer: Das größte Risiko liegt in einem möglichen Reflationsszenario, welches dazu führen könnte, dass der Handlungsspielraum der Notenbanken massiv eingeschränkt wird und steigende (langfristige) Zinsen zu einer Neubewertung der Aktienmärkte führen. Aus Multi Asset Sicht könnte das zu wiederholt positiven Korrelationen zwischen Aktien und Renten führen. Zur Diversifikation nutzen wir den Rohstoffmarkt und die Volatilität, welche auch im Falle eines neuen geopolitischen Konflikts die Portfolios z.T. absichern können. Das größte geopolitische Risiko für die Kapitalmärkte sehen wir in einer militärischen Auseinandersetzung zwischen China und Taiwan.

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