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Frank Thelen: „Ich bin mit einer Million Euro als Seed-Finanzierung privat investiert“

Frank Thelen
Technologie

Frank Thelen erklärt im TiAM-Interview, weshalb er den neuen TEQ – General Artificial Intelligence UCITS ETF mit eigenem Kapital gestartet hat und er überzeugt ist, dass General AI die vermutlich größte technologische Revolution unserer Zeit wird.

18.03.2026 | 10:00 Uhr von «Peter Gewalt»

TiAM Fundresaerch: Herr Thelen, Sie investieren seit Jahrzehnten in Technologie. Wie kam es zur Idee, einen eigenen General-AI-ETF aufzulegen?
Frank Thelen: General AI ist eine Jahrhunderttechnologie und sie verdient aus meiner Sicht eine Sonderrolle im Portfolio. Durch unser Research und im Austausch mit dem Silicon Valley haben wir erkannt, dass echte General Artificial Intelligence möglicherweise schon in den nächsten Jahren erreicht wird. Auf dem Weg dort hin und spätestens wenn General AI erreicht ist, wird das die gesamte Weltwirtschaft radikal verändern, was natürlich Chancen für Anleger bietet. Für uns war klar: Wenn man an dieser Entwicklung teilhaben will, braucht man ein Vehikel, das das Thema fokussiert, zugleich aber auch diversifiziert und transparent abbildet.

Sie sprechen von einer kompletten Wertschöpfungskette. Was heißt das konkret?
Mit dem ETF (ISIN: LU3098954871) decken wir die Wertschöpfungskette ab, die für die Entwicklung und Kommerzialisierung von General AI relevant ist. Das ETF-Portfolio umfasst AI-Entwickler und Cloud-Anbieter, führende Unternehmen der Halbleiterindustrie, Anbieter von Recheninfrastruktur sowie Software-Unternehmen im Bereich Datenplattformen und IT-Sicherheit. Insgesamt stehen wir damit bei ca. 90 Unternehmen, von den ganz großen Nasdaq-Riesen bis hin zu kleineren, aber extrem wichtigen Playern in der Wertschöpfungskette. Wichtig ist: Nur echte KI-Titel kommen hinein. Reine KI-Anwender wie Banken oder klassische Industriewerte sind ausgeschlossen. Die Unternehmen müssen heute oder absehbar einen wesentlichen Umsatzanteil in der General-AI-Wertschöpfung erzielen. 

Warum ein passiver ETF statt eines aktiv gemanagten KI-Fonds?
Die Entwicklung ist extrem dynamisch und kaum vorhersehbar, was eine ganzheitliche Abdeckung dieses Themenbereichs über aktive Strategien sehr herausfordernd macht. Gleichzeitig lassen sich aber Unternehmenskategorien, die massiv von General AI profitieren, bereits klar definieren. Deshalb eignet sich ein indexbasierter Ansatz: breit, regelbasiert und ohne regelmäßiges aktives Stockpicking.
 

Wie unterscheidet sich der ETF von Ihren aktiven Fonds?
Unsere aktiven Fonds bleiben breit im Technologiespektrum unterwegs und suchen gezielt unterbewertete Titel jenseits der großen Namen. Der ETF hingegen ist rein auf General AI ausgerichtet und bildet das Thema, wie erwähnt, in seiner gesamten Tiefe ab. Der Ansatz ist damit eine Ergänzung, kein Ersatz.
 

Wie wird das Portfolio zusammengestellt?
Der ETF repliziert den TEQ – General Artificial Intelligence Index, der auf unserer Research-Arbeit basiert und transparent dokumentiert ist. Das entscheidende Aufnahmekriterium für Unternehmen ist die Relevanz für die Entwicklung und Kommerzialisierung von General AI. Die Gewichtung erfolgt nach Marktkapitalisierung, aber mit klaren Grenzen für den Einzeltitel: maximal 3  Prozent, minimal 0,3 Prozent. So vermeiden wir Klumpenrisiken, wie sie bei vielen anderen Tech- oder KI-ETFs auftreten.
 

Der Index ist seit über einem Jahr live. Wie hat er sich entwickelt?
Seit Auflage Ende 2024 hat der Index knapp 30 Prozent Performance geliefert und damit den Nasdaq-100 klar hinter sich gelassen. 

Wie viele Unternehmen umfasst der Index aktuell?
Aktuell sind es ungefähr 90 Unternehmen, maximal können es bis zu 100 werden. Die genaue Zahl kann leicht schwanken, je nachdem, welche Unternehmen relevant werden, ob es Akquisitionen gibt etc. Wir veröffentlichen immer alle Bestandteile und die vollständige Index-Guideline transparent.
 

Ein ETF aus einer Investmentboutique ist ungewöhnlich. Wie herausfordernd war die Umsetzung?
Extrem. Es ist teuer, komplex und dauert lange. Zwei Jahre Arbeit, unzählige regulatorische Aufwände – Aufsichtsbehörden, Index Provider, Verwaltungsstelle, Reporting etc.. Große Anbieter können diese Dinge aufgrund ihrer Skaleneffekte viel leichter schultern. Für uns war das ein großer Schritt.
 

Was hat Sie dazu motiviert?
Ich wollte das Produkt für mich selbst und mein Team. Ich glaube absolut an das Potenzial von General AI, deshalb habe ich eine Million Euro Seed-Finanzierung privat investiert. Wenn General AI kommt, werden die Unternehmen, die das ermöglichen, stark profitieren – daran wollen wir teilhaben.
 

Wie ist der Marktstart verlaufen?
Sehr gut. Wir waren kurzfristig sogar unter den Top 100 gehandelten ETFs der Xetra. Das Produkt ist noch jung, aber das Interesse ist da. 

Für wen eignet sich der ETF?
Für private und institutionelle Anleger, die das Jahrhundertthema General AI fokussiert, diversifiziert und kosteneffizient abbilden möchten. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,69 Prozent, der ETF ist akkumulierend und breit handelbar.

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