Der Zugang zu Strom entscheidet über Entwicklungschancen, wirtschaftliche Teilhabe und soziale Perspektiven. Doch weltweit leben nach Schätzungen mehr als 685 Millionen Menschen ohne Elektrizität – und vier von fünf von ihnen kommen aus Subsahara-Afrika. Allein in dieser Region sind rund 567 Millionen Menschen vollständig vom staatlichen Netz abgeschnitten; weitere Millionen leiden unter extrem unzuverlässigen Stromnetzen.
05.01.2026 | 08:00 Uhr von «Jörn Kränicke»
Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF will sich dieser Problematik annehmen. Als erster europäischer Investmentfonds, der ausschließlich die netzunabhängige Elektrifizierung in Subsahara-Afrika finanziert und zugleich sowohl institutionellen als auch privaten Anlegern offensteht, verfolgt er ein klares Ziel: nachhaltige Energielösungen ermöglichen – dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden.
Der Fonds investiert in Unternehmen, die Photovoltaik-Technologien zur dezentralen Stromversorgung anbieten. Dabei konzentriert er sich auf drei Segmente, die als entscheidend für eine wirtschaftliche und soziale Transformation gelten: Mini-Grids. Das sind kleine Inselnetze, die Gemeinden oder regionale Zentren zuverlässig mit Solarstrom versorgen und Batteriespeichern, um unabhängig von staatlichen Stromnetzen zu sein. Sie sind eine Schlüsseltechnologie für infrastrukturschwache, ländliche Gebiete. Commercial & Industrial (C&I): Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe und soziale Einrichtungen erhalten maßgeschneiderte Solarlösungen direkt vor Ort. Sie senken Kosten, stabilisieren die Stromproduktion und schützen vor Netzausfällen oder Dieselpreisschocks.
Productive Use of Energy (PUE): Hier geht es um Energie als Motor der Wertschöpfung: Bewässerung, Kühlung, Weiterverarbeitung oder Transport. Elektrifizierung steigert Einkommen, schafft Arbeitsplätze und macht lokale Wirtschaftskreisläufe widerstandsfähiger. Finanziert werden die Projekte über besicherte und unbesicherte Darlehen – ein Ansatz, der Wachstumskapital bereitstellt, ohne Unternehmen durch aufwendige Eigenkapitalstrukturen zu belasten.
Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF folgt einer klaren doppelten Zielsetzung: Erträge für Anleger zu erwirtschaften und gleichzeitig nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dass die Nachfrage enorm ist, zeigen die Energiezahlen der Region: Mit einer Elektrifizierungsrate von rund 50 Prozent und chronisch unzuverlässigen Netzen in nahezu allen Ländern besteht ein massiver Investitionsbedarf. Photovoltaik bietet dabei die kostengünstigste und schnell skalierbare Technologie für netzferne Regionen.
Die Fondsstrategie nutzt mehrere strukturelle Trends: Wirtschaftswachstum durch Energiezugang Unternehmen können zuverlässiger arbeiten, Produktionsprozesse modernisieren und neue Märkte erschließen. Technologische Reife PV-Module, Batteriespeicher und dezentrale Netze sind weltweit bewährt, skalierbar und kostengünstig wie nie zuvor.
Die Risiken – etwa Währungsvolatilität, politische Unsicherheiten oder Standortfaktoren – werden durch eine strukturierte Risikoprüfung und einen klaren Fokus auf nicht als Hochrisiko klassifizierte Länder begrenzt. Zu den Startländern des Fonds gehören Botswana, Ghana, Ruanda, Sambia und Uganda.
Lokale Expertise als Erfolgsfaktor
Verwaltet wird der Fonds von Invest in Visions in Kooperation mit dem Africa Enterprise Challenge Fund (AECF), einem erfahrenen lokalen Advisor. Der AECF ist in 26 Ländern der Region aktiv und hat bereits über 450 Millionen US-Dollar im Off-Grid-Sektor investiert. Seine Marktkenntnis und Nähe zu Projektentwicklern gelten als wesentliche Bausteine für die Risikoeinschätzung und effiziente Auswahl geeigneter Kreditnehmer.
Nachhaltigkeit nach Artikel 9 SFDR
Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF ist nach Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) klassifiziert – also ein Fonds, der explizit nachhaltige Ziele verfolgt. Er adressiert besonders folgende UN-Sustainable Development Goals:
SDG 7 – Bezahlbare und saubere Energie: Zugang zu sauberem Strom für Haushalte, Unternehmen und Gemeinden.
SDG 13 – Klimaschutz: Reduktion von CO₂-Emissionen durch solarbasierte Technologien.
SDG 8 – Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit: Elektrifizierung als Grundlage produktiver Tätigkeiten, besonders im landwirtschaftlichen Bereich.
SDG 5 – Gleichstellung der Geschlechter: Bei Refinanzierungen wird auf einen angemessenen Frauenanteil in Belegschaft, Management und Vorstand geachtet.
So verbindet der Fonds wirtschaftliche Renditechancen mit einer sozialen und ökologischen Wirkung, die über reine Energieversorgung hinausgeht.
Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF ist als Publikumsfonds konzipiert und kann über Banken, Direktbanken oder Fondsplattformen erworben werden. Damit öffnet er auch Kleinanlegern einen Markt, der bisher fast ausschließlich institutionellen Investoren vorbehalten war – und zugleich einen der größten Hebel der globalen Energiewende darstellt.
Die Mindesthaltedauer beträgt 24 Monate mit einer Kündigungsfrist von 12 Monaten (Rücknahmeantrag mindestens 12 Monate vor dem jeweiligen Rücknahmetag)
Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF schließt eine Lücke in der Finanzierung nachhaltiger Energieinfrastruktur in Subsahara-Afrika. Er bringt Kapital dahin, wo es einen besonders hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen stiftet. Anleger erhalten Zugang zu einem Zukunftsmarkt und die Aussicht auf eine nachhaltige Rendite – finanziell wie gesellschaftlich.
| R – Klasse | R – Klasse | I – Klasse | |
|---|---|---|---|
| WKN | A40J9R | A40J9Q | A40J9N |
| ISIN | LU2953736365 | LU2953736282 | LU2953736019 |
| Anteilsklassen | EUR | EUR – abgesichert | EUR – abgesichert |
| Verwaltungsgebühr ¹ | Bis zu 2,15 % | Bis zu 2,15 % | Bis zu 1,65 % |
| Verwahrstellengebühr | 0,03% | 0,03% | 0,03% |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend | Ausschüttend | Ausschüttend |
| Ausgabeaufschlag | Bis zu 3,0 % | Bis zu 3,0 % | Bis zu 1,00 % |
| Mindestanlagesumme | Keine | Keine | 100.000 EUR |
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