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Regulierung und ESG-Investments: So wird 2020 für Berater

Die FinVermV und die Vorbereitung auf das Bafin-Regime dürften freie Berater und Vermittler im kommenden Jahr auf Trab halten. In Beratung und Vertrieb sehen Finanzprofis nachhaltige Geldanlagen weiter im Trend.

19.12.2019 | 15:07 Uhr von «Julia Groth»

Regulierungsfragen werden freie Finanzberater im kommenden Jahr besonders stark beschäftigen, prophezeit die Bank für Vermögen (BfV). „Es gibt zwar für die Branche mittlerweile etwas mehr Planungssicherheit, da die gesetzlichen Rahmenbedingungen etwas klarer sind und wesentliche Regulierungsschritte erst einmal vollzogen wurden“, sagt BfV-Vorstand Karsten Kehl. „Die schrittweise Umsetzung im kommenden Jahr wird aber für Berater mit erheblichen Verwaltungsaufwänden und -kosten verbunden sein.“

Im ersten Halbjahr werden sich Berater wohl vor allem der Aufgabe widmen, die Vorgaben der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) umzusetzen. „Bis zum Sommer dürfte sich zudem das neue Gesetzgebungsverfahren zum Bafin-Regime weiter konkretisieren“, sagt Kehl. Zum 1. Januar 2021 soll die Bafin die Aufsicht über die freien Vermittler und Berater übernehmen. In der zweiten Jahreshälfte 2020 müssen sich Angehörige dieser Berufsgruppen deshalb organisatorisch darauf vorbereiten, was die Bafin künftig von ihnen verlangt, sagt Kehl.

Das zweite große Thema für das Jahr 2020 werden ESG-konforme Investments sein, prognostiziert BfV-Vorstand Frank Ulbricht. Berater sollten das Momentum der „Fridays for Future“-Bewegung nutzen, rät er: „Die weltweite Klimadiskussion ist ein ausgezeichneter Anlass, um seine Kunden auf die Vermögensallokation anzusprechen und Aspekte wie die ESG-konforme Kapitalanlage in der Beratung zu erläutern.“ Grüne Investments könnten Beratern sogar dabei helfen, neue Zielgruppen zu erschließen. So lasse sich in Beratung und Vertrieb beobachten, dass jüngere Menschen nachhaltigen Geldanlagen aufgeschlossen gegenüberstehen, berichtet Ulbricht. Er geht davon aus, dass das Thema mittelfristig weiter an Bedeutung gewinnt. So könnte womöglich ein ESG-Score nach dem Vorbild etablierter Bonitäts-Rankings in Zukunft für Fonds zur Pflicht werden.

ESG-Nachfrage dürfte weiter steigen

Andere Finanzprofis gehen ebenfalls davon aus, dass der Trend zu nachhaltigen Geldanlagen im kommenden Jahr eines der wichtigsten Beratungs- und Vertriebsthemen bleibt. „Die 2019 entfachte Dynamik hat ESG zu einem der meistdiskutierten Marktthemen gemacht“, heißt es von der DWS. Die Experten des Fondsanbieters sind sich sicher: „Das Interesse an ESG wird bestehen bleiben.“

Die Bank für Kirchen und Caritas (BKC) erwartet, dass die Nachfrage nach ökologisch und ethisch korrekten Investments im kommenden Jahr weiter steigt – nicht nur aus Gewissensgründen, sondern auch, weil nachhaltiges Investieren handfeste Vorteile habe: „Eine ESG-Integration ermöglicht als zusätzliches Instrument des Risikomanagements eine sinnvolle Risikoprävention“, sagt BKC-Anlageexperte Bernhard Matthes.

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