
Die Erholung in den Private Markets setzt sich fort – wenn auch nicht gleichmäßig. Nach Einschätzung von Emmanuel Deblanc, CIO Private Markets bei M&G Investments, seien die fundamentalen Treiber der Anlageklasse intakt und sprächen weiterhin für ihre langfristige Attraktivität.
15.01.2026 | 10:29 Uhr
Zwar blieben Fundraising, Ausschüttungen und Liquidität in Teilen herausfordernd, doch stabilere Zinsen, eine schrittweise Wiederöffnung des IPO-Marktes und ein stärkerer Fokus auf operative Wertschöpfung stützten den Ausblick für 2026.
Besonders dynamisch entwickle sich weiterhin der Bereich Private Credit. Getragen werde die Nachfrage unter anderem vom Wunsch nach Diversifikation, laufenden Erträgen und dem Floating-Rate-Charakter der Anlagen. Trotz zunehmender Debatten über potenzielle systemische Risiken sieht Deblanc keinen kurzfristigen Wendepunkt. „Das Wachstum wird von dauerhaften, langfristigen Faktoren getragen“, betont er. Der Rückzug der Banken aus bestimmten Kreditsegmenten habe nachhaltige Finanzierungslücken geschaffen, die Private Credit zunehmend fülle – mit weiterem Wachstumspotenzial vor allem in Europa.
Für Investoren könnten europäische Private-Credit-Strategien daher 2026 an Bedeutung gewinnen. Im Vergleich zum US-Markt biete Europa historisch höhere risikoadjustierte Renditen, eine bessere Kreditqualität sowie niedrigere Ausfallraten. Entscheidend bleibe dabei eine sorgfältige Managerauswahl, da Erfahrung, Risikomanagement und Kreditdisziplin zunehmend über den Anlageerfolg bestimmten.
Auch andere Private-Market-Strategien böten attraktive Diversifikationsmöglichkeiten. So eröffneten strukturierte Kreditlösungen wie Asset-backed Finance Zugang zu breit gefächerten Kreditpools – etwa in der Konsumentenfinanzierung oder im Equipment-Leasing – mit geringerer Korrelation zu traditionellen Kreditmärkten. Diese Segmente profitierten ebenfalls von langfristigen Trends, die durch Innovation über die Anlageklasse hinweg beschleunigt würden.
Private Equity befinde sich weiterhin in einer Phase der Neubewertung. Zwar lägen Fundraising, Transaktionsvolumina und Exits deutlich unter dem Höchststand von 2021, bewegten sich jedoch im Bereich der Vorjahre vor dem Boom. Gleichzeitig bleibe die operative Entwicklung robust: Private-Market-Indizes wiesen zuletzt hoch einstellige, annualisierte Umsatz- und EBITDA-Wachstumsraten aus. Eine zunehmende Belebung des IPO-Marktes könnte zusätzlich für Entlastung sorgen – zuletzt war der Börsengang der Circle Internet Group rund 25-fach überzeichnet. Wenn sich der Anstieg der IPO-Aktivitäten bis 2026 fortsetzt und möglicherweise mit einigen überdurchschnittlich hohen PE-Exits einhergeht, dürften sich die Top-Line-Exit-Zahlen verbessern und damit auch das Vertrauen der Anleger.
Mit Blick auf 2026 erwartet Deblanc zusätzliche Impulse von der Geldpolitik. „Weitere Zinssenkungen dürften sichals Rückenwind für Private Equity erweisen“, da niedrigere Finanzierungskosten sowohl Transaktionen als auch Bewertungen unterstützten.
Insgesamt zeigt sich Deblanc überzeugt, dass das Wachstum der Private Markets anhalten und sich möglicherweise sogar beschleunigen werde. Neue Fondsstrukturen wie LTAFs und ELTIFs sowie Evergreen-Vehikel trügen dazu bei, die Anlageklasse für eine breitere Investorenbasis zu öffnen. In Kombination mit verbesserten Marktbedingungen dürften Private Markets damit auch im kommenden Jahr ein zentraler Bestandteil institutioneller Portfolios bleiben.
Diesen Beitrag teilen: